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Nordkurier Ratgeber "Wir über 50" Mecklenburgische Seenplatte

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SEITE 8 FREITAG, 1.DEZEMBER 2017 Lebensfreude häLt fit Mit über 90 noch der letzte Partygast Genoveva Behrendt ist nicht kleinzukriegen. Auf ihre alten Tage hat sich die Prenzlauerin sogar noch an einen Umzug gewagt. Zum Glück wohnt sie jetzt unter lauter unternehmungslustigen Menschen. Sie sagt: Ich freue mich über jeden neuen Tag. VonClaudia Marsal Prenzlau. Wermit Genoveva Behrendt einen Termin ausmachen will, muss flexibel sein –die 93-Jährige ist verplanter als die meisten jungen Menschen. Seit die Rentnerin vor ein paar Monaten noch einmal den Umzug in eine neue Wohnung gewagt hat, haben sich ihre gesellschaftlichen „Verpflichtungen“ sogar weiter potenziert. Dienstags trifft sich die Seniorin seit Jahren schon mit ihren Handarbeitsdamen im Club der Volkssolidarität. Und donnerstags holt sie seit Ewigkeiten der Pflegedienst Weise zum Kaffeeplausch ab. Neu hinzugekommen sind die Veranstaltungen in ihrem neuen Domizil. Genoveva Behrendt hat das große Glück gehabt, ein Appartement in der Prenzlauer Klosterstraße 12 zu bekommen. Dabei handelt es sich um eine vornehmlich für Senioren erbaute Anlage der hiesigen Wohnungsgenossenschaft, der der Ruf vorauseilt, dass es hier nicht langweilig wird, weil die Bewohner für Abwechslung sorgen. Im Gemeinschaftsraum des Wohnkomplexes finden regelmäßig gesellige Nachmittage und Feste statt. Die Bewohner unternehmen sogar Ausflüge zusammen. Der tägliche Plausch am Briefkasten oder im geräumigen Garten ist eine Selbstverständlichkeit. Ebenso dass man sich bei Besorgungen unterstützt. „Genau das Richtige für mich“, befand die gelernte Schneiderin, als sie hier vor geraumer Zeit mal eine alte Dame besuchte. Sie selbst wohnte da noch in einem Plattenbau. Dritte Etage ohne Lift –„das hat mir jahrzehntelang nichts ausgemacht, aber plötzlich wurde die Luft knapp beim Treppensteigen“, erinnert sich die gelernte Schneiderin zurück. Doch von einem Umzug auf ihre alten Tage rieten ihr die meisten ab. Sie sagte trotzdem sofort zu, als sie erfuhr, dass die besagte Parterre-Wohnung überraschend freigeworden war. Als absoluter Glücksfall erwies sich, dass die Erben der dort verstorbenen Dame anboten, alleMöbel drin zu lassen. Sie wiederum konnte das auch mit ihrem bisherigen Hausstand tun. „Die junge Familie, die meine Wohnung bekam, hat sich riesig gefreut.“ Und so kam es denn, dass Genoveva Behrendt im April dieses Jahres nur mit ihrer geliebten Couch und dem Fernseher im Gepäck in den Umzugswagen stieg. „Ein paar persönliche Sachen hatte ich selbstverständlich auch noch dabei. Aber alles war überschaubar und ging schneller als gedacht.“ Hilfe von vielen guten Geistern Unter die Arme griffen ihr vor allem die beiden Schwiegertöchter Sibylle und Traudel sowie Enkelin Cindy, nicht zu vergessen ihr guter Geist Kerstin, eine Frau aus der Nachbarschaft, die sie auch bei den Einkäufen unterstützt. „Ich kann nur immer wieder betonen, dass die meisten Menschen sehr hilfsbereit sind. Anders habe ich es nie erlebt.“ Aber, und das ergänzt die betagte alte Dame noch schnell: „Da bewahrheitet sich vermutlich der Spruch: Genoveva Behrendt macht für ihr leben gern Handarbeit. Selbst vor den langen Winterabenden ist ihr deshalb nicht bange. FoTo: clAUdIA MArSAl Wieman in den Wald hinein ruft, schallt es heraus.“ Genoveva Behrendt freut sich, dass sie sich trotz ihrer offenen Art nie Feinde gemacht hat. „Ich sage immer,was ich denke. Damit bin ich zeitlebens gut gefahren.