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06 | Stadtmagazin | Neues Ausbildungsjahr Längst sind die Lehrlinge am Drücker Wie gestaltet sich der Umschwung vom Lehrstellenmangel vor noch zehn Jahren hin zum aktuellen Lehrlingsmangel? Ein Gespräch mit Ellen Grull, Leiterin des Bereiches Aus- und Weiterbildung bei der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern. Frau Grull, das Klagelied der Unternehmen von der schwierigen Suche nach gutem Nachwuchs ist in aller Munde. Wie reagieren Sie auf diese Herausforderung? Seit knapp zehn Jahren etwa konstatieren wir den Umschwung vom Lehrstellenmangel zum Lehrlingsmangel. Unverändert seit Jahren hält bei den Schülern der Run auf die Gymnasien an. Folglich richten wir bei der IHK unseren Focus bezüglich der Berufsorientierung auch mehr auf die Abiturienten. Denn die Zahl der Lehrlinge lässt sich nun einmal nur steigern, wenn wir mehr Abiturienten für eine Berufsausbildung gewinnen. Ist das denn so schwierig? Die Schwierigkeit liegt darin, die Berufsorientierung an diesem Schulzweig überhaupt erst einmal als Regel zu etablieren. Bislang wurde an Gymnasien nämlich eher ausschließlich von Studienorientierung gesprochen. Aber mitlerweile haben wir schon erfreulich viele Schulen für dieses Thema aufschließen können und engagierte Mitstreiter gewonnen. Mit welchen Argumenten? Neben der Ausbildung in der Heimat können zwei Argumente ganz besonders punkten: Bedarf und Verdienst. Soll heißen, dass Akademiker längst nicht mehr allein durch ihren Abschluss eine gute Anstellung sicher haben. Die Karrieremöglichkeiten mit einer berulichen Ausbildung nach dem Abitur sind zumindest nicht schlechter. Zudem können die Jugendlichen direkt nach der Schule ihr eigenes Geld verdienen, was auch ganz maßgeblich beiträgt zum Gesamtlebenseinkommen. Meinen Sie damit, dass in der Summe jemand mit einer Ausbildung mehr verdienen kann als jemand mit einem Studium? Nicht generell. Es gibt sie schon noch, die Akademiker, die über ihre Erwerbszeit mehr verdienen als alle anderen. Mediziner zum Beispiel. Und es gibt berulich Qualiizierte, die insbesondere Bachelorabsolventen gegenüber die Nase vorn haben. Der Deutsche Qualiikationsrahmen spricht im Übrigen von gleichen Kompetenzniveaus für Meister, Fachwirte und Bachelor. Man hat seine Kompetenzen nur auf einem anderen Weg erworben. Nur dass dann jene mit dem praxisbezogenen Hintergrund, also mit der Berufsausbildung, mehr gefragt sind. Das trift unseren Umfragen oder aktuellen Studien nach besonders zu bei Positionen, die den Bereichen Betriebswirtschaft, Marketing oder Personalverantwortung zuzuschreiben sind. Und noch einmal: Sei es der Meister, der Fachwirt oder der geprüfte Betriebswirt – sie alle haben diese Qualiizierungen in aller Regel nicht nur die ihK wird nicht müde, zu vermitteln: Junge leute haben heute ebenfalls mit einer berulichen ausbildung gute Karrieremöglichkeiten. berufsbegleitend absolviert, haben also auch während dieser Zeit ihr Gehalt bezogen. Nun kann aber auch nicht jeder Meister werden. Richtig, weder ist das notwendig, noch ist es möglich. Auch den Anforderungen an einen Facharbeiter sind immer noch zu viele Jugendliche nicht gewachsen. Die Anforderungen sind in den vergangenen Jahren nämlich enorm gestiegen – nicht aus Jux und Dallerei, sondern weil der Bedarf der Arbeitswelt sich stark wandelte und Berufe deshalb angepasst wurden. Um diese Diskrepanz zu überbrücken, unternehmen die Betriebe heute aber auch schon sehr viel: stellen zusäzliche Mentoren zur Seite, sorgen für Nachhilfe. Nicht selten brechen Lehrlinge ihre Ausbildung auch ab. Woran liegt das? Sicher auch an falschen Vorstellungen, was den Beruf angeht. Das gilt für Studenten im Übrigen gleichermaßen. Acht Prozent unserer Azubis in der IHK-Region sind aktuell Studienaussteiger. Auch dahingehend haben wir uns lexibel aufgestellt und ermöglichen wo es irgend geht, Teile des Studiums für die Ausbildung anrechnen zu lassen. Und auch wenn ein Lehrling während der Ausbildung feststellt: Das ist es nicht, womit er glücklich wird - dann kann man auch noch eine zweite Ausbildung oder betriebliche Umschulung und diese dann in zwei stat in drei Jahren absolvieren. Von dieser Möglichkeit machen aktuell 15 Prozent der neu eingetragenen Azubis Gebrauch.

