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Goldene Jahre_Mecklenburgische Seenplatte

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SEITE 38 RATGEBER 4.

SEITE 38 RATGEBER 4. LEBENSPHASE In der Puppenstube zu Haus Gabriele Starke hat eine Leidenschaft aus ihrer Kinderzeit wiederentdeckt Tilo begrüßt gleich im Flur die Gäste. Doch überall in der Zwei-Raum-Wohnung von Gabriele Starke blicken einen Kulleraugen an, strecken sich kleine Händchen dem Besucher entgegen. Es ist nicht zu übersehen, die 64-jährige Neubrandenburgerin sammelt Puppen. Große, kleine, blonde, braune – fast 100 wohnen inzwischen bei ihr. „Ich habe schon als Kind gern gepuppt. Bis ich 14 war bestimmt“, erinnert sie sich und bedauert heute ein bisschen, dass sie die Spielkameraden aus ihrer Kindheit nicht mehr besitzt. „Ich war die Älteste, dann kamen zwei Brüder und meine jüngste Schwester erst 15 Jahre später. Solange wurde natürlich nichts aufgehoben.“ Mit der Lehre als Steno- Phonotypistin und der Arbeit als Sekretärin, zuletzt bei der Bundeswehr, gerieten die Puppen immer mehr in Vergessenheit. Bis Gabriele Starke eines Tages durch das Fernsehprogramm zappte und bei einem der damals ganz neuen Verkaufssender hängenblieb. Dort wurden Künstlerpuppen angeboten. „Wow, was ist das?“, dachte sie. Sie konnte nicht widerstehen und bestellte ihr erstes „Schätzchen“. „Das war aber noch keine so hochwertige Puppe. Ich wollte erst mal ausprobieren, wie sich das anfühlt. Und der Virus hat sich wieder bei Gabriele Starke hat ihr Herz für Puppen wiederentdeckt. mir eingeschlichen.“ Inzwischen besitzt sie diesen allerersten Kauf nicht mehr. Er würde nicht mehr in ihre Sammlung passen, denn heute ist Gabriele Starke eine echte Expertin in Sachen Puppen. Sie liest Bücher und Fachzeitschriften, verfolgt die neuesten Kollektionen. Besonders die Arbeiten der Künstlerinnen Hildegard Günzel, Doris Stannat und Sybille Sauer haben es ihr angetan. Oft ist die Vorruheständlerin im Internet unterwegs auf der Anzeige FOTO: MARINA SPREEMANN Suche nach Schnäppchen. „Wenn es von einer Puppe weltweit nur 300 gibt, dann kostet sie schon mal 800 Euro oder mehr“, erklärt Gabriele Starke. Wie sie ihre neuen „Schätzchen“ auswählt, kann die Sammlerin gar nicht so genau sagen. „Sie müssen einfach mein Herz erwärmen“, versucht sie zu erklären. Oft hat sie auch schon einen bestimmten Standort für die Neue in ihrer Wohnung vor Augen. Der eine oder andere kleine Mitbewohner ist auch ein Geschenk ihres Vater, um den sie sich liebevoll kümmert. Ab und zu trennt sie sich von einer Puppe, um wieder eine andere zu erwerben. „Der Platz ist begrenzt in der Wohnung, und ich muss ja noch sitzen und mich bewegen können.“ Außerdem braucht sie Platz für noch viel mehr Sammlerstücke, denn auch Geschirrserien mit Zwiebelmuster und in Kobaltblau haben es ihr angetan. So füllen Tassen, Teller, Vasen die Schränke und Vitrinen. Und Rosen sind überall in der Wohnung zu sehen – meist auf gestickten Bildern, von der Hausherrin selbst gefertigt. „Ich mag einfach keine kahlen Wände“, sagt sie. Ihr gefalle der englische Einrichtungsstil. Dazu gehörten eben viele Bilder an der Wand. Mit all den schönen Dingen hat sie sich ihre gemütliche Puppenstube eingerichtet. „Meine Mama hat immer gesagt, mach es bei uns auch so schön wie bei dir“, erzählt sie und wird traurig. 2006 ist ihre Mutter gestorben, 2008 ihre beste Freundin Helga. „Da war auf einmal ein riesiges Loch.“ Ihre Puppen haben ihr geholfen, mit diesen Schicksalsschlägen fertig zu werden. „Ich saß in meiner Wohnung, habe meine Puppen angesehen, und das hat mich getröstet, das ist Balsam für die Seele.“ Manchmal, wenn es ihr nicht so gut gehe, sitze sie im Sessel und drücke eines ihrer „Schätzchen“. „Mir war es nicht vergönnt, eigene Kinder zu bekommen. Die Puppen sind sicher kein Ersatz, aber stillen vielleicht die Sehnsucht, so einen kleinen Wonneproppen zum Kuscheln und Knuddeln zu haben“, meint sie.Viel Arbeit machen ihr die kleinen Mitbewohner nicht. „Puppen sind immer artig und machen sich nicht dreckig“, sagt sie lächelnd. „Wenn ich jeden Tag ein bisschen mit dem Staubwedel unterwegs bin, ist das kein Problem.“ So bleibt noch genug Zeit, unter Leute aus Fleisch und Blut zu gehen – etwa beim Bundeswehrverband oder beim Seniorenbeirat. Ihre „Schätzchen“ warten derweil brav zu Hause. M. Spreemann

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