“ Auch mit ihren beiden Männern habe sie Glück gehabt, setzt die Rentnerin hinzu. Der Erste –ein Flieger – fiel zwar relativschnellnach ihrer Hochzeit im Krieg. Die Tochter war da gerade erst geboren. Doch dann trat eine zweite Liebe in ihr Leben. Leider gibt es auch diesen Mann nicht mehr. Erstarb viel zu früh 1990, da war er gerade mal 76 Jahre alt. Auch von sechs ihrer sieben Geschwister hat die Prenzlauerin mittlerweile Abschied nehmen müssen. Nur sie als die Älteste von acht und ihre jüngste Schwester leben noch. Schicksalsschlag schwer zu verkraften Am härtesten getroffen hat Genoveva Behrendt aber der Tod ihres ältesten Sohnes. Ein Schlaganfall raffte den 63-Jährigen im Januar hin. „Das ist wohl das Schlimmste, was einer Mutter passieren kann“, sagt sie dann leise, abermals den Tränen nah. Sie habe einige Monate gebraucht, um sich von diesem Schicksalsschlag zu erholen. Aber auch dabei habe ihr das neue Wohnumfeld geholfen, versichert die 93-Jährige. „Ich freue mich jeden Morgen, wenn ich in meiner Wohnung erwache und aus dem Fenster auf die Terrasse schaue. Dass ich es noch einmal so schön haben werde in meinem Leben, hätte ich nicht gedacht.“ Immer noch Spaß an Musik und Tanz Beim jüngsten Hoffest ihrer Hausgemeinschaft war die agile alte Dame übrigens eine der letzten, die ging. Da hatte die Uhr längst eins geschlagen, „aber ich hatte es ja nicht weit bis zum Bett.“ Genoveva Behrendt bedauert nur, dass sie nicht mehr tanzen kann. „Früher war ich auf der Tanzfläche immer die Erste und die Letzte. Jetzt machen leider die Beine nicht mehr mit. Aber Wippen kann ich noch mit den Knien. Und meinen Spaß an der Musik habe ich auch.“ Apropos Musik, bei diesem Stichwort angelt die Seniorin nach ihrem Terminbüchlein, das nächste Fest steht doch auch schon an ... Kontaktzur Autorin c.marsal@nordkurier.de 1. Je älterwir werden, destowichtiger wirdDenksport. Sich geistig in Form halten,umErkrankungen wie Alzheimer oder Demenz vorzubeugen oder aber deren Verlauf zu verzögern. Zu einemsolchen Fitnessprogramm für die kleinen grauen Zellen –neudeutschauch Hirnjogging genannt –zählen Trainingseinheiten wie Lesen, Rätseln oder eine Sprache erlernen. Neugier isteine positiveEigenschaft, die wir uns bis ins hohe Alter bewahren sollten. Unddamit istnicht gemeint, dasswir wie einsteineElseKling aus derFernsehserie „Lindenstraße“ für den Hausklatschzuständig sind, sondern ein natürlichesInteresse am Leben, an Neuigkeiten, am Zeitgeist haben. Nicht resignieren, sondern offenbleiben. Wahr istaberauch, dasswir mit den Jahren immer mehr Zeit und Geduld in „Hirnjogging“ investieren müssen. 2. bleiben Sie in bewegung – denn das istdas Allerbeste, wasSie für IhreGesundheit tunkönnen. Der Spruch „Wer rastet, der rostet“trifft den Nagel auf den Punkt. Längst haben zahlreiche Studien belegt, dassregelmäßige Bewegung kerngesund, nämlich eine Art Allheilmittelfür viele Zipperlein des Alters, ist. So dient sie erstens der körperlichen Fitness,hält zweitens unseren Geistauf Trab und hilft drittens gegen Verstimmungen wie Launen oder Depressionen. Nun ist doch klar,dasswir über fünfzig uns nicht mehr im Kraftraum quälen wie noch in jungen Jahren. Istauchnicht nötig: Allein ein täglicher, ausgedehnter Spaziergang reicht völlig aus.Unser Tipp: Schwingen Sie gelegentlich das Tanzbein. Genießen Sie schöne Musik und gute Gesellschaft.Bleiben Sie in Schwung, denn das wirktlebensverlängernd. fün 3 D „ M w u w l b H s a w H A b M h K H z s W a d

