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Seite 20 Lehrstellen

Seite 20 Lehrstellen Kurier Freitag, 27. Januar 2017 Flößer sind zum Beispiel noch auf der Weser unterwegs. FOTO: SWEN PFÖRTNER Vergessene Berufe im Norden Handwerk ist oft teurer als industrielle Fertigung. Doch alte Fertigkeiten zu erhalten, lohnt sich. Wegen der Qualität. Und weil manch alte Technik heute wieder die bessere Lösung bietet, wie Marie-Luise Braun erläutert. Seile sind nicht nur auf Schiffen gefragt. FOTO: HOLGER HOLLEMANN Zur Rübenernte kommt der Schmutzschätzer. FOTO: FRISO GENTSCH Böttcher stellen Holzfässer für die Getränkelagerung her. Woanders heißt der Beruf auch Binder oder Fassküfer. FOTO: RONALD WITTEK Flößer Anzeige Kraft und Fingerspitzengefühl waren vom Flößer gefragt, wenn er Baumstämme durch Flüsse oder Bäche manövrierte. In Sägereien, Köhlereien, Glasfabriken, Werften oder auf Holzplätzen wurden die Stämme weiter verarbeitet oder als Brennholz genutzt. Die Flößerei prägte seit dem Mittelalter viele Lebensbereiche, 2014 nahm die Unesco sie in die Liste des Immateriellen Kulturerbes auf. Gewerblich wurde zuletzt Anfang der 1980er Jahre in Brandenburg geflößt. Heute wird die Flößerei in Deutschland nur noch in Museen oder als Touristen-Attraktion betrieben, etwa vom Heimatverein in Winsen/Aller. „Die Flößerei gehört zur Geschichte vieler Orte dazu. Kinder sollten erleben können, wie ihre Vorfahren gelebt haben“, sagt Hans-Walter Keweloh, Vorsitzender der Deutschen Flößerei-Vereinigung mit Sitz in Bremerhaven. Da überfüllte Straßen den modernen Verkehr aber ins Stocken bringen, wird die Flößerei wirtschaftlich wieder interessant, meint Keweloh: „Zum Beispiel beim Transport von Flügeln für Windenergie-Anlagen.“ Für den Transport an Land müssten Straßen gesperrt werden, auf dem Wasser sei das hingegen nicht notwendig. Um Flößerei heute wirtschaftlich betreiben zu können, müssten Flöße allerdings moderner gebaut werden, sagt Keweloh: „Die Technik des Flößens aber wäre dieselbe.“ Seiler Absperrseile, Handläufe, Drahtseile, Taue für Gartenbedarf, Seile für Spiel und Sport: Wer bei Seilen nur an Schiffsbedarf denkt, liegt falsch. Auch hier hat die Industrie die Produktion weitgehend übernommen. Vereinzelt gibt es im Norden noch Seiler, in Bremen etwa ist einer registriert, in Hamburg vier. Einer von ihnen ist Peter Lohmann, dessen Familie seit 1752 eine Seilerei betreibt. Lohmann hebt die besondere Qualität handwerklich produzierter Seile und Taue hervor: Seine Reeperbahn, an der sie hergestellt werden, sei 300 Meter lang. So könne gleichmäßig gedreht werden und eine bessere Qualität entstehe. In der Industrie hingegen werde das Seil beim Drehen mehrfach umgelenkt. Hanfseile werden bis heute im Bühnenbau verwendet, weil das Material schwer entflammbar ist. Kunststoff wird im Schiffssport genutzt, weil er kein Wasser aufsaugt. Dass dennoch vor allem auf Industrieware gesetzt wird, zeigt die Entwicklung in Niedersachsen: Hier gab es laut Handwerkskammer im Jahr 1962 noch 80 Seiler-Betriebe, 2015 nur noch neun. Lehrlinge gibt es nicht mehr. Böttcher Ohne sie wäre der Genuss von Bier, Schnaps und Wein früher kaum möglich gewesen: Böttcher bauen Holzfässer für die Getränkelagerung. Zudem stellen sie Bottiche, Kübel, Eimer und Ziergefäße her. Der Beruf hat viele regional unterschiedliche Bezeichnungen wie Fassküfer, Binder oder Bender. Die Handwerker waren meist in der Nähe des Marktes ansässig, oft in der Böttcherstraße. Bis heute werden die Handwerker nach ihrer dreijährigen Ausbildung in Böttchereien, im