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Nordkurier Ratgeber Mit 66 Jahren (Ausgabe UKK)

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SEITE 12 FREITAG, 31.

SEITE 12 FREITAG, 31. MAI 2019 Ob einsam oder zweisam – Filmfreunde wissen, was gut ist. Je nach Lust und Laune können sie zwischen Drama, Komödie, Liebesfilm oder Dokumentation wählen. Film ab! Foto: © Budimir JEVTIC - STOCK.adobe.com Filmtipps für zu Hause Willkommen im Pantoffelkino Ein guter Film passt in jede Jahreszeit. Zumal ja gar nicht unbedingt in der guten Stube geguckt werden muss. Warum Fernseher und DVD-Rekorder nicht einfach auf Balkon oder Terrasse platzieren und Freiluft-Kino genießen? Unsere besten Empfehlungen lohnen sich hier wie dort. Auf das Leben! Drama Die frühere Cabaret-Sängerin Ruth (Hannelore Elsner) steht mit ihren 84 Jahren mitten im Leben, als sie ihre Wohnung wegen einer Zwangsversteigerung verlassen und ins Seniorenheim ziehen soll. Am Umzugstag lernt sie den jungen Möbelpacker Jonas (Max Riemelt) kennen. Die beiden lernen sich schätzen. Film von 2014. DVD, 84 Minuten, 15,99 Euro. Quartett Komödie Im Regiedebüt von Dustin Hoffman bringt Maggie Smith als einstiger Opernstar reichlich Unruhe in ein Altersheim für Opernsänger. Jedes Jahr findet ein Verdi-Konzert zugunsten des geliebten Wohnsitzes statt. Doch die Ankunft von Operndiva Jean bringt alles durcheinander. Film von 2013, 94 Minuten, DVD 7,99 Euro, Blu-ray 8,99 Euro. Mr. Morgans letzte Liebe Drama Als Pauline (Clémence Poésy) ihm im Bus Hilfe anbietet, stolpert der sture, unzufriedene Matthew Morgan (Michael Caine) zurück ins Glück. Die entwaffnende Lebensfreude der jungen Frau erobert sein altes Herz und der stille Professor wird unverhofft zu einem Schüler des Lebens. Film von 2013, 111 Minuten, DVD 5,99 Euro, Blu-ray 5,39 Euro Harold und Maude Drama Der exzentrische Millionärssohn Harold weiß mit sich selbst wenig anzufangen. Sein größtes Vergnügen sind perfekt inszenierte Selbstmorde und der Besuch von Beerdigungen. Bei einer Trauerfeier lernt er eines Tages die fast 80-jährige Maude kennen, mit der er sich bald regelmäßig trifft. Die lebenslustige, vitale Maude zeigt Harold die schönen Seiten des Lebens, bringt ihm Tanzen und Singen bei und klaut Autos mit ihm, bis sich der Junge schließlich in die alte Dame verliebt. Doch die verbirgt ein Geheimnis. Kultfilm von 1971. DVD 4,99 Euro, Blu-ray 7,39 Euro Das Beste kommt zum Schluss Drama Zwischen dem Milliardär Edward Cole und dem hochgebildeten Mechaniker Carter Chambers liegen Welten. Am Scheideweg ihres Lebens teilen sie sich jedoch zufällig dasselbe Zimmer auf der Krebsstation im Krankenhaus und entdecken dabei, dass sie zwei Dinge gemeinsam haben. Sie wünschen sich, die letzten zwölf Monate, bevor sie „den Löffel abgeben müssen“, so zu verbringen, wie sie es sich wünschen. Zudem wollen sie endlich herausfinden, wer sie eigentlich sind. Sie schreiben eine Liste mit Wünschen und gehen daran, diese in die Tat umzusetzen. Film von 2007, 93 Minuten. DVD 6,99, Blu-ray 8,84 Euro Iris Drama Die gefeierte Literatin Iris Murdoch und Literaturkritiker John Bayley sind trotz Auf und Ab ein Paar geblieben. Iris hat von Anfang an das Sagen in der Beziehung. Bis zu einem schicksalhaften Tag im Jahr 1997, als die Ärzte Alzheimer diagnostizieren. Doch John ist nicht bereit, die Liebe seines Lebens kampflos aufzugeben. Drama von 2001, 87 Minuten. DVD 19,97 Euro. Shalom Italia Dokumentation Erzählt wird die Geschichte dreier jüdischer Brüder aus Italien, die sich auf die Suche nach jener Höhle in den toskanischen Wäldern begeben, in der sie sich als Kinder vor den Nazis versteckten. Dokumentation von 2016, 71 Minuten, DVD 14,91 Euro Jetzt oder nie – Zeit ist Geld! Komödie Carla (80), Lilli (76) und Meta (74) sind trotz ihres Alters äußerst pfiffig und rüstig. Um ihre bescheidene Rente aufzubessern, lassen sie sich auch von Gesetzen nicht irritieren. Ihr Ziel ist eine gemeinsame Seereise. Schwarze Komödie von 2000, 92 Minuten, DVD 19,99 Euro Die schönen Tage Drama An der französischen Kanalküste lebt die Zahnärztin Caroline (Fanny Ardant), die ihren Beruf aus Altersgründen aufgibt. Ihre Töchter schenken ihr eine Schnupperstunde im Senioren-Freizeitklub „Die schönen Tage“. Im Computerkurs verliebt sich Caroline in den jungen Kursleiter, der schon seit seiner Jungenzeit für sie schwärmt. Sie spürt die Flamme der Leidenschaft in sich auflodern. Obwohl sie verheiratet ist, lässt sie sich auf eine Liebesaffäre mit dem jungen Mann ein. Drama von 2013. 