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Stadtmagazin - Dezember 2020

06 1 2 3 Zwischen

06 1 2 3 Zwischen Shopping undGänsebraten Wirsindmittendrin in dieser stimmungsvollen Zeit,die wiekaumeineanderevon Sehnsüchten und Hoffnung geprägtist –trotz allem, wasindiesem Jahr mehr Mühe machtals sonst.Ein Adventsbummel durchNeubrandenburgsInnenstadt fängt Momenteein, in deneneseinfachnur weihnachtet... Text Carina Göls |Fotos Carina Göls &UlrikeKielmann DieEngel warenindiesem Jahr nicht sodurstig –und auch relativnüchtern. Vielleichthatten sie einfach nur besonders viel zu tun und keine Zeit für den Angels’ Share – den Schluck der Engel (Anteil des Whiskys, der imLaufe seiner Lagerung aus dem Fass verdunstet). Denn Britta Wutschke konnte aus einem Fass ihres eigens in Schweden für sie gebrannten Whiskys mehr als 50 Halbliterflaschen füllen. Spätestens jetzt sind die Engel raus –und nein –noch istder Weihnachtsmann nicht ander Reihe, denn die Kundschaft da. Denn längst sind einige der guten Tropfen in ihrem lauschigen Tabakgeschäft in der Stargarder Straße in Neubrandenburg über den Ladentisch gegangen. 750 Pfeifen, mehr als 400 Sorten Zigaretten und zig Zigarren –und eben jede Menge Wein, Gin, Whisky und Co. hält sie für Kunden bereit. Ein Rausch ist das kleine Geschäft allein durch die Melange von Tabak und Leder und dem, was die WändelangeJahreaufsogen ... „Genuss ist Leben!“, verkündet Britta Wutschke. Das sagen sich die Vier-Tore-Städter –allerdings nicht nur zwischen (Hoch-)Prozentigem und auf dem Lottoschein zum großen Geld bei der Whisky-Frau –, sondern allerorts in der Innenstadt. Und wenn dann noch Markttag ist und ein freundlicher Mann auf dem Schifferklavier Weihnachtsweisen verschenkt,dannscheintdas Licht in den Herzen wieder aufzuflackern. Ein Licht, das die Pandemie indiesem Jahr beinahe zu erstickendrohte. Doch eben nur beinahe. Und das letzteWorthat bekanntlich nicht die Dunkelheit. Margit Lenz bringt es auf den Punkt, während sie am Gemüsestand in der Wintermittagssonne das Suppengrün prüft: „Es gab schon schlimmere Zeiten. Und wirlassen uns in unserer Familiedas Fest nichtnehmen, auch wenn manches anders werden wird.“ Anders, ja, was ist denn so anders? Waswirdsoanders? Weil Weihnachtsmarkt und Budenzauber fehlen? Weil die Eingänge ins Marktplatz-Center nur je ein bis zwei Kunden durchschleusen und sich die Schlange derer, die ihr Weltenheil für einige Zeit im adventlich strahlenden Kaufhaus suchen, meterweit zieht? „Ich glaube, esist einfach wie eine anhaltende Last, eine Angst, eine Sorge, die sich vielen Menschen auf die Brust gelegt hat. Das darf man nicht