Weinbau und in Unternehmen der Keltertechnik beschäftigt, zumeist im Süden der Republik. Doch auch dort geht der Bedarf seit den 1960er Jahren kontinuierlich zurück. So gab es in Niedersachsen damals noch 133 Betriebe, heute sind es nur noch zwei. In Bremen ist nur noch ein Böttcher vermerkt. Schmutzschätzer Wenn im Herbst die Ernte der Zuckerrüben ansteht, beginnt sein Einsatz: Der Schmutzschätzer prüft, wie viel Ackerboden nach der Ernte noch an den Rüben haftet, bevor sie zu Sirup werden. Kommen die Traktoren vom Feld, werden sie samt Anhänger zunächst komplett gewogen. Bevor die Ladung verarbeitet wird, kommt der Schmutzschätzer mit seiner Erfahrung zum Einsatz. Er schätzt und notiert die Menge Erde und Rübenkraut, die noch an den Früchten hängt. Die wird prozentual vom Gesamtgewicht abgezogen – denn dafür möchte die Zuckerfabrik den Landwirt nicht entlohnen. Anschließend werden die Früchte gereinigt, zerteilt und eingekocht. Etwa 13 Stunden dauert es, bis dann der Sirup entstanden ist. Im Einsatz sind Schmutzschätzer heute vor allem noch im Rheinland. Wie viele es von ihnen noch im Norden gibt, ist nicht bekannt, denn Schmutzschätzer ist kein Handwerksberuf im Sinne der Handwerksrolle. NBS NBN PZ TZ AZ AZD HZ PAZ DZ MZ MST MSM SZS

Freitag, 27. Januar 2017 Lehrstellen Kurier Seite 21 Seltene Berufe Feuerwehrleute müssen viele Tests bestehen Von Verena Wolff Sie wissen nie, wie ihr nächster Einsatz aussieht – das ist das Spannende und gleichzeitig Anstrengende an diesem Beruf. FLENSBURG. Wenn Lars Wanger mit seiner aktuellen Ausbildung fertig ist, hat er gleich drei Berufe gelernt – und ist darin fit: Industriemechaniker, Rettungssanitäter und Feuerwehrmann. Und Beamter ist er noch dazu. Zwar erst einmal auf Widerruf, aber nur, bis er sich drei Jahre lang als Berufsfeuerwehrmann etabliert hat. Denn in den meisten deutschen Bundesländern gilt: Wer zur Feuerwehr will, muss einen handwerklich-technischen Beruf gelernt haben. Sonst Stuckateure sorgen nicht nur für Zierrat Von Nikolas Golsch Auf der Baustelle machen Stuckateure harte Arbeit. Trotzdem brauchen sie Fingerspitzengefühl. DÜSSELDORF. David Reingen hat einen Beruf erlernt, der sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt hat – vielleicht so stark wie kaum ein anderer handwerklicher Beruf. Der Düsseldorfer hat jüngst seine Ausbildung zum Stuckateur abgeschlossen. Früher waren die Fachleute vor allem für filigrane Stuckarbeiten an Decken von Räumen und Fassaden von Gebäuden zuständig. Heute ist das jedoch nur noch ein Teilbereich des Jobs. „Der Schwerpunkt liegt klar auf Trockenbauarbeiten, Altbausanierungen und Restaurierungsarbeiten“, erklärt Wolfram Kümmel vom Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade Baden- Württemberg. Sobald der Rohbau eines Gebäudes steht und die Elektronik installiert ist, legen Stuckateure Hand an. Sie ziehen Wände hoch, hängen Decken ab und verputzen Vorbereiten für den Einsatz: Vor Dienstbeginn holt Lars Wanger seinen Schutzanzug aus der Kleiderkammer. FOTO: B. NOLTE Außenfassaden. Auch Estrich zu legen, fällt in ihren Arbeitsbereich. „Stuckateure beherrschen ein Generalhandwerk“, sagt Kümmel. „Wir sind dafür zuständig, aus einem Rohbau ein bewohnbares Zuhause zu schaffen.