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Nordkurier Ratgeber "Wir über 50" Südvorpommern

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SEITE 20 FREITAG,

SEITE 20 FREITAG, 1.DEZEMBER 2017 FoTo: FriSo GEnTSch Wohnen im Alter So lange wie möglich in der eigenen Wohnung leben. Das wünscht sich fast jeder. Experten der LBS haben einige Tipps zusammengestellt, wie das mit ein paar Tricks und Kniffen gelingen kann. Wasist eigentlich unter Wohnraumanpassung im Sinn vonaltersgerechtem Umbauzuverstehen? Durch eine Wohnraumanpassung haben Sie die Möglichkeit, in Ihrem gewohnten Umfeld zu wohnen und die vertraute Wohnung an Ihre individuellen Bedürfnisse anzupassen. Die Wohnung kann mit Hilfsmitteln so eingerichtet werden, dass eine selbstständige Haushaltsführung auch mit körperlichen Einschränkungen möglich ist. Einzelne Räume werden umgestaltet, zum Beispiel wäre das der Einbau einer bodengleichen Dusche oder auch eine geänderte Möblierung für größere Bewegungsflächen. Waswären erste Möglichkeiten zur Wohnraumanpassung? Oft reichen einfache Hilfsmittel nicht aus. Wenn die Zimmertüren für einen Rollator zu schmal sind, müssen bauliche Veränderungenvorgenommen werden. Manchmal müssen Schwellen in der Wohnung beseitigt oder eine Badewanne durch eine bodengleiche Dusche ersetzen werden. Evtl. ist ein Aufzug oder ein Treppenlifter erforderlich, um in die Wohnung zu kommen. Können Mieter eineWohnraumanpassung eigenständig vornehmen oder brauchen sieeineGenehmigung? Für alle baulichen Änderungen in der Wohnung benötigen Sie als Mieter eine Erlaubnis Ihres Vermieters. Auch wenn die Beseitigung von Schwellen und der Einbau einer modernen Dusche für die Wohnung an sich eine Verbesserung darstellen, liegt die Entscheidung beim Vermieter. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) muss der Vermieter einen Umbau genehmigen, wenn dieser erforderlich ist, damit Sie bei einer bestehenden Behinderung die Wohnräume nutzen können. Der Anspruch auf Umbau bezieht sich nicht nur auf die Wohnung, sondern auch auf den Zugang und den Keller. Der Vermieter darf beim Auszug den kostenpflichtigen Rückbau verlangen. Die mündliche Genehmigung für die Maßnahme gilt nicht, vereinbaren Sie den Umbau schriftlich. Sie benötigen diese auch für die Vorlage bei der Pflegekasse. Der Umbau außerhalbder Wohnung kann verweigert werden, wenn beispielsweise die Nutzung der Treppe durch den Einbau eines Treppenlifts den Fluchtweg für andere Mieter gefährdet. Wiehochsinddie Kosten für eineWohnraumanpassung undwer unterstütztdas finanziell? Die Kosten für eine Wohnraumanpassung richten sich nach dem Umfang der Umbaumaßnahmen. Liegt ein Pflegegrad vor, übernimmt die Pflegekasse bis zu 4000 Euro. Diese Summe wird auch ohne Pflegegrad gezahlt, wenn ein erheblicher allgemeiner Betreuungsbedarf nach Paragraf 40 SGB XI vorliegt. Bevor Sie Handwerkerverträge abschließen, müssen die Umbaumaßnahmen von der Pflegekasse bewilligt sein. Es ist auch möglich, den Anspruch auf einen Zuschuss von maximal vier Bewohnern zusammenlegen. Wohngemeinschaften können so einen maximalen Förderbetrag von 16 000 Euro erhalten. Die KfW Förderbank gewährt neben dem Kreditprogramm „Altersgerecht Umbauen“ Zuschüsse für altersgerechten Umbauten in Höhe von maximal 6250 Euro (bis 12,5 Prozent der förderfähigen Investitionskosten). Dazu gehören beispielsweise die Beseitigung von Barrieren in der Wohnung und im Außenbereich sowie die Erhöhung der Einbruchsicherheit. Auch die Investitionsbank des Landes Sachsen-Anhalt hat eigene Förderprogramme, um beispielsweise den bodengleichen Zugang zur Dusche, einen nachträglichen Einbau eines Aufzugs oder einer Rampe zu finanzieren. Wasmacht eine Wohnung altersgerecht? Bereits kleinere Maßnahmen wie zum Beispiel das Anbringen einer Fahrradrampe für den Rollstuhl, die Installation eines Treppenliftes oder ein Wannen- oder Duschhocker verschaffen Erleichterung. Besonders Bad und Küche bieten viele Stolperfallen für Menschen, die in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sind. Manchmal können allein durch das Umstellen der Möbel