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Familienkurier_2017

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Ratgeber Pflege 10_11

Ratgeber Pflege 10_11 mitten im leben Wenn Oma und Opa Hilfe brauchen, Krisen eröffnen stellen sich neue viele Chancen. Fragen: Wenn Kann sich eine die Familie Tür schließt, das öffnet allein sich schaffen? eine neue. Was Ist das bieten nicht Profis alles ziemlich an? Hier klischeehaft? sind einige Immer Antworten. nach vorn blicken – ja, so etwas klingt leichter, als es ist. Berater wie ich können auch keine Anleitung zum Glücklichsein geben. Die Hauptarbeit müssen die Klienten selber machen. Eine Krise kommt nicht von heute auf morgen. Dann zu sagen, alles ist schlecht, deshalb kremple ich jetzt alles um, das funktioniert nicht. Um etwas zu verändern, muss man sich auch Zeit nehmen, kleine Päckchen packen, Schritt für Schritt vorgehen. Schimpfen hilft, wenn man es nicht zur Bitterkeit wachsen lässt. In jeder Lebenssituation gibt es auch Gelegenheit für Humor, um sich hochzurappeln. Aber weinen ist genauso wichtig. Es bringt Erleichterung und hilft, Krisen zu bewältigen. Wohl dem, der es kann. Wie soll man sich vorbereiten? Geht das überhaupt? Eine gute Vorbereitung ist es, Freundschaften zu pflegen, sich nicht selbst genug zu sein und nicht nur auf die eigene Familie bezogen zu leben. Eine gute Idee ist es auch, alte Hobbys wieder zu pflegen – fotografieren, malen, Handarbeiten. Oder sich zu fragen: Welche Wünsche will ich mir noch erfüllen? Das kann eine Reise sein, mehr Natur im Alltag, mehr Sport. Gefährlich ist eine lähmende Langeweile. Aber auf Krankheiten kann sich niemand vorbereiten … Nein. Jeder muss sich allerdings eingestehen, dass der Körper vergänglich ist. Ich muss ihn so akzeptieren, wie er ist, und respektvoll mit ihm umgehen. Hilfreich ist es, sich immer mal wieder dankbar vor Augen zu führen, was der Körper schon alles geleistet hat. Aber Krankheiten sind möglich, und das wird mit steigendem Alter auch nicht wieder besser. Das Leben ist nicht einfach, Wenn es um Lebenskrisen geht, taucht immer auch die berühmte Midlife-Crisis auf. Gibt es die wirklich? Natürlich ist es echt, wenn sich jemand in der Mitte des Lebens nicht gut fühlt. Die Midlife-Crisis zeigt Unzufriedenheit mit dem bisherigen Leben und den Wunsch, etwas anders zu machen. Oft stecken Zweifel an sich selbst dahinter. Eine neue Liebe, in der gerade Männer oft die Lösung suchen, macht vielleicht erst mal glücklich. Aber mit ihr sind die falschen Muster im Leben nicht beseitigt, und derjenige wird oft wieder unglücklich. Ein Seitensprung zwingt Paare über ihre Beziehung nachzudenken, auch zu erkennen, wie wertvoll die ganzen gemeinsamen Jahre waren. Eine Zwischenbilanz im mittleren Alter gehört dazu. Sie ist oft heilsam, aber auch schmerzhaft. Wichtig ist es, Schwerpunkte für das weitere Leben zu setzen. Und wenn das zwei zusammen schaffen, hat es eine verbindende Kraft. Zum Teil sind Veränderungen ja vorhersehbar und mancher freut sich Ein sogar darauf: der großes Eintritt in Herz für die Rente etwa oder wenn auch wenn einem oft suggeriert die Kinder flügge werden. wird, dass für jede Falte und Als Profi kennen Sie alle Und dann bringen diese jede Krankheit Cremes und Pillen gibt. Krisen und Veränderungen Lehrsätze. Wie gehen Sie mit Ereignisse die doch die Pflegebedürftigen große Krise. um? Darüber zu reden, ist für mich wichtig. Das klappt nicht jeden Tag, aber die Richtung stimmt. Ich denke oft darüber nach, warum ich zum Beispiel bei einem Streit mit meinem Mann auf eine bestimmte Weise reagiere. Dann sage ich mir, konzentriere dich auf das Wichtigste. Und das ist für mich mein Partner. Wir kennen einander auch gut genug, um zu wissen, wir haben ein gemeinsames Ziel. Nur die Wege dahin sind nicht immer gleich. Woran erkennt man, dass man vielleicht doch professionelle Hilfe braucht, um eine Krise wirklich zu bewältigen? Krisen sind normal, jeder hat sie. Manchmal ist es besser, mit