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Stadtmagazin Neubrandenburg Oktober 2020

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20 | Stadtmagazin | Interview „Es soll weitergehen!“ Im Marstall stehen die Zeichen auf Daumen hoch. Eigentlich. Abgesagt. Viele Veranstaltungstermine auf der Tafel vorm Neubrandenburger Marstall sind mit roter Kreide durchgestrichen. Bezeichnend auch für die durch Corona durchkreuzten (Lebens-)Pläne der Betreiber des Kulturzentrums, Daniela und Peter Them in der Stadt, wie sie in einem Gespräch mit Carina Göls beschreiben. Wie geht es Ihnen? Daniela Them: So und so. Es gibt immer wieder mal Tiefpunkte. Etwa, wenn ich das „Last Time“- Konzert so wie jetzt zum dritten Mal verschieben musste und eigentlich immer noch nicht weiß, ob es stattfinden kann. Das frustriert mich. Inzwischen haben einige Leute auch ihre Karten aus dem Vorverkauf erstattet haben wollen. Es braucht Kraft und tiefe Zuversicht, dass es wirklich wieder besser wird. Aber wir stehen das durch. Peter Them: Eigentlich sollte dieses Jahr für unser Haus ein ganz besonderes werden, der Kalender war voll, es waren viele tolle Veranstaltungen geplant, super Künstler, Tagungen und vieles mehr hätten uns und den Gästen Freude gemacht. In den vergangenen Jahren war es immer bergauf gegangen. Doch nun wurde es im Grunde auch ein besonderes Jahr, im negativen Sinne. Wann haben Sie gespürt, dass es ernst und auf längere Sicht nicht besser wird? Peter Them: Am 12. März ging gar nichts mehr. Da begannen die Corona-Maßnahmen, mussten Konzerte abgesagt werden. Wir fühlten uns hilflos und hatten dennoch die Hoffnung, dass es irgendwie doch wieder weitergehen könnte. Doch es kam eher immer schlimmer. Unsere Türen mussten fürs Publikum, die Künstler und für Hochzeitsgesellschaften geschlossen bleiben. Viel Vorfreude kippte in Enttäuschung, Verzweiflung und dem Fragen nach dem wie weiter? Daniela Them: Es waren ja nicht nur die großen Dinge, die die Leute nicht mehr hatten. Selbst der kleine Tanztee, der sich vor allem bei den Älteren sehr etabliert hat, selbst der durfte und darf nicht mehr stattfinden unter den Corona-Auflagen. Mit den Wochen spürte man, dass die Menschen sozial isoliert wurden. Immer stärker. Inzwischen kommen einige, die sich sonst zum Tanztee trafen, allein hierher und suchen Gesellschaft, jemanden zum Zuhören und Reden. Das berührt mich sehr. Wir haben ja immer versucht, irgendwie wieder auf die Beine zu kommen, aber die Hygieneauflagen und unseren kulturellen Angeboten lassen sich nicht ohne Weiteres umsetzen. Das lähmt. Können Sie Beispiele nennen? Peter Them: Die Tagungen beispielsweise. Wenn ich da 60 Leute eineinhalb Meter auseinandersetzen soll, wie soll das gehen? Man muss da einfach realistisch sein. Und meine größte Sorge und mein größtes Unglück wäre, wenn sich bei uns jemand infiziert. Da muss sich eben alles unterordnen. Daniela Them: Wir haben ja die ersten Freiluftveranstaltungen in unserer zehnjährigen Marstall-Geschichte gehabt, aber das wird mit Blick auf die Temperaturen nicht mehr gehen und passt auch nicht zu allen Events. Hatten Sie denn in all der Zeit nie Sorge, sich selbst mit dem Virus zu infizieren? Daniela Them: Nein, für solche Ängste war in unseren Köpfen kein Platz. Und die Infektionszahlen in unseren Breiten sind ja sehr gering und geben eigentlich keinen Anlass. Peter Them: Natürlich halten wir uns auch privat an die Hygieneregeln, aber regelmäßig Hände waschen und so – und das hat man auch vor Corona gemacht. Es soll weitergehen im Marstall. Diese Botschaft senden Daniele und Peter Thems den Mitstreitern und Gästen des beliebten Neubrandenburger Kulturhauses. © CARINA GÖLS Gab es Kurzarbeit oder Entlassungen? Daniela Them: Ja, wir haben zwei fest angestellte Mitarbeiter, für die seit April Kurzarbeit beantragt wurde. Da es für die Planungen 2020 wie gesagt bis zum Lockdown so gut lief, hatten wir sogar geplant, im Juni Leute einzustellen.