größere Bewegungsflächen geschaffen werden. Alle Bereiche im und um das Haus sollten leicht und schwellenlos erreichbar sein. Wer moderne Technik nachrüstet, erleichtert sich den Alltag nicht erst in späteren Jahren: Automatische Türöffnungssysteme, eine Herdabschalt-Automatik oder automatische Rollläden erhöhen den Komfort in jeder Altersstufe. Auch jungeBauherren haben oftden altersgerechten Aspekt im Blick. Werberät sie bautechnisch? Sie sollten auf Flexibilität, Barrierefreiheit und auf das Raumangebot (zum Beispiel zweites Bad) und die Raumgröße achten. Damit sparen Sie sich im Alter hohe Umbaukosten. Und: Barrierefreies Bauen muss nicht teuer sein. In jedem Fall ist es billiger als eine spätere Nachrüstung. Architekten sind für Bauherren die richtigen Berater bei der Planung. Auch bei einem Umbau einer bestehenden Wohnung ist der Architekt Ansprechpartner. Architekten mit dieser Spezialisierung findet man bei den Architektenkammern. IstaltersgerechtesBauen erheblich teurer? Das Institut für Bauforschung in Hannover hat die Mehrkosten für eine barrierefreie Wohnungsausstattung (nach DIN 18025) errechnet. Das Ergebnis: Für eine 70 Quadratmeter große Wohnung betragen sie nur 3,2 Prozent der Bausumme. Folgende Elemente sind vorgesehen: Schwellenfreier Zugang zu allen Räumen, zu Terrasse und Balkon. Ausreichende Breite der Türen (mindestens 90 Zentimeter für die Wohnungstür und mindestens 80 Zentimeter für die Zimmertüren). Genügend Bewegungsflächen (ein Bad sollte mindestens sieben Quadratmeter groß sein). Die Installation von Lichtschaltern, Steckdosen in einer Höhe, die auch im Sitzen erreichbar ist (85 Zentimeter Höhe). Rutschfeste und ebene, ohne Stolperkante verlegte Bodenbeläge. Badezimmertüren, die nach außen aufschlagen. Bodengleiche Dusche. Griffe und Halter. Leicht erreichbare und bedienbare Griffe an Fenstern und Bad- und Balkontüren. Ein Plan für smarte Lösungen Von Simone A. Mayer Schon injüngeren Jahren beim Bauen ans Alter zu denken, kann sich lohnen. Damit kann moderne Technik einziehen. Berlin. Werdenkt schon gern ans Altwerden? Doch sollten Sanierer und Bauherren, die sich langsam dem Rentenalter nähern, schon zeitig im Blick haben, welche Technologien sie fürs hohe Alter nachrüsten wollen und müssen. „Smart-Home-Technologien helfen Älteren, länger selbstbestimmt im eigenen Haus wohnen zu können“, betont Falko Weidelt, FachgebietsleiterSmartHomebei der Branchen-Initiative Elektro+ in Berlin. Dafür muss die Elektroinstallation des Gebäudes gerüstet sein: Zum einen sollten vorsorglich Leerrohre installiert werden, rät Weidelt. So lassen sich nachträglich noch nötige Leitungen ziehen. „Außerdem hat man in vielen Gebäuden zu wenige Steckdosen.“ Er empfiehlt, sich bei der Bauplanung an die Richtlinie RAL-RG 678 zu halten. Sie listet für jeden Wohnbereich eine Mindest-, eine Standard- und eine Komfortausstattung an Steckdosen auf. Weidelt rät zur Ausstattung mit dem Standard „zwei Sterne plus“. Diese sieht aktuell zum Beispiel in einer Küche mit 12 bis 20 Quadratmetern mindestens 18 Steckdosen und 3Anschlüsse für Leuchten vor. In einem angrenzenden Esszimmer kommen am besten 16 Steckdosen und ebenfalls 3Anschlüsse für Leuchten hinzu. Im bis zu 20 Quadratmeter großen Wohnzimmer sind 8Steckdosen das Minimum. Werandie Elektroinstallationen rangeht, kann aber noch weitergehen und zum Beispiel ein sogenanntes BUS-System vom Fachmann installieren lassen. Das ist ein Kommunikationssystem für vernetzbare Geräte, das diesen eine gemeinsame Sprache und damit eine Verbindungsmöglichkeit gibt. Viele Geräte haben dann eine Lizenz für einen bestimmten Standard wie LCN, Homematic oder KNX. Das ist eine teure Angelegenheit. Günstiger sind Einzellösungen wie funkbasierte Einsätze für Lichtschalter oder Steckdosen, die vernetzbar und mit dem Handy steuerbar sind. „Auch das sollte ein Fachmann installieren“, rät Weidelt. Die Wohnung öffnen mit einem Funktürschlüssel, auch eine der intelligenten Alltagshilfen. FoTo: STEFAn SAuEr