einem anderen Menschen darüber zu reden. Das geht mit Freunden und sehr engen Vertrauten. Auch professionelle Hilfe sollte kein Tabu sein. Es gibt Anzeichen dafür, dass man sie braucht: wenn man zum Beispiel antriebslos ist, jeden Tag schwer aus dem Bett kommt, Alltagsdinge nicht mehr bewältigt, sich über nichts mehr freuen kann und über eine lange Zeit immer traurig ist. Foto: Viacheslav Iakobchuk - Fotolia.com Seit 15 Jahren kümmert sich Heike Heinz um alte und kranke Menschen. Ein schöner und anstrengender Beruf. Allerdings wünscht sie sich oft mehr Zeit für ihre Schützlinge. Um 6.30 Uhr morgens beginnt Heike Heinz mit ihrer Schicht. Sie ist Krankenschwester und Wohnbereichsleiterin im Pflegeheim des Deutschen Roten Kreuzes „Oberbachzentrum“ in Neubrandenburg. Das erste Ritual am frühen Morgen ist für Schwester Heike in ihre Arbeitskleidung zu schlüpfen – ein mintgrünes Shirt und eine weiße Hose sind es heute. Bevor es richtig losgeht, nehmen sich die 56-Jährige und ihre Kollegen noch einen Augenblick Zeit – meistens sind es 15 Minuten Das eigene –, um Leben bei einer die Tasse Kaffee den Hand weiteren nehmen, Ablauf dann zu besprechen schafft und sich mit der man Nachtschicht es auch, auszutauschen. in Krisen Gab es Vorkommnisse nicht bei zu verzweifeln. den Bewohnern, irgendwelche Zwischenfälle, oder ist etwas liegen geblieben? All das wird besprochen, nebenbei genießt Schwester Heike ihren Kaffee. Viel mehr Gelegenheiten für eine entspannte Pause wird sie in den nächsten Stunden nicht haben, denn es steht wieder einmal eine Menge Arbeit an. Rund um die Uhr wird im DRK-Pflegeheim „Oberbachzentrum“ gearbeitet, sind die Pflegekräfte in drei Schichten im Einsatz. Verteilt auf vier Stationen betreuen Krankenschwestern, examinierte Altenpfleger und Pflegehelfer insgesamt 90 Bewohner – die meisten im Alter von 70 aufwärts und mit den unterschiedlichsten körperlichen und geistigen Problemen. Die älteste Bewohnerin ist 92 Jahre alt. Die Leidenschaft für den Pflegeberuf hat Heike Heinz in all ihren Berufsjahren nie verloren. Sie brenne nach wie vor für die Arbeit, nur der Körper zeige ihr immer öfter die Grenzen auf. Wichtig sei es, einen Ausgleich zur Arbeit zu finden, zum Beispiel Sport. Schließlich sei man körperlich viel und voll gefordert, auch wenn es technische Hilfen in der Einrichtung gebe. Jeden Tag helfe man Bewohnern aus oder in Betten und aus Stühlen. Das gehe an die Substanz. Nichtsdestotrotz: „Der Pflege-Beruf ist schön“, sagt sie. Man bekomme ja auch Foto: Photocreo Bednarek - Fotolia.com

grosse etwas von den veränderungen Bewohnern zurück, zum Beispiel der immer kinderwelt mal ein nettes Kompliment. burg. Sie hat ihre neue berufliche Heimat seitdem mit ihrer Familie in Neubranden- in Dabei wollte Heike Heinz eigentlich gar im DRK-Pflegeheim Oberbachzentrum gefunden. nicht in der Pflege arbeiten, sondern Zahntechnikerin werden. Aber ihre Schulnoten Im Schwesternzimmer ist der Kaffee ausgetrunken und alles für die Schicht bespro- in Mathe und Physik – jeweils eine 3 – hatten der Schülerin der Polytechnischen chen. Die Einteilung der Pflegekräfte ist Oberschule 3 in Neustrelitz damals einen erfolgt. Für Schwester Heike und ihr Team Strich durch die Rechnung gemacht. Sie waren nicht gut genug. Ein neuer Lebensplan schen und Anziehen stehen zuerst auf dem geht es zu den Bewohnern auf Station 2. Wa- musste her. Ein Praktikum in einer Klinik Plan. In der Regel betreut das Pflegepersonal immer die gleichen Bewohner. Das in Schwerin sollte bei der Entscheidungsfindung helfen. Es gefiel der Neustrelitzerin schafft Vertrauen und Wärme. so gut, dass sie sich für eine Ausbildung zur Krankenschwester entschied. Gemeinsames Frühstück Die Lehre machte Heike Heinz an der Medizinischen Bis etwa 10 Uhr ist das alles erledigt, und Isabelle Fachschule Mahnke, in Neustrelitz. Sie hat die Bewohner sind bereit für das Frühstück. auch einen Abschluss als Krippenerzieherin, Das nehmen sie zusammen mit den Pflegern auf dem