Interview | Stadtmagazin | 21 Wie kompensieren Sie die finanziellen Verluste? Haben Sie staatliche Hilfe bekommen? Daniela Them: Ja, zum Teil haben wir Hilfe bekommen. Aber das reicht natürlich über einen so langen Zeitraum nicht. Ganz ehrlich? Ich verzehre gerade meine Rente. Das, was uns in alten Tagen ermöglichen sollte, den Standard zu halten, darauf müssen wir jetzt zurückgreifen. Peter Them: Und wir haben Projekte wie die Sanierung eines weiteren Teils des Marstalls auf unserem Grundstück auf Eis legen müssen. Da wollten wir damit beginnen, das Gebäude so herzurichten, dass etwa Herbst- und andere Märkte angeboten werden können, mit eigenen Flair durch unseren Hof und das Haus. Wann wir das realisieren können, wissen wir nicht. Was steht im Veranstaltungskalender, das nicht gestrichen ist? Daniela Them: Wir freuen uns seit dem letztem Jahr auf den 12. November, auf einen Bluesabend mit Andreas Bock mit hochkarätiger Begleitung. Am 19. November dann noch Dirk Zöllner und Tino Standhaft mit ihren beiden Gitarrenvirtuosen, Gojko Mitic, mit Gesang, Anekdoten und Videosequenzen aus seinen legendären Filmen, der am 2. Dezember bei uns sein könnte. Wir ringen in diesen Tagen darum, die Verträge zu unterschreiben. Wenn das wieder nicht sein darf, dann haben wir ein finanzielles Problem mehr. Aber eigentlich stehen die Zeichen auf Daumen hoch, oder? (blickt ihren Mann lachend an) Wie soll es weitergehen? Wird es im Herbst und Winter wieder mehr oder einen anderen Marstall geben? Daniela Them: Einen ganz anderen Marstall wollen wir nicht. Und das Publikum gewiss auch nicht. Wir arbeiten an einem Konzept für den Winter. Da spielt beispielsweise Silvester eine Rolle. Die Leute fragen schon, wir wollen und müssen Antworten finden, sonst sind beide Seiten verunsichert. Peter Them: Auf uns alle stürmt gegenwärtig eine gewaltige Flut an Informationen aus den verschiedensten Kanälen ein. Es gibt viele, die meinen, wir könnten schon wieder Großveranstaltungen machen, weil sie das aufgeschnappt haben. Ist es aber in der ursprünglichen Form nicht. Wir müssen einen Weg finden, der uns einen Neustart erlaubt, den Leuten gefällt und mit den aktuellen Gesetzen harmoniert. Können Sie etwas Positives aus diesem Jahr mitnehmen? Daniela Them: Wenig. Dieses Jahr hat uns einfach nur gebeutelt und an unsere Grenzen gebracht. Ich weiß, dass wir mit der Pandemie nicht allein dastehen, es hat ja auf die eine und andere Weise nahezu jeden getroffen. Und in anderen Ländern wie Spanien, Italien war es drastischer. Positiv ist vor allem der enge Kontakt zu unseren Künstlern. Wir versuchen, gemeinsam Konzepte für Veranstaltungen zu realisieren, die den Vorstellungen unserer Gäste und den aktuellen Hygienebestimmungen entsprechen. Worüber wir auch nachdenken werden, sind die Freiluftveranstaltungen, ob man daraus nicht mehr machen kann. Ansonsten möchten wir gern, dass es bald ein großes Stück ,Wie- Früher‘ gibt, dass wir zurückfinden in das, was mein Mann und ich aufgebaut haben. Apropos Zukunft - Welche Botschaft geben Sie Ihren Gästen? Peter Them: Ganz klar, wir machen weiter. Behaltet Eure Karten, sie bleiben gültig. Denkt beim Planen von Feiern an uns. Und schaut immer wieder auf unsere Internetseite. Dort gibt es immer den aktuellen Stand. www.im-marstall.de PREISKNÜLLER DES MONATS www.pluspunkt-apotheke-neubrandenburg.de Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker. Solange der Vorrat in der Apotheke reicht, nur haushaltsübliche Mengen (keine Bestellungen) 1) Apothekenabgabepreis gemäß Lauertaxe, Stand 01.09.2020 ist der verbindliche Abrechnungspreis nach der großen deutschen Spezialitätentaxe (sogenannte Lauertaxe) bei Abgabe zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung, die sich gemäß § 129 Abs. 5a SGB V aus dem Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmens und der Arzneimittelpreisverordnung in der Fassung zum 31.12.2003 ergibt. Es wird darauf hingewiesen, dass der genannte Preisvorteil aufgrund des Bestehens von Rabattverträgen zwischen Krankenkassen und Originalhersteller für einen Teil der Verschreibungen nicht erzielt werden kann. SCHAUSPIELHAUS NEUBRANDENBURG JUDAS Monolog von Lot Vekemans Sa., 3.10. , 19:30 Uhr DIE VERWANDLUNG Bühnenadaption nach einer Erzählung von Franz Kafka Sa., 10.10., 19:30 Uhr I So. 25.10., 16 Uhr ANTIKE-BAUKASTEN II Ohne Hoffnung und Verzweiflung . Ein Abend mit Texten von Heiner Müller. Fr., 16.10., 19:30 Uhr ISMENE, SCHWESTER VON Monolog von Lot Vekemans Fr. 2. 10, 19:30 Uhr I Sa., 17.10., 19:30 Uhr KASSANDRA Lesung nach Christa Wolf Fr. 16.10., 19:30 Uhr I Sa., 17.10., 19:30 Uhr TICKETS : 0395 / 569 98 32 sp 4,98 9,72 1) Mucodual® 2 in 1 Sirup 100 ml tog.de sp 48 % sparen

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