91 Minuten, DVD 7,99 Euro, Blu-ray 8,99 Euro. Liebe Drama Die Klavierlehrerin Anne (Emmanuelle Riva) und der Musikwissenschaftler Georges (Jean-Louis Trintignant) sind einander nach vielen Ehejahren in tiefer Liebe verbunden. Ihr Leben ändert sich jäh, als Anne nach einem Schlaganfall im Rollstuhl landet und zum Pflegefall wird. Der gebrechliche Georges pflegt seine große Liebe aufopferungsvoll, doch er kommt an seine Grenzen. Einfühlsames Drama von Michael Haneke, 2012, 122 Minuten, DVD 4,99 Euro

FREITAG, 31. MAI 2019 SEITE 13 Zwischen den Beeten Ein Platz auf dem grünen Teppich Die Frage „Manfred, was kannst du selber machen“ begleitet Herrn Schmidt aus Malchin schon das ganze Leben. Sie hält ihn auf Trab, egal ob es um die Gartensparte „Sonnenschein“ und den Klimawandel geht, um die Nachwirkungen des Septembers 2015 oder den ersten Rhabarber des Frühjahrs. Von Marlis Tautz Malchin. Die schmiedeeiserne Tür öffnet sich. Ein Quietschen würde jetzt gut ins Drehbuch passen. Doch es bleibt aus. Der Pforte wird keine Schwäche gestattet, sie ist tadellos in Schuss. Etwas anderes würde auch nicht recht passen zu Manfred Schmidt, nicht zu seinem Gartentor, nicht zu seiner Gartensparte und auch sonst nicht. Der Mann aus Malchin, Jahrgang 1940, packt nicht an, um halbe Sachen abzuliefern. „Wenn ich eine Aufgabe übernehme, sitze ich nicht nur so dabei und halte den Bleistift fest, sondern tu etwas“, sagt er. „Was ich gar nicht ab kann, das ist diese Alles-Mist-Stimmung, klagen und rummeckern, ohne Verantwortung zu übernehmen. Ich frage lieber: Manfred, was kannst du selbst machen.“ So hat er es schon immer gehalten. Zum Beispiel damals, als seine beiden Töchter zur Schule gingen und er ins Elternaktiv – wie der Klassenelternrat seinerzeit hieß – gewählt wurde. Auch als Ende 2015 immer mehr geflüchtete Menschen in seiner Nachbarschaft untergebracht wurden, wollte er einen Beitrag leisten. Er hospitierte im Deutschkurs, und nachdem er gesehen hatte, dass es dort zunächst nur um erste einfache deutsche Begriffe ging, fasste er Mut und bot er sich als Aushilfslehrer an. Dass seine Hilfe dort letztlich nicht gefordert wurde, dürfte vor allem seinem Terminkalender gut getan haben. Denn eines wird schnell klar: Für einen Mann, der langsam aber sicher auf die 80 zusteuert, hat Manfred Schmidt ziemlich viel auf dem Zettel. Er singt im Männerchor „Peenekosaken“, wo er gleich noch im Vorstand mitarbeitet; er engagiert sich im Leserbeirat seiner Heimatzeitung Nordkurier; und nicht zuletzt ringt er seit 2009 als Vorsitzender des Kleingartenvereins „Sonnenschein“ um die Zukunft des Gartenwesens in Malchin. Hinzu kommt dreimal die Woche ein 40-minütiges Heimtrainingsprogramm, um körperlich in Form zu bleiben. Für die geistige Fitness wiederum liest und debattiert er bei jeder Gelegenheit und mit Feuereifer über die großen Fragen der Zeit. „Ich bin ein glühender Europäer.“ Und: „Wenn ich nicht schon so lange Marxist wäre, würde Manfred Schmidt aus Malchin blickt über den eigenen Gartenzaun hinaus und engagiert sich für die Zukunft der Sparte „Sonnenschein“. Die erste Ernte des Jahres: Rhabarber Fotos (3): Marlis TauTZ Hanteltraining, damit er auch morgen noch zupacken kann. ich es angesichts der Verhältnisse heute werden.“ So viel vorweg. Am Vereinshaus lacht die Sonne gleich doppelt An diesem sonnigen Frühlingstag um die Mittagszeit ist Manfred Schmidt in der Gartenanlage unterwegs. Erste Station: das Vereinshaus, zwei lachende Sonnen an der hellgelben Fassade, ein Stück Rasen drum herum, dazu Schaukel und Spielgerät für Kinder. 