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Stadtmagazin Neubrandenburg Oktober 2020

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08 |

08 | Stadtmagazin | Report Von Carina Göls Weisheiten der Kindheit prägen Eins vorweg: Isch abe gar keinen Hund. Getreu der Werbung mit dem sympathischen „Cappuccino-Mann“ aus den 90-ern, Bruno Maccallini, oute ich mich besser vorher und komme dann zu Wort. Und noch eine Wahrheit: Ich hätte gern einen Hund. Endlich wieder. Denn als Kind gehörten vor allem Pudel zur Familie, zum Spielen und Tollen, zum Kinderleben. Als Tiernarr per se brauchte es dafür keine Anleitung oder Ermahnungen. Die Liebe macht‘s und der Wunsch, dass es tierischen (allen) Gesellen gut gehen möge. Vielleicht hat mich auch ein Spruch geprägt, den meine Oma und Mutter gleichermaßen häufig und das stets mit etwas brüchiger Stimme sagten und in mein Herz pflanzten: „Dass mir der Hund das Liebste sei, sagst Du, oh Mensch, sei Sünde. Der Hund ist mir im Sturm noch treu. Der Mensch nicht mal im Winde.“ Was sich damals bereits wahr anhörte und immer dieses Bild aus dem Buch „Krambambulie“ in mir wach ruft, bestätigte man im Laufe der (Erwachsenen-) Jahre. Zwar nicht exakt wie in jener Erzählung von Marie von Ebner-Eschenbach, die mir auch im Elternhaus gereicht worden war, in der ein Hund Glückliche Hunde machen glückliche Menschen FRANZISKA WITT ÜBER BOLLE Bedingungslose Liebe zu „Opi“ Bolle macht das Leben reich MAX HÜBNER ÜBER MILOW Bei Wind und Wetter mit Milow auf Abenteuer-Touren Die Tage, Wochen, Monate und Jahre ziehen ins Land. Aus dem sportlichen und stattlichen jungen Rüden, wurde ein langsamer und sensibler Opi. Die Zeit hat so ziemlich alles verändert. Alles, außer die Liebe zu diesem Tier! Denn diese ist immer gleich. Tief und rein und vor allem bedingungslos. Unser Opi-Hund Bolle, liebt es auch noch mit seinen 14 Jahren, stets und ständig an unserer Seite zu sein. Mit uns durch die Wälder zu streifen und alles zu erkunden, ist sein größtes Gut. Auch wenn es manchmal nicht ganz leicht ist, gesellschaftliches Leben und artgerechte Hundehaltung zu vereinen, (die Härte mancher Mitbürger ist dort grenzenlos), würde ich mich immer wieder für ein Leben mit Hund entscheiden. Denn es gibt meinem Leben Inhalte wie Freiheit, Ruhe finden und grenzenloses geliebt werden. Ich würde mir wünschen, dass sich das Denken der Bürger in Neubrandenburg nur ein wenig wandelt. Dass Hundehaltern und ihren Hunden Respekt erwidert wird und wir Lösungen finden – und nicht an Problemen hängen bleiben. Das ist Bolle (14). Er und sein Frauchen Franziska Witt sind seit Jahren ein glückliches, eingespieltes Team. © PRIVAT Wenn ich heute gefragt werde, ob es die richtige Entscheidung war, dass ich mir mit meiner Freundin einen Hund geholt habe, kann ich das zu 100 Prozent mit „Ja“ beantworten. Wir haben uns vor circa zwei Jahren für einen Cavalier King Charles Spaniel namens Milow entschieden. Unsere Tageshighlights sind die langen Spaziergänge, wobei das Wetter nie eine Rolle spielt. Wir versuchen immer, verschiedene Routen auszuwählen, sodass es für Milow und für uns nicht langweilig wird. Ab und zu geht es auch mit dem Fahrrad am Tollensesee entlang, wobei der kleine Mann im Körbchen sitzt und sehnsüchtig darauf wartet, dass er am Hundestrand baden und spielen kann. Nach so einem aufregenden Tag steht zu Hause als Allererstes die Fellpflege an, welche ungefähr eine halbe Stunde pro Tag in Anspruch nimmt. Danach wird zusammen gekuschelt, und wir lassen den Abend gemeinsam ausklingen. Ich bin Milow und der beste Kumpel von meinem Herrchen Max Hübner. © PRIVAT

eines Landstreichers aus der Not an einen rauen gewalttätigen Jäger verkauft wird und letztlich jämmerlich zugrunde geht. Aus Treue ... Denn dem Hund ist es nicht wichtig, was für einen Charakter sein Herr hat, und ob dieser Bäcker, Arzt oder Ganove ist – für ihn zählt die Treue. Ich gebe es zu: Ich beneide Hundebesitzer. Ich beneide Hundebesitzer, die es schaffen, sich ihrem Tier so zuzuwenden, wie deren bedingungsloser Liebe es gebührt. Eine Katze kompensierte den unerfüllten Wunsch nach einem Hund bei mir viele rastlose berufliche Jahre. Doch was man nicht mit Verantwortung leisten kann, das sollte man lassen. Daher: Der Hund blieb aus. Doch noch sind nicht alle Weisheiten aus der Kindheit verklungen. Noch ist Zeit. NICOLE WEIHMANN ÜBER HENRY Mit Henry die Heimatstadt immer wieder neu entdecken Einen eigenen Hund haben, das war seit Kindesbeinen an mein Lebenstraum. „Wenn du deine eigene Wohnung hast, kannst du machen, was du willst!“, sagten meine Eltern immer, wenn ich erneut diesen Wunsch aussprach. Drei Monate, nachdem ich mit 23 Jahren in meine erste eigene Wohnung gezogen bin, trat Henry in mein Leben. Das damals noch knautschige, kleine Fellknäuel ist eines der besten Entscheidungen in meinem Leben. Durch ihn habe ich meine Heimatstadt Neubrandenburg erst richtig kennengelernt. Immer wieder neue Wege zum Spazieren haben wir uns gesucht und letztendlich wunderschöne Flecken in und um Neubrandenburg entdeckt. Henry begleitet mich nun seit 9 Jahren durch meine Höhen und Tiefen. Durch ihn waren Schicksalsschläge viel leichter zu ertragen. Seit 18 Monaten hat er noch einen weiteren Schwarm: meine Tochter. Sie liebt Henry abgöttisch und ich bin stolz, dass sie mit so einem tollen, entspannten Hund aufwachsen darf. Das, was ich mir als Kind immer selbst gewünscht hatte. Hat sich vor neun Jahren mit Henry einen Kindheitstraum erfüllt: Nicole Weihmann. © PRIVAT

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