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Lehrstellenkurier

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Seite 16 Lehrstellen

Seite 16 Lehrstellen Kurier Freitag, 26. Januar 2018 Zwischen Frust und Top-Chancen Rein rechnerisch ist alles ziemlich prima auf dem Lehrstellenmarkt: Da sollte jeder Bewerber unterkommen. Gute Aussichten bei der Ausbildung, jubeln Politiker und haben damit nicht unrecht. Doch so einfach läuft es eben nicht für jeden Jugendlichen. Werner Herpell erklärt, warum nicht alle eine Ausbildung finden. So viele Ausbildungsplätze – und trotzdem findet nicht jeder einen? FOTO: FRANZISKA GABBERT Stagnation nach Absturz: Die Gesamtzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist weitgehend konstant – sie sank 2016 nur leicht, von gut 522 000 auf 520 300. Allerdings wurden fünf Jahre davor noch mehr als 569 000 Lehrstellen besiegelt. Allein zwischen 2012 und 2013 gingen 22 000 Vertragsabschlüsse verloren. Eine Erklärung: die demografische Entwicklung mit weniger Jugendlichen in Deutschland, aber auch der Trend zum Studium. Zum Vergleich: Im Wintersemester 2016 starteten 508 000 Menschen in ihr erstes Hochschulsemester. „Passungsprobleme“ bleiben: Die Schere zwischen unbesetzten Lehrstellen und unversorgten Bewerbern ist weiterhin eine zentrale Herausforderung. Es „passt“ beispielsweise nicht, wenn Jugendliche mit ihren Abschlüssen nicht den Ansprüchen der Firmen genügen oder wenn sie nicht mobil genug sind. Mehr Abiturienten in Ausbildung: Die Quote der Azubis mit Studienberechtigung ist seit 2009 von gut 20 auf zuletzt knapp 28 Prozent geklettert. 2016 gab es im dualen System also erstmals mehr Studienberechtigte als junge Menschen mit Hauptschulabschluss (26,7 Prozent), hebt der DGB hervor. Dass Abiturienten die betriebliche Lehre meiden und lieber an die Uni gehen, ist nicht mehr in Stein gemeißelt. Die Kehrseite: Jugendliche mit hohem Schulabschluss nehmen vor allem Hauptschülern Ausbildungsplätze weg. Nicht jeder Betrieb bildet aus: Der „Bestandsverlust“ sei auf Kleinstbetriebe mit weniger als zehn Beschäftigten und Start-ups zurückzuführen. Allerdings ist derzeit nur gut die Hälfte der Betriebe tatsächlich ausbildungsberechtigt. Arbeitgeber-Frust: Nach Zahlen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) stieg die Zahl der Lehrstellenangebote bei der Bundesagentur – die Arbeitgeber täten also einiges. Der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks erklärt, dass immer mehr Firmen ihre Ausbildungsplätze über Jahre nicht besetzen könnten und dann „unfreiwillig aus der Statistik der Ausbildungsbetriebe“ herausfielen – vor allem kleine Firmen in ländlichen Regionen. Ohne Abschluss: Gut 1,2 Millionen Menschen zwischen 20 und 29 Jahren haben in Deutschland keinerlei abgeschlossene Lehre und befinden sich auch nicht in Schule oder Studium – 13 Prozent der Altersgruppe. Bezogen auf die 20- bis 34-Jährigen ohne Berufsabschluss lag die Quote sogar bei 13,4 Prozent – betroffen waren 1,95 Millionen junge Leute. „Unter dem Strich bleiben pro Jahrgang mehr als 120 000 Jugendliche ohne Ausbildung“, sagt die stellvertretende DGB-Chefin Elke Hannack. In der Warteschleife: Nach Rückgängen im sogenannten Übergangsbereich zwischen 2005 (gut 417 000) und 2014 (fast 253 000) gab es hier zuletzt eine Trendumkehr. 2016 begannen fast 300 000 junge Menschen (plus 12,2 Prozent) ein Programm, um sich überhaupt erst einmal für einen Ausbildungsplatz fit zu machen. „Der Anstieg ist im wesentlichen auf Integrationsmaßnahmen für junge Geflüchtete zurückzuführen“, heißt es dazu von Experten. Anzeige Wir bilden aus! Facharbeiter Hochbau (Maurer oder Stahlbetonbauer) Facharbeiter Tiefbau (Kanal- oder Straßenbauer) nordkurier.de Ihr (Enkel-) Kind ist der Star Wunderbare Kinderlieder auf einer einzigartigen CD. 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Freitag, 26. Januar 2018 Lehrstellen Kurier Seite 17 FOTO: © MARKUS MAINKA - FOTOLIA.COM Von Pauline Sickmann BONN. „Du willst Germanistik studieren? Damit wirst du doch höchstens Taxifahrerin.“ Oder: „Altenpfleger? Super, da kannst du dich bestimmt vor Angeboten nicht retten.