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Goldene Jahre_Mecklenburgische Seenplatte

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Ratgeber 4. Lebensphase

Ratgeber 4. Lebensphase Noch weiß der englische Tourist, der voller Freude das volle Leben fotografiert, nicht, was ihm gleich blüht: Die Dame vorn rechts wird ihn lautstark von seinem Sitzplatz hochlüften... Blick durch ein Loch in einem uralten Olivenbaum auf der Festung Castelo de Sao Jorge: links unten der Elevator de Santa Justa, ein Fahrstuhl, den ein Eiffel-Schüler baute. Das sollte man unbedingt unternehmen: ein Ausflug mit der historischen Straßenbahn der Linie 28. Vorsicht: die Wagen sind ständig zum Bersten überfüllt. FOTOS (3): HARTMUT NIESWANDT

Ratgeber 4. Lebensphase Seite 7 Durch Lissabon „gebimmelt“ Schön und ein bisschen gefährlich: Stadtrundfahrt mit der uralten Straßenbahn Die ältere Dame schimpft laut auf den jungen Mann, einem englischen Touristen, der ganz vorn in der Straßenbahn sitzt. Schließlich droht sie ihm mit dem Krückstock - bis er aufspringt und sich durch die überfüllte Tram nach hinten drängelt. Weil er begriffen hat, dass die Plätze ganz vorn in der Bahn Alten und Behinderten vorbehalten sind. Damit er das versteht, wurde die alte Lissabonerin ziemlich unfreundlich. Sehr ungewöhnlich, denn ansonsten sind die Hauptstädter nett und herzlich. Auch, wenn die Straßenbahnen keinen Fahrplan haben und meist überfüllt sind – eine Tour mit der Linie 28 ist eine hochinteressante Stadtrundfahrt durch das alte Lissabon. Die 28 „streift“ nicht nur einen Großteil der Sehenswürdigkeit, in ihr erlebt der Tourist den Alltag eins zu eins. Drinnen wie draußen, denn die Scheiben sind weit offen. Tipp: mit der U-Bahn der Linha Verde (Grüne Linie) bis zur Station Martim Moniz fahren. Dort startet die Tram-Linie 28 und man bekommt einen Sitzplatz. Aber bitte nicht ganz vorn – dann droht der Krückstock... Lissabon oder Lisboa (Lischboa, wie die Portugiesen sagen) hat von allem ein bisschen mehr, als der Mitteleuropäer denken mag. Es ist kein Städtchen „ganz unten“ irgendwo am Atlantik, sondern eine Metropole mit 3,2 Millionen Einwohnern (Berlin hat 3,4 Millionen) am Tejo. Der Tejo ist ein mächtiger Strom, über den die Ozeanriesen bis zur Stadt fahren können. Aber Lissabon ist von der Fläche her viel kleiner als Berlin. Und wenn man am Tejo im Berufsverkehr befürchtet, zermalmt zu werden und an die geradezu Im Kreuzfahrthafen liegen meist zwei oder drei riesige Schiffe – das macht 15 000 Touristen mehr, die sich in Lissabon tummeln. FOTO: HARTMUT NIESWANDT gemütlichen Zustände in der deutschen Hauptstadt denkt: In Lissabon ist man Urlauber und kann sich das alles einmal ohne Zeit- und Termindruck ansehen. Lissabon, um 1500 eine der glanzvollsten Hafen- und Königsstädte der Welt, ist uralt, schon die Phönizier ließen sich hier nieder (um 1000 vor der Zeitrechnung). Und dennoch musste die Stadt nach dem 1. November 1755 vollkommen neu aufgebaut werden, dieser Tag ist der grauenvollste in der Geschichte der Stadt. Ein gewaltiges Erdbeben, geschätzte 8,5 bis 9,0 Punkte auf der Richterskala, zerstörte 85 Prozent Lissabons. 30 000 bis 100 000 der 275 000 Einwohner kamen durch das Beben, das anschließende Großfeuer und den vom Beben ausgelösten Tsunami um. Viele Menschen rannten beim Beben in Panik zum Hafen, als dort 20 Minuten später die 15 Meter hohe Riesenwelle über 20 000 Menschen zusammenschlug. So furchtbar das alles war – die Lissaboner bauten eine schöne und attraktive neue Stadt auf, heute am besten zu bewundern in der Baixa, der unteren Altstadt. Ein exzellentes Beispiel für den Städtebau des 18. Jahrhunderts: schnurgerade Straßen, ein riesiger Hauptplatz, Wohnhäuser mit klaren Linien und den weltberühmten portugiesischen Azulejo-Kacheln. Dieses Flächendenkmal kann man sich bequem vom berühmtesten Platz, dem Rossio, aus erwandern. Wer nicht laufen mag, hat bequemere Möglichkeiten, um in der hügeligen Stadtlandschaft voranzukommen. Zum Beispiel mit dem „Elevador de Santa Justa“, einem ganz besonderen Fahrstuhl an der Rua Aurea, der die Unterstadt (Baixa) mit der Oberstadt (Chiado) verbindet. Dieses technische Meisterwerk von 1902 ist 45 Meter hoch und wurde vom Eiffel-Schüler Paul Mesner gebaut. Tipp: gleich um 9 Uhr damit fahren, dann stehen dort noch keine Schlangen. Beliebt sind auch die drei von 1884 bis 1892 eröffneten Standseilbahnen. Allein sie in Funktion zu sehen, ist schon eine Sehenswürdigkeit. Ganz bequem lassen sich so 43 bis 48 Meter Höhenunterschied überwinden. Die Museumslandschaft ist überwältigend. Im Internet oder im Reiseführer kann sich Jeder heraussuchen, was ihn interessiert. Tipp: Wer einmal das phantastische und geradezu beängstigende Gemälde „Versuchungen des heiligen Antonius“ von Hieronymus Bosch aus aller Nähe und in aller Ruhe ansehen möchte, der fahre in das Museu Nacional de Arte Antiga (Nationalmuseum für alte Kunst an der Avenida Vinte e Quatro de Julho). Tipp: Dorthin kommt man mit der einzigen hochmodernen Straßenbahn, der Linie 18. Zusteigen kann man am Arco der Triumfal, dem Triumphbogen am Ende der Prachtstraße Rua Augusta. Und auch diesen Ausblick kann der Besucher des Museu Nacional „mitnehmen“: Gleich gegenüber befindet sich die Ponte 25 de Abril, die Brücke des 25. April (benannt nach der Nelkenrevolution im April 1974). Die doppelstöckige, 2,3 Kilometer lange Hängebrücke wurde 1966 fertiggestellt und ähnelt der 400 Meter längeren Golden Gate Bridge in San Francisco. Leider ist das atemberaubende Lissaboner Bauwerk nicht begehbar wie ihre Schwester in Kalifornien. So, und wer jetzt nach so viel Kultur, Technik und Geschichte hungrig geworden ist, sollte ein paar Pastéis de Nata (Blätterteigtörtchen mit Pudding) essen. Diese köstliche Nationalspeise Portugals wurde von Mönchen des Hieronymus-Klosters erfunden. Nach dem Genuss so eines Törtchens hat man nicht einmal mehr Angst vor Krückstöcken in der Straßenbahnlinie 28... HARTMUT NIESWANDT

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