Flur vor den Zimmern ein. 10 Jahre, Ritzerow aber dieser Beruf sei nichts für sie gewesen. Heike Heinz hatte ihn eher aus familiärer Not Der Boden des Flures erstrahlt in einem Mein heraus ergriffen: erster Nach Tag Ansicht in der der damals Schule freundlichen Gelb. „Gelb hilft den dementen Bewohnern, sich besser zu orientieren“, frischgebackenen Mutter wäre ein Drei- Ich Schicht-System, bin mit meinen wie Eltern es im zu Krankenhaus einer Art Probetag sagt Schwester in die Heike. Sie erzählt auch, dass Schule üblich ist, gefahren. mit der Ich Kindererziehung war sooo schüchtern schwer und beim ganz gemeinsamen schön Frühstück für sie und doll unter aufgeregt einen Hut und zu bekommen habe mein gewesen. Lieblingskuscheltier, ihre Kollegen so eigentlich nie so richtig Ruhe ein 1987 Schnuffeltuch zog Heike Heinz aus mit meiner ihrem Mann Babyzeit, nach mitgebracht. aufkommt. Ich Entweder das Telefon klingelt, wurde Thüringen. gemessen „Hatte sich und so musste ergeben“, zu einer sagt sie, Untersuchung. oder man helfe den Bewohnern bei der Versorgung. grün, es gab Irgendetwas sei immer los. Rund Aber „weil wir die hier Schule keine war Wohnung so schön, fanden.“ alles war Und so tolle so übernahm Blumen Familie und die Heinz Lehrer das waren Haus total des nett. um Da die habe Uhr werden die Bewohner in der ich Schwiegervaters meinen Eltern in gesagt, Thüringen dass – ich übrigens unbedingt Einrichtung hier versorgt: Zweimal Frühstück, Rosenow ein Mehr-Generationen-Haushalt. zur Schule gehen will. Im Krankenhaus von Sonneberg hatte sie dann bis zur Wende als Krankenschwester gearbeitet. Danach verschlug es die Wahlthüringerin nach Neustadt bei Coburg (Bayern) in den ambulanten Pflegedienst – für ganze zehn Jahre. 2002 kehrte Heike Heinz nach Mecklenburg-Vorpommern zurück und lebt Mittag, Kaffee, Abendbrot. Demente und zu Untergewicht neigende Bewohner bekommen zusätzlich Joghurt. Es ist inzwischen nach 10 Uhr. Heike Heinz zieht sich in ihr Büro zurück, um Konsultationen mit Ärzten zu führen, den einen oder anderen Angehörigen zu informieren, Medikamente zusammenzustellen Aus dem Alltag einer Pflegerin Schwester Heike Heinz erklärt: „Wir tragen in der Einrichtung keinen Schmuck. Das hat zum einen hygienische Gründe, zum anderen ist es eine Frage der Sicherheit. Es könnte passieren, dass sich ein Bewohner beim Anziehen an Halskette oder Ohrringen festhält.“ „Mittagspause in dem Sinne haben wir nicht. Vielleicht ist mal ein Kaffee drin. Komplett abschalten ist aber kaum möglich.“ „Die Frühschicht startet gegen 6 Uhr und endet bei 15 Uhr. Um 12.30 Uhr übernimmt (bis 20 Uhr) die Spätschicht. Die Nachtschicht überwacht das Geschehen von 22.30 Uhr bis 5 Uhr am nächsten Tag und kümmert sich unter anderem darum, dass die Bewohner, die sich im Bett nicht mehr selbstständig bewegen können, regelmäßig gedreht werden.“ 2017 Fotos: Stefanie Lanin Emily-Summer Lange, 10 Jahre, Sülten Meine erste Klassenfahrt Leser des Familienkurier erhalten bei Vorlage dieses Coupons gratis ein Programmheft! (Gültig nur in Verbindung mit einer Eintrittskarte zur Müritz-Saga) Die Maske kehrtzurück Die erste Klassenfahrt hatte ich in der ersten Klasse. Wir sind nach Thomsdorf gefahren. Ohne Eltern!!! Ich habe mich damals nicht mal getraut, bei meiner Oma zu schlafen, und dann eine ganze Woche ohne Eltern? Ich habe gedacht, dass es der Horror wird. Als meine Mama mich dann am ersten Tag zur Schule gebracht hat, habe ich geweint und hatte auch überhaupt keine Lust. Aber als wir dann da waren, war es so schön, wir haben so viel gemacht und erlebt. Es hat richtig Spaß gemacht. Doreen Sbach, Praktikantin Katharina Gießelmann und Heike FreilichtbühneWaren (Müritz) Heinz (von links) arbeiten im Wohnbereich 2 des 1. Juli bis Pflegeheims 2. September Oberbachzentrum. Insgesamt betreuen sie 23 Bewohner, darunter auch Marlies Voll. Foto: Danilo Karten an vielen VVKund online www.mueritz-saga.de Vitense

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