FREITAG, 1.DEZEMBER 2017 SEITE 21 Warum der Gesundheitszustand am Steuer so wichtig ist Ein Schreckensszenario: Ein alter Autofahrer verursacht einen Unfall, bei dem Menschen verletzt werden. Die Frage, obSenioren noch Auto fahren sollten, polarisiert. Die Forderung nach Eignungstests ab einem gewissen Alter steht schon länger im Raum. Sollten Senioren das Auto ab einem gewissen Alter vielleicht ganz stehen lassen? Pauline Sickmann wägt die Argumente ab. Kontra: Wasspricht gegen Fahren im Alter? Mit dem Alter steigt die Gefahr,einen Unfallbeim Autofahren zu verursachen. Daten des Statistischen Bundesamtes von 2015 zeigen, dass über 64-jährige Autofahrer sehr häufig die Hauptschuld trugen, wenn sie in einen Unfall verwickelt waren (67 Prozent). Bei den mindestens 75-Jährigen waren sogar 75 Prozent Unfallverursacher. Die Daten zeigen auch, dass ältere Menschen in komplexen Situationen schneller den Überblick verlieren als jüngere. Mehrere Verkehrsstatistiken belegen außerdem, dass die Zahl der von Senioren verursachten Kann die große Erfahrung am Lenkrad gesundheitliche Defizite ausgleichen? Soeinfach funktioniert es nicht. Ob regelmäßige Tests für ältere Fahrer wichtig sind, darüber wird gestritten. FOTO: A.KöRNER Unfällen seit vielen Jahren steigt. Ursula Lenz von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen weist auf die altersbedingten Einschränkungen von Autofahrern hin: „Das Altern ist ein schleichender Prozess. Bereits ab 50 Jahren verschlechtern sich Sinne wie Sehen und Hören.“ Gerade bei Menschen mit einer Erkrankung sieht sie das Autofahren kritisch – auch unabhängig vom Alter. Ein Problem ist außerdem, dass viele Autofahrer ihre Fahrtüchtigkeit selbst nicht richtig einschätzen können. Deshalb ist es wichtig, dass Senioren auf ihre Eignung geprüft werden: Mangelnde Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit, Bewegungseinschränkungen oder Krankheiten wie Demenz und Diabetes werden sonst zur Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer. Pro: Wasspricht für Fahren im Alter? Entscheidend für eine unfallfreie Teilnahme am Straßenverkehr sei nicht das Alter, sondern der Gesundheitszustand des Fahrers, meint der ADAC. Deshalb könne man älteren Autofahrern nicht pauschal ihre Fahrtüchtigkeit absprechen. Sie verfügten oft über genügend Erfahrung, um vorausschauend zu fahren und ihre Fahrweise der Verkehrssituation anzupassen. Gegen einen Eignungstest, wie es ihn in anderen europäischen Ländern gibt, spricht nach Ansicht des ADAC, dass bisher entwickelte Verfahren nicht aussagekräftig genug seien. Dazu kommt, dass ein positives Testergebnis den Fahrer möglicherweise dazu verleite, die eigenen Fähigkeiten im Straßenverkehr zu überschätzen. Deshalb lautet der Rat des ADAC: Ältere Autofahrer sollten sich freiwillig ärztlich auf ihre Fahrtauglichkeit untersuchen lassen. Gesundheitliche Defizite könnten zum Teil durch Fahrassistenzsysteme ausgeglichen werden. Außerdem betont Ursula Lenz, wie wichtig die Eigenständigkeit ist, die das Autofahren im Alter gewährleistet: Da der öffentliche Nahverkehr gerade in ländlichen Gegenden teilweise nicht gut ausgebaut sei, fielen mit dem Auto zugleich Selbstständigkeitund soziale Kontakte der Senioren weg. Der Umstieg auf das Fahrrad sei keine sichere Alternative: Fast jeder zweite verunglückte Radfahrer ist 65 Jahreoder älter. So bleiben Senioren länger fahrtüchtig Damit sich Fahrer möglichst lange gefahrlos im Straßenverkehr bewegen können, müssen gesundheitliche Voraussetzungen erfüllt sein. Darauf verweist die Deutsche Seniorenliga. Demnach sollten Senioren regelmäßig zum Augenarzt oder Optiker gehen, um ihre Sehschärfe kontrollieren zu lassen. Beim HNO-Arzt sollte die Hörfähigkeit getestet werden. Wichtig ist auch, dass sich der Fahrer komplett umdrehen, also einen Schulterblick machen kann. Regelmäßig untersucht werden sollten ältere Fahrer zudem auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, psychische Erkrankungen sowie neurologische Erkrankungen wie Parkinson. Anzeige Sparen mit UckerStrom ® Wechseln? Kinderleicht. www.uckerstrom.de Tel. 03984853-0 - Eine Markeder StadtwerkePrenzlau

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