SEITE 9 FoTo: ©JennySTUrM - FoTolIA.coM 71,4 Jahre alt wird ein 2015 geborenes Kind laut Weltgesundheitsorganisation (WHo) durchschnittlich. das hängt aber stark davon ab, wo es geboren wird. 83,7 Jahre alt werden die Japaner durchschnittlich. damit sind sie weltweit Spitzenreiter. die Japanerinnen werden sogar 86,8 Jahre alt. 50,1 Jahre alt werden die Menschen in Sierra leone durchschnittlich. damit sind sie die Schlusslichter bei der weltweiten lebenserwartung. Sportlicher eM-erfolg mit 86 Jahren Jungbrunnen im ALter . iesenSpruch kennen wir alle: lachen ist die beste edizin“.Umzuwissen, wie ohltuend Humor für unsereSeele nd dasGemüt ist, braucht es keine issenschaftlichen Studien. Einmal authals lachen, befreit ungemein, es läst trübe Gedanken wie ein erbststurmdie Wolken beiseite, odassunsereGedankenwelt ufklart. Wieein reinigendesGewitter irkt ein guter Witz.Eine lockere altung beugt Depressionen und ngststörungen vor, die im Alter ekanntlich nicht weniger werden. enschen, die den Schalk im Nacken aben, sind handlungsfähiger in risen, in schwierigen Lebensphasen. umor verändertsich übrigens mit unehmendem Alter.Esist also nicht chlimm, wenn Sie nur wenig mit den itzender jungen Generation nfangen können. Nehmen Sie auch as bitte mitHumor! 4. Trauen Sie sich auch im alter noch etwas zu,beweisen Sie sich selbst und Ihrem Umfeld, dass Sienochlange nicht zumalten Eisen gehören. Suchen Sie sich inspirierende Hobbys und Beschäftigungen, die Sie ausfüllen, aber körperlich nicht überfordern. Über fünfzig heißtjaeben leider auch, dasswir unszwaroftmals noch wie um die Dreißig fühlen, aber zwangsläufig nicht mehr die körperliche Kraftund Athletik eines Halbsoalten haben. Stattdessen: Organisieren Sie sich möglichstnochvor derRenteIhren späteren Un-Ruhestand. Suchen Sie sich erfüllende Beschäftigungen. Pflegen Sie unbedingt Ihren Freundes- undBekanntenkreis. Planen Sie schöne Reisen,gönnen Sie sich bewusst gründliche Auszeiten vomAlltag. Genießen Sie die Zeit,und feiern Sie jeden TagIhr Leben. 5. Zuguterletztein Tipp für echte Genießer.Der Konsum vonso manchen Genussmitteln fördertIhre Gesundheit.ObAlkohol oder Koffein –eskommt natürlich auf die Dosis an. Gelegentlich ein Glas Wein soll vorAlzheimer vorbeugen. Zu viel davonwiederumkann das genaue Gegenteil bewirken. Amerikanische Forscher haben in einer Langzeitstudie rausgefunden, dass ein im Wein enthaltenesAntioxidans, alsoein spezifischer Inhaltsstoff,den geistigen Abbau abbremst. Wer regelmäßig ein Schlückchen (maximal 15 Gramm)trinkt, altert langsamer als Abstinenzler. Auch der tägliche Frühstückskaffee beugt einer Demenzerkrankung vor. Und wenn Sie Meeresfrüchteund Fisch mögen –dannguten Appetit. Die darin enthaltenen Omega-3- Fettsäuren schützenvor geistigem Verfall. Von JörgFranze der 86-jährige Georg dähne aus neubrandenburg konnte dank nordkurier-Hilfe zuden leichtathletik-Titelkämpfen der Ü35-Jährigen reisen und zeigte eine beeindruckende leistung. Von seiner lauf-leidenschaft will der „rasante rentner“ noch lange nicht lassen. neubrandenburG. Zehn Kilometer Laufen. 