Neues Ausbildungsjahr | Stadtmagazin | 07 Was unternehmen Firmen heuzutage im Gegensaz zu vor zehn Jahren, um falschen Vorstellungen entgegenzuwirken und auch, um Nachwuchs zu werben? In der Tat reicht es längst nicht mehr aus, Ausbildungsmessen zu besuchen. Zumal das für die Unternehmen auch eine enorme zeitliche Ressource darstellt, das kann nicht jeder Betrieb leisten. Von unseren eigenen Azubis wissen wir aber, dass sie sich intensiv mit den Web-Seiten der jeweiligen Firmen beschäftigt haben. Deswegen raten wir unseren Unternehmen, sich ausführlich der Selbstdarstellung und der Beschreibung ihrer Ausbildungsberufe im Internet zu widmen. Social-Media-Kanäle hingegen sind laut Aussage der Auszubildenden weniger wichtig bei der unmitelbaren Suche nach einem Ausbildungsbetrieb. ellen Grull © s. eichler Allerdings muss doch die grobe Richtung zumindest schon klar sein, bevor die Recherche auf den Firmen-Seiten beginnt. Stimmt. Deshalb ist es ebenso wichtig, gut vernezt und auf Online-Börsen präsent zu sein. Die bieten den Nuzern nämlich meistens zunächst auch einen Interessenscheck und loten aus, welche der 330 Ausbildungsberufe oder welche der 18600 Studienrichtungen infrage kommen. Wenn dann ein Angebot zum eigenen Unternehmen auftaucht, kann das schon sehr hilfreich sein. Was würde eigentlich geschehen, wenn Sie mit Ihren Anstrengungen nicht erfolgreich wären und dem angesprochenen Umschwung vom Stellenmangel zum Personalmangel nichts entgegenzusezen hätten? Das will ich mir gar nicht ausmalen. Momentan bescheinigen diverse Studien den deutschlandweiten Trend, dass jedes zweite Unternehmen seine Lehrstellen nicht vollständig besezen kann. Das ist schon ziemlich heftig. Schließlich stecken dahinter wirtschaftliche Bedarfe. Auf Bedarfe folgen immer aber auch neue Ideen. Neben der Berufsausbildung oder Umschulung ist es aktuell auch das Modell der abschlussorientierten Teilqualiikation, in der Un- oder Angelernte zu einem Berufsabschluss geführt werden. Und Zuwanderung ist übrigens auch ein kleines Mosaiksteinchen, um diese Lücke zu füllen: Fünf Prozent aller aktuellen Azubis in Mecklenburg-Vorpommerns IHK-Betrieben haben einen Migrationshintergrund. Und? Schafen die das? Der Übergang gelingt dort relativ gut, sofern sie zuvor noch die Regionalschule besucht haben. Dann sind sie sprachlich zumeist recht it. Abgesehen davon haben sie meist noch einen ganz konkreten Vorteil: Ihre Ainität zur Selbständigkeit. Da haben unsere Jugendlichen durchaus Nachholebedarf und einen solchen Karriereweg weniger im Focus. Gerade mit Blick auf die vielen Unternehmen auch in unserer Region, bei denen in den kommenden Jahren eine Nachfolge ansteht. Wenn diese Betriebe statdessen schließen müssten, würden damit auch Arbeitspläze wegfallen und Produkte und Dienstleistungen gingen der Region verloren. S. Eichler Feiern Sie mit uns Geburtstag! Jubiläumsangebote bis -50% täglich geöffnet | 11 bis 15 Uhr | 17 bis 22 Uhr Turmstr. 28 | Neubrandenburg | Tel. 0395 563 90 53

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