“ Der Wandel des Berufs hat viele Gründe. „In modernen Gebäuden wird immer weniger Stuck verbaut, das ist mittlerweile eher etwas für Liebhaber“, erklärt Daniel Schreiber vom Bundesinstitut für Berufsbildung. Außerdem legten immer mehr Heimwerker beim Thema Stuck selber Hand an. Trotzdem – das Herstellen und Anbringen von Stuckelementen ist weiter Bestandteil des Berufes. Handwerklich werden Azubis breit ausgebildet. „Im ersten Lehrjahr ist die Ausbildung zum Stuckateur identisch mit der eines Fliesenlegers, Maurers oder Zimmermannes“, erklärt Schreiber. Erst in den letzten beiden Jahren der dreijährigen Ausbildung spezialisieren sich die Azubis. Diese zuerst allgemein gehaltene handwerkliche Ausbildung ermögliche später einfache Wechsel zwischen den Berufen. wird er nicht zum strengen und vielstufigen Auswahlverfahren zugelassen. Zwar war der 23 Jahre alte Wanger nie bei der Freiwilligen Feuerwehr. „Doch die Feuerwehr hat bei mir schon lange eine Rolle gespielt“, sagt er. Er entschied sich nach der mittleren Reife, sich als Industriemechaniker ausbilden zu lassen – außerdem hat er seine Fachhochschulreife nachgeholt. Dann ging die Vorbereitung für den Einstellungstest los: Erst wer Anzeige einen Wissens- und Stresstest besteht, die Sportprüfung erfolgreich absolviert und schließlich auch noch sein handwerkliches Geschick unter Beweis stellen kann, wird zum Vorstellungsgespräch eingeladen. „Und dann kommt es noch auf den Amtsarzt an“, sagt Rainer Blaas, der in Flensburg für die Ausbildung des Nachwuchses zuständig ist. Denn der muss nach einer gründlichen Untersuchung sein Okay geben. Eine Brille ist heute kein Hinderungsgrund, zur Feuerwehr zu gehen, sagt Blaas. Manche Feuerwehren verlangen eine Mindestkörpergröße, der Body-Mass-Index muss stimmen. Das Bewerbungsverfahren ist in allen 16 Bundesländern ähnlich – aber damit haben sich die Gemeinsamkeiten auch schon, sagt Arno Dick. Er ist der Bundesfachgruppenleiter Feuerwehr bei der Gewerkschaft Verdi in Berlin. „In jedem Bundesland ist die Ausbildung unterschiedlich.“ Das beginnt damit, dass sie zwischen sechs und 24 Monaten dauert. Auch der Abschluss variiert. Lars Wanger hat das erste halbe Jahr im Feuerwehrinternat verbracht, wie die Landesfeuerwehrschule genannt wird. Dort hatte er die Möglichkeit, zahlreiche Notfallsituationen zu simulieren. Nach Einsätzen in der Wache, Seminaren und einem Praktikum im Krankenhaus ist Wanger nach zwei Jahren Brandmeister. Die Beamten können über verschiedene Wege aufsteigen, wenn sie sich bewährt haben oder noch einmal die Schulbank drücken. In die Führungspositionen kommen in der Regel eher Leute, die ein technisches Studium absolviert haben. Der Wechsel zwischen den Bundesländern ist kein Problem, sagt Arno Dick. „Feuerwehrleute werden derzeit händeringend gesucht.“ Alternative zur Kommune als Arbeitgeber ist die Bundeswehr, die eine eigene Feuerwehr hat und die Werkfeuerwehren in großen Betrieben. Wichtig bei der Bewerbung ist vor allem Teamfähigkeit. „Die Feuerwehrleute verbringen in ihren Schichten viel Zeit auf der Wache, das ist fast wie eine Familie“, sagt Dick. „Das geht nicht, wenn man ein Eigenbrötler ist.“ Lösungen Bewerbungstest S. 18/19 Mathematik 1. a) 55 051; b) 54 850; c) 3 929 144; d) 36 2. a) 5 3/ 4 ; b) 1 1/ 4 3. a) 0,20; b) 3,5; c) 0,0021; d) 187,67 4. a) 7,5 Prozent; b) 200 Euro 5. a) 7; b) 40 Doppelzentner 6. a) 110 Meter/700 Quadratmeter b) 630 Kubikzentimeter 7. a) 12 Stunden; b) 53 Gramm 8. a) x = 2; b) x = 20 Deutsch 1d; 2c; 3b; 4c; 5e Allgemeinwissen 1. Bundesversammlung; 2. New York; 3. Zins; 4. Eine Geldentwertung; 5. 1939–1945; 6. Mittelmeer; 7. Nil; 8. Albert Einstein; 9. USA; 10. Pablo Picasso Geistige Fähigkeiten 1d; 2b; 3a; 4b; 5d; 6: 3 Fehler; 7d; 8c; 9d; 10: 46, 52; 11: 20, 23; 12: 92, 184 NBS NBN PZ TZ AZ AZD HZ PAZ DZ MZ MST MSM SZS

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