25 endlos erscheinende Stadionrunden. Für einen Marathonläufer eine ziemlich kurze Trainingseinheit, für einen Durchschnittsbürger eine mehr als ordentliche Herausforderung. Und für einen 86 Jahre alten Neubrandenburger der wohl größte Triumph seines Sportlerlebens. Denn Georg Dähne vom Hochschulsportverein Neubrandenburg holte sich über diese Distanz Ende Juli 2017 denEuropa-Meistertitel im dänischen Aarhus. Gut eine Stunde nach seiner Glanzleistung stand der Rentner aus der Viertorestadt in den Katakomben der großen Ceres-Sportarena in der dänischen Metropole und wartete auf die Siegerehrung. „Dschordsch Daehne, representing Germany“, wurde aufgerufen, erhielt Ehrenurkunde und Goldmedaille. Und dann stand der 1,71 große Mann aus Neubrandenburg dort und hörte die Nationalhymne, die aus Anlass seines sportlichen Erfolges gespielt wurde. „Das geht einem schon nah“, gab er zu. In seiner Altersklasse hatte er der Konkurrenz von Beginn an die Hacken gezeigt, mehrfach seine beiden Mitstreiter aus Lettland und Deutschland überrundet. Bei 59 Minuten, 47 Sekunden und 32 Hundertstel blieb die Uhr stehen. Ziel erreicht, die Stundenmarke unterboten. Der 86-Jährige ließ sogar noch einige (etwas) jüngere Starter hinter sich, da die Altersklassen ab 75 Jahren gemeinsam starteten. „Aber das ist schon eine ganz schöne Quälerei für einen alten Mann“, gab er wenig später auf der Heimfahrt zu, dass es einiger Anstrengung bedurfte, sich über die 25 Stadionrunden zu quälen. Und eiserner Disziplin in der Vorbereitung bedurfte. „Ich versuche, jeden zweiten Tag zu trainieren“, erklärte er. Regelmäßig macht er sich von seiner Wohnung in der Oststadt auf, läuft runter ins Mühlenholz und dort selten weniger als zehn Kilometer. Und das bei Wind und Wetter.„Handy hab ich nicht mit, aber eine Visitenkarte dabei“, TrotzGartenarbeit war der Bauch zu dick geworden. GeorgDähne so der 86-Jährige. Seine Frau Ruth hat trotzdem manchmal Sorge, ob er sich nicht zu viel zumutet. Aber Laufen ist nun mal seine Leidenschaft. Eigentlich fast jeder Sport, ob am Bildschirm oder selbst betrieben. Vieles habe er in seinem Leben schon probiert, erzählt Georg Dähne, der erst Eisenbahner, dann Polizist und später Ausbilder bei der Armee war.ImWeitsprungwar er früher gut, Fußball hat er gespielt. Zum Laufen kam er bei einem Intermezzo als Lehrer in den 60er-Jahren, joggte in Freistunden immer von Tor zu Tor. 1970 zog er dann mit seiner Ruth, mit der er im nächsten Jahr Eiserne Hochzeit feiern kann, nach Neubrandenburg, wurde Heimerzieher für Berufsschüler und Gastarbeiter bei Ascobloc/Nagema. In den 70ern und 80ern startete Georg Dähne bei vielen Wettkämpfen. 72 Kilometer um die Müritz waren die größte Herausforderung, der er sich jemals stellte. „Als meine Enkelin das sah, fragte sie verwundert, wie man so weit laufen kann“, schmunzelte er. Inder sportlichen Vita des Mannes stehen unter anderem zwei Vize- DDR-Meistertitel in seiner damaligen Altersklasse, über 25 Kilometer und im Marathon. Einige Krankheiten und Operationen sorgten allerdings für rund 20 Jahre Pause. Erst 2011 legte Dähne wieder mit dem Laufen los. „Trotz Gartenarbeit war der Bauch zu dick geworden“, so der Athlet mit 65 Kilo Wettkampfgewicht. Inzwischen ist er wieder regelmäßig für seinen Heimatverein HSV am Start, „23 Wettkämpfe waren es allein 2015.“ Das Bord über der SitzeckezuHause ist voll mit Pokalen, die Urkunde für den Deutschen Meistertitel 2017 in seiner Altersklasse hängt ebenso im Flur wie die für den EM-Sieg. „In 27 Jahren Vereinsgeschichte hat das noch kein Starter geschafft“, würdigte Ortwin Kowalzik als Vorsitzender des Hochschulsportvereins die Leistung seines Lauffreundes. Und dankte dem Nordkurier, der Georg Dähne nach Aarhus gebracht und bei seinem Triumph-Lauf begleitet hatte. Georg dähne spulte bei der eM mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks seine runden ab. FoTo: JörG FrAnZe

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