07 4 1 | Lichterglanz in der Turmstraße 2 | Im Marktplatz-Centergeht es weihnachtlich zu 3 | Britta Wutschke präsentiert ihren schwedischen Whisky 4 | Gritta Wiegert hat in diesen Tagenim „Marienkäfer“ besonders viel zu tun 5 | Im Zauber desLichtscheins erleben dieMenschen den Advent. 6 | Abendstimmung aufdem Boulevard 5 6 zulassen. Aber ich habe soeine Zeit auch noch nicht erlebt. Aber wie sagt man so schön, das Leben geht weiter“,sagtein älterer Herr,der sich an diesem Tag „langsam auf Weihnachten einstimmen möchte“. Da ist er in guter Gesellschaft. In den Geschäften in der City scheinenwenig Hektik unddie Menschen stiller beseelt von dem Wunsch, den Lieben ein besonderesFest zu bereiten. Und das beginnt schon bei den Kleinsten. Gritta Wiegert hat an diesem vorweihnachtlichen Morgen im „Marienkäfer“ in der Turmstraße gerade den Schlüssel im Schloss umgedreht, da gehört ihre Aufmerksamkeit einer jungen Mutter, die das Little Dutch – ein Holzspielzeugtrend aus Holland, Kinderservice endlich mal nicht in Pink, sondern in Lindgrün –, haben möchte. „Haben sie da?“ Die Angestellte in dem Geschäft für Spielzeug, Kinderkleidung und Accessoires hat es. Und auch eine Babydecke nach denen die Senioren fragen, die eben hinzukamen. Für den Enkel. Es soll ein Päckchen auf Reisen gehen in diesem Jahr. Trotz aussichtsloser Treffen soll das Geschenk ein Volltreffer werden. Daher muss vor dem potenziellen Kauf ein Handy-Foto an die Tochter gesendet werden. Mütter mögen ja heute nicht mehr so sehr Überraschungen – schon gar nicht für den Nachwuchs. Sei es drum. Es ist einfach nur romantisch, sich beim Betrachten der Kaufmannsläden, Plüschtiere, Püppchen und Röckchen vorzustellen, wie die Familien unterm Christbaum ihre kostbaren Momenteerleben. VonFunkeln undGlitzern bis Hören undLesen Kostbar auf ganz andere Weise sind auch die Momente bei Juwelier Witt im Einkaufszentrum. Der Andrang ist groß. Abstandhaltengilt natürlichauch hier. Eswird beraten, verkauft, verpackt ...Die Advents-Kundschaft ist spürbar. Das Funkeln und Strahlen der Schmuckstücke soll einfach inwenigen Tagen bei ihren Lieben in den Augen zusehen sein. Kitschig? Ganz und gar nicht. Denn wohl selten in einer Adventzeit ist die Sehnsucht nach Weihnachten, dem ewig wiederkehrenden beständigen Hort des Zusammenseins so tief gewesen wie in dieser.Kaumjemals sollten die am Wegesrand liegenden Bruchstücke des Alltags wieder zu einem guten Ganzen zusammengefügt werden. Was war und noch ist, das soll möglichst bald aus den Tagen radiert und maximal noch in Büchern Platzhaben. Doch der aktuell begehrte Lesestoff ist meist weit entfernt davon. Auf dem Gabentisch landen Belletristik ebenso wie Fachliteratur, Kinderbücher und auch immer öfter Hörbücher.Den Geschichtenlauschen, die Fantasie auf Reisen schicken –das geht für Groß und Klein, wie Solveig Weller aus derThalia Buchhandlung weiß. Werdamehr verschenken oder für sich haben möchte, für den haben ihreKollegenund sieein Hörbuch-Abo parat, das „Google-Nest“. Klingt behaglich, ist es auch, wie die Fachfrau versichert. Rund 70 000 Hörbücher hält das Mini-Ding, das über Sprachsteuerung funktioniert, bereit. Hören, riechen, schmecken fühlen –das ist es ja dann auch, was den adventlichen Bummel in der Stadt prägt. Und dass viel und gern gelesen wird, das offenbart dabei auch dieAktion der Regionalbibliothek „Mit Abstand mein Lieblingsbuch“. Nach wenigen Tagen hängen schon etliche Fotos von Buchcovern, in unterschiedlicher Form von Lesern präsentiert, in den Schaufenstern des Verleihhauses. Für die Kulturbeauftragteder StadtFrankaButz ist das nichtnur einZeichen dafür, dass in der Bibliothek eine Idee zündete, sondern auch dafür, „dass die Menschen

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