2010 haben die Gartenfreunde in die Hände gespuckt und die einstige Verkaufsstelle der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft (BHG) aus DDR-Zeiten, die zwischenzeitlich auch mal Gartenlaube war, ausund umgebaut. 7500 Euro Förderung steuerte das Land bei. Manfred Schmidt hängt einen Wechselrahmen zurück an die Wand im Gruppenraum. Er hat die Fotos ausgetauscht. Auf der jüngsten Mitgliederversammlung wurden wieder einmal Vereinsfreunde ausgezeichnet, die seit 50 Jahren dabei sind und solche, die erfolgreich geerntet haben. Ein kleiner Tresen, ein Büro und Geschirr für 35 Personen – das Vereinshaus ist beliebter Ort für Spartenund Familienfeste. Im Schmidtschen Garten zieht sich ein Rasenteppich über den Hauptweg. Keine Steinplatten, stattdessen so viel Natur wie möglich, wie der Gärtner erklärt. Seit 1981 bewirtschaftet er mit seiner Frau die Parzelle. Mit Blick auf den Klimawandel, auf Vögel und Insekten ist ihm jede Pflanze wichtig. In der Sparte „Sonnenschein“ gibt es um die 100 Gärten von jeweils gut 500 Quadratmetern. „Wir leisten einen Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Manfred Schmidt. „Ich habe mal nachgerechnet: Bei 54 000 Quadratmetern Gartengrün verwandeln wir im Jahr 1000 Tonnen Kohlendioxid in Sauerstoff.“ Mit seinem Vereinsvorstand stemmt er sich gegen den Trend, dass immer mehr Gärten verlassen werden. Noch bestehen sechs Sparten in Malchin. „Wir hatten mal 11 000 Einwohner, heute sind es noch 6500, da muss man sich über Angebot und Nachfrage Gedanken machen.“ Im Verein „Sonnenschein“ haben sie 2015 eine Rückbaukonzeption über zehn Jahre beschlossen. Jedes Mitglied zahlt pro Jahr zehn Euro in einen Fonds, der mögliche Rückbaukosten auffangen soll. Außerdem sind Neuerungen willkommen: Zwei Gärten haben sie in Streuobstwiesen verwandelt. Auf einer Parzelle hat ein Imker seine Bienenvölker platziert, eine andere wurde gevierteilt, sodass Gartenneulinge dort ein Beet zum Probegärtnern bekommen. Einen Garten nutzt der Verein gemeinschaftlich für alle, die größere Gerätschaften unterstellen oder Kompost loswerden wollen. „Einen Garten haben wir einem afghanisch-ukrainischen Paar angeboten“, sagt der Spartenchef. Schließlich wollen aktuell auch noch fünf junge Männer ein Stück Land pachten. „Unsere Boygroup. Mal sehen, was draus wird!“ Mit Empfehlung zum Kompott-Kochen Als sich die Stippvisite im Garten dem Ende zuneigt, ist sie wieder da, die Frage, was Manfred Schmidt noch tun könnte. Flugs zieht er zwei Dutzend Rhabarberstangen aus der Erde, befreit sie von ihren Blättern und überreicht sie dem Gast mit besten Empfehlungen fürs Kompott-Kochen. „Es hat mich gefreut“, sagt er. Mit jüngeren Leuten zu sprechen, sei ihm stets ein Vergnügen. Das gilt für seinen Enkel, der in Berlin Jura studiert, ebenso wie für Kollegen im Spartenvorstand oder eben den Besuch von der Zeitung. „Die Alten sind mir zu oft die Bedenkenträger“, begründet er. „Die wissen immer alles schon, und wenn sie etwas sagen, dann muss es genau so und darf kein bisschen anders sein.“ Nicht sein Ding. Sagt‘s und schließt das Gartentor sorgfältig zu. Kontakt zur Autorin m.tautz@nordkurier.de Beim Gärtnern ist der Osten vorn Die Menschen im Osten Deutschlands sind Garten- Champions. Das zeigt eine Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Demnach sank die Zahl der Kleingärten seit 2012 um rund 25 000 auf derzeit 960000 bundesweit. Im Vergleich mit den westdeutschen Flächenländern liegt deutlich mehr als die Hälfte der Gärten, rund eine halbe Million, im Osten – „bei einem Bevölkerungsanteil von nur 15 Prozent“, wie es in der Studie heißt. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes hat Mecklenburg-Vorpommern mit mehr als vier Parzellen pro 100 Einwohner eine sehr hohe Gartendichte. In Brandenburg ist sie mit zwei bis drei Gärten auf 100 Menschen hoch. mart Fotos: © corund - STock.adobe.com

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