“ Solche oder ähnliche Sätze bekommen viele angehende Azubis und Studenten zu hören. Bis zum Ende des Schuljahres sind es zwar noch einige Monate. Doch vielen jungen Leuten stellt sich schon jetzt die Frage: Wie mache ich nach der Schule weiter? Und bekomme ich damit einen Job? Mancher kommt da vielleicht auf die Idee, gezielt in die Branchen zu gehen, die händeringend Verstärkung suchen. „Die Frage nach dem Fachkräftemangel spielt bei Jugendlichen schon eine Rolle“, sagt Paul Ebsen von der Bundesagentur für Arbeit. „Für junge Leute ist wichtig: Wo lohnt es sich für mich überhaupt, eine Bewerbung hinzuschicken?“ Wie sich der Arbeitsmarkt in Zukunft verändert, hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) zusammen mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Was bei der Berufswahl wirklich zählt Vom Altenpfleger bis zum Ingenieur: Glaubt man Studien und Prognosen, droht in vielen Branchen fehlen Fachkräfte. Eine Arbeitsplatzgarantie ist das aber nicht, sagen Experten – und warnen sogar davor, diesen Mangel für die eigene Karriereplanung zu nutzen. (IAB) untersucht. Laut der Studie wird es im Jahr 2035 die größte Arbeitskräftelücke in den Pflege- und Gesundheitsberufen geben, erklärt Klaus Weber vom BIBB. „Ein deutliches Überangebot an Fachkräften wird dagegen insbesondere für Büroberufe und im Personalwesen angenommen.“ Jugendliche sollten sich bei der Berufswahl aber nicht auf solche Hochrechnungen verlassen, sagt Britta Matthes. Sie leitet die Forschungsgruppe Berufliche Arbeitsmärkte am IAB. Natürlich verändere sich der Arbeitsmarkt mit der Gesellschaft. Da diese immer älter wird, braucht man in Zukunft zum Beispiel mehr Pflegekräfte. Dabei gibt es nur ein Problem: „Diese Arbeitsplätze müssen aber auch finanziert werden.“ Ob sie also wirklich entstehen, ist noch unklar. Der Bedarf an Arbeitskräften sei wegen solcher Ungewissheiten praktisch in keiner Branche vorhersehbar: „IT-Berufe sind in Zukunft sicher zunehmend wichtig, aber daraus kann man nicht schließen, dass man in einem IT-Beruf vor Arbeitslosigkeit geschützt sein wird.“ Beispiel Digitalisierung: Laut des Fortschrittsberichts 2017 zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung ist damit zu rechnen, dass in den kommenden 10 bis 20 Jahren ungefähr 12 bis 15 Prozent aller Tätigkeiten, die heute noch von Menschen ausgeführt werden, durch Computer erledigt werden können. Das betrifft vor allem Arbeitsplätze im Einzelhandel, im Papier- und Druckgewerbe sowie in der öffentlichen Verwaltung. Welche das genau sind, weiß aber noch niemand: Technischer Fortschritt ist schließlich nicht planbar. Blick in die Kristallkugel ist nicht das Wichtigste Auch für Klaus Weber geht es bei der Berufswahl um andere Faktoren als um den Blick in die Kristallkugel. „Als erstes ist es wichtig zu wissen, wo die eigenen Stärken und Interessen liegen.“ Wenn jemand für eine bestimmte Fachrichtung brennt und das auch vermitteln kann, sei es einfacher, dort einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Außerdem steige durch große Motivation die Chance auf einen guten Abschluss. „Als zweites ist es unverzichtbar, sich über die Inhalte der angestrebten Ausbildung oder des Studiums zu informieren“, sagt Weber. Das zeige zum Beispiel die Erfahrung mit Ausbildungsabbrüchen: Nicht selten seien falsche Vorstellungen vom Arbeitsplatz der Grund dafür. Wer seinen Beruf nach Mangel wählt, läuft außerdem Gefahr, in einen sogenannten Schweinezyklus zu geraten. „In den 1960er und 1970er Jahren herrschte zum Beispiel akuter Lehrermangel, weil die geburtenstarken Jahrgänge zur Schule kamen und gleichzeitig der Anteil der Kinder stieg, die auf ein Gymnasium gingen“, erklärt Britta Matthes das Phänomen. „Deshalb entschieden sich damals viele junge Leute dafür, Lehrer zu werden.“ Doch schon Ende der 1970er Jahre drehte sich das Blatt, und viele Lehrer fanden keine Stelle. „Heute besteht wieder die Gefahr eines Lehrermangels“, sagt Matthes. Jedoch sei nicht absehbar, ob nach fünf bis sechs Jahren Lehramtsstudium noch ein Mangel oder schon eine Sättigung auf dem Lehrerarbeitsmarkt herrschen wird, so die Expertin. Sie rät angehenden Auszubildenden und Studierenden deshalb, sich zu fragen: Welche Tätigkeit kann ich engagiert ausführen? Was will ich individuell erreichen? In dem gewählten Bereich könne man sich dann durchaus an aktuellen Entwicklungen orientieren. NBS NBN AZ AZD HZ PAZ DZ MZ SZS MST MSM PZ TZ

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