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Stadtmagazin - März 2021

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16 nordkurier-Buch ein

16 nordkurier-Buch ein Hoffnungsschweif am Horizont Seit Pandemiebeginn berichtetCarsten Korfmacher im Nordkurier über Corona. SeineTexte sind jetzt als Buch erschienen. Im Interviewmit Sirko Salkazeigt sich derAutor der„CoronaAkten“auchoptimistisch. Carsten Korfmacher:„WirwerdenCoronawohlnie mehr los.“ Wirkaufen Wohnmobile +Wohnwagen 03944/36160 www.wm-aw.de EinJahrLockdown in Deutschland:Wie schätzt du dieaktuelle Lage ein? Sind wir schoninder drittenWelle? Wenn man Gesundheitspolitikern wie Karl Lauterbach oder dem Robert Koch-Institut Glauben schenkt, und die lagen ja nicht immer falsch mit ihren Vorhersagen, dann sind wir mittendrin. Wie die meisten hoffe aber auch ich, dass sich die Infektionslage imFrühjahr ähnlich entwickeln wird wie im vergangenen Jahr.Die entscheidenden nächsten Wochen werdendarüber Aufschluss geben. Lauterbachvon derSPD warnt vorLockerungen mitVerweis aufviele weitereTodesopfer... Die höchste Risikogruppe sind ältere Menschen. Wenn man die vernünftig durchgeimpft hat, kann man vermutlich mit besserem Gewissen lockern. Heißtdas denn, dass wir dieCorona-Inzidenz, also dieZahl derInfektionen pro100000 einwohner, vernachlässigen können, sobalddie Hochrisikogruppe ihreImpfung erhalten hat? Möglicherweise ja. Der Fokus sollte dann tatsächlich mehr auf den Kapazitäten inden Kliniken liegen: Wie viele Intensivbetten stehen uns zur Verfügung? DieKrux dabei: Es betrifft eben nicht nur Ältere, auch ein 20-Jähriger kann einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf haben, der intensivmedizinisch betreut werden muss. Insofern muss man die Inzidenz natürlich im Auge behalten, da sieurplötzlich exponentiell wachsen und außer Kontrolle geraten kann. Das ist ja das, was Angst macht. Momentan haben wir ausreichend Betten. Wir wissen aber auch, dass sich ein Anstieg der Neuinfektionen erst zeitverzögert um vier bis sechs Wochen auf die Kapazitäten in den Krankenhäusern auswirkt. Im Falle eines exponentiellen Wachstums können wir absehen, wie dramatisch die Lage auf den Intensivstationen in zwölfWochen aussehen wird. Wortewie Inzidenz oder Reproduktionswert sind Teil derAlltagssprachegeworden. Gefühlt sind wirein Volk von 80 MillionenCorona-Experten, oder wiesiehst du das? Jedervon uns ist vonder Pandemiebetroffen, sei es durchKurzarbeit,Krankheit oder Todesfälle in Familie oder Bekanntenkreis. Erinneredichzurück: Wann hatten wir je eine Situation, inder ein Thema uns über so einen langen Zeitraum permanent beschäftigt und beunruhigt hat. Das ist sehr ungewöhnlich. Dadurchwerdenauchdie Stimmen laut, die komplexe Informationen nicht optimal verarbeiten können. Nur hält das die Wenigsten davon ab, ihre Meinung kundzutun, etwa in densozialen Medien. Das Tolle daran: Es entsteht ein Austausch. Mehr noch: Heutzutage bauen wir Brücken in jedeEckeder Gesellschaft. In deinem Buch wirstduals Chronistdes ersten Pandemie- Jahres vorgestellt. Hatmich überrascht: Wieviele Corona- Jahresollen denn noch folgen? Ich gehe davon aus, dass wir Covid-19 nie mehr loswerden. Das Coronavirus wird uns –wie eineGrippeoderHIV –wohlfür immer begleiten. Wir werden uns daran gewöhnen müssen undlernen, mit ihm zu leben. Warumhältst du eine Ausrottung vonCoronafür unwahrscheinlich?

Journalist undBuchautor Carsten Korfmacher ©(2) UlrikeKielmann Um eine globale Herdenimmunität zur erreichen, damit sich das Virus nicht mehr verbreiten kann, müssten rund 80 Prozent der Weltbevölkerung immun oder geimpft sein. Das halte ich aus vielen Gründen für ausgeschlossen. Wahrscheinlich bekommenwir nicht mal in Deutschlandgenug Menschen geimpft. Klingt nach Langstrecke: Aufdem Gebiet bist du ja nichtnur wasdie Corona- Berichterstattung im Nordkurier betrifft Profi.Auch privat läufst du Marathon. Hand aufs Herz:Wie Coronamüde bist du nach einemJahr? Sind wir nicht mittlerweile alle richtig müde? Nicht nur dieser Pandemie überdrüssig, sondern:Man will sich einfachwieder auf sein Leben zurückbesinnen. Mein Fitnesscenter ist nach wie vor geschlossen: Seit einem halben Jahr mache ich dort keinen Sport mehr. Meine FamilielebtinNordrhein-Westfalen, Besuche sind schwierig. Ich bin gern gereist. Das fehlt mir alles schon. Die vielen Einschränkungen im Alltag belasten die Leute sehr. Und ich kann das gut nachvollziehen. Optimistisch stimmtein Teil desBuches, dersichdamit auseinandersetzt,obund wie wirnachder Pandemie in einer besseren Welt lebenkönnten. Warumsinddas Fragen,die unsjetzt umtreiben? Weil wir mitten in einer Riesenkrise stecken und jeder darunter leidet. Umso wichtiger ist es, einen Hoffnungsschweif am Horizont zu sehen. Wann, wenn nicht jetzt, sollten wichtige,dringendnotwendige, gesellschaftliche Debatten angestoßenwerden? WelcheProblemesolltenwir im zweitenCorona-Jahrangehen? Bisher haben wir uns auf das Medizinische konzentriert, nun müssen wir den Blick weiten. Nicht nur, ummassive Arbeitslosigkeit und Pleiten zu verhindern. Wir stehen vor großen gesellschaftlichen Herausforderungen. Der demografische Wandel, dieBedrohung desRentensystems, die Digitalisierung, diefulminantenVeränderungen der Arbeitswelt. Schon heute spalten die daraus resultierenden Konflikte die Gesellschaft. Deshalb suche ich imBuch nach Antworten, wie es um unser Demokratieverständnis und die gemeinsamen Wertebestellt ist. DieCorona-Akten Wiedas Virusden Norden infizierte: Art.-Nr.:85851, 120 Seiten, Softcover, 12,95 €;www.mecklenbook.de

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