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Ratgeber Traumjob

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SEITE 10 FREITAG, 19. JUNI 2020 Wenn Freunde zu Konkurrenten auf der Karriereleiter werden Von Elena Zelle Beim Geld hört die Freundschaft auf, besagt ein Sprichwort. Aber gilt das auch, wenn Freunde oder gar Paare um den einen heiß ersehnten Job konkurrieren? Hamburg/Oldenburg. Die Doktorandenstelle, das Referendariat in einer renommierten Kanzlei, der Job bei der Praktikumsfirma: In manchen Branchen sind die Arbeitsstellen für Berufseinsteiger rar – und somit heiß umkämpft. Dann werden manchmal Freunde oder gar Pärchen, die sich im Studiengang kennengelernt haben, zu Konkurrenten, zumindest beruflich. Gleiches kann natürlich auch Berufserfahrenen passieren, die zur selben Zeit den nächsten Karriereschritt anstreben. Wie gehen Freunde oder Paare am besten damit um? Bei diesem Thema sollte man sich über eine Grundvoraussetzung im Klaren sein, wie Psychologin und Coach Kristine Qualen sagt: „Man sieht sich immer zwei Mal im Leben.“ Klarheit und Fairness sollten daher selbstverständlich sein. Wer versucht, etwas hinter dem Rücken der befreundeten Konkurrenz zu drehen, schafft Konfliktpotenzial. „Dinge, die verdeckt stattfinden, sind Sprengstoff.“ Wilfried Schumann kennt das Thema aus seiner alltäglichen Arbeit mit Studenten. Er leitet den Psychologischen Beratungs-Service von Universität und Studentenwerk Oldenburg. Er empfiehlt, eine gemeinsame Etikette für die Konkurrenzsituation zu verabreden. „Das Wichtigste ist, dass man die Situation nicht verleugnet, sondern offenlegt und gemeinsam eine angemessene Lösung findet.“ So könne man die Situation sportlich nehmen: Es Wer mit Freunden um Jobs konkurriert, sollte seine eigenen Interessen dabei auf keinen Fall zu weit zurückstellen. Foto: Monique Wüstenhagen kann eben nur einer den Kampf um den Job gewinnen, man überträgt diese Tatsache aber nicht auf die Beziehung. Oder man einigt sich darauf, dass man sich nicht als Konkurrenz versteht, sondern sich gegenseitig unterstützt und als Team agieren möchte. Coach Anne Forster, die sich auf die Beratung junger Berufstätiger spezialisiert hat, findet: „Das Ganze ist ein Geben und Nehmen, darauf basiert auch das gesamte Berufsleben.“ Sie hält es für unproblematisch, sich zum Beispiel gegenseitig auf ausgeschriebene Stellen hinzuweisen oder Tipps für das Bewerbungsgespräch zu geben. Es brauche im Bewerbungsprozess aber trotzdem Eigeninitiative und ein eigenes Netzwerk. Gegenseitige Unterstützung hält Psychologin Qualen ebenfalls für sinnvoll, auch wenn es um konkurrierende Freunde geht. „Die Netzwerkpflege ist im gesamten Berufsleben wichtig, warum also nicht möglichst früh damit starten?“ Vergleiche mit anderen sind gefährlich Freunde können etwa auch Bewerbungsgespräche gemeinsam durchspielen, sich Feedback geben oder in Sachen Bewerbungsunterlagen Kristine Qualen Wilfried Schumann Anne Forster Foto: K. Qualen Foto: Universität Oldenburg Foto: Anne Forster gegenseitig beraten. Damit beide davon profitieren und die Freundschaft nicht leidet, benötigt man aber viel Mut und innere Distanz, um dem Gegenüber eine ehrliche und somit auch hilfreiche Rückmeldung zu geben. Was aber tun, wenn es kommt, wie es kommen muss: Einer hat den Job, der andere nicht? „Völlig egal kann uns das nicht sein, so ticken wir Menschen nicht“, betont Schumann. Man muss sich aber bewusst darüber sein: Vergleiche mit anderen sind immer gefährlich. Oft seien sie auch einfach unangemessen, weil man unterschiedliche Talente oder Fähigkeiten hat. Außerdem seien gerade Bewertungen bei Bewerbungen nicht ganz objektiv. Wichtig ist: Man sollte sich nach einem Misserfolg nicht für Ewigkeiten schachmatt setzen lassen. „Es spielen immer Glück, die Tagesform und viele andere Dinge, die man nicht beeinflussen kann, hinein.“ Nun könnte man etwa im Studium und somit auch in der späteren Jobsuche verschiedene Schwerpunkte setzen, um solch unangenehme Situationen zu umgehen. Wenn es thematisch passt, wunderbar, findet Schumann. „Wenn man sich nur aus Gründen der Freundschaft Interessen verkneift, hinter denen Herzblut steckt, würde ich sagen: Das Opfer ist zu groß.“ Eine andere Möglichkeit wäre, den zeitlichen Ablauf des Studiums etwas anders zu gestalten, um sich ein wenig aus dem Weg zu gehen. Eine besondere Herausforderung ist eine solche Situation für eine Liebesbeziehung, so Schumann. Manche Paare schaffen es ganz gut, voneinander zu profitieren. „Es kann aber auch sein, dass man sich nicht auf Augenhöhe fühlt und böses Blut entsteht.“ Wenn einer merke, dass er sich unterlegen fühlt, sollte man Beziehung und Job voneinander trennen und sich Unterstützung zum Beispiel bei anderen Kollegen holen, empfiehlt Wilfried Schumann. „Jeder sollte in der Hinsicht dann seinen eigenen Weg gehen, und das Studium oder das Berufliche sollte so weit wie möglich aus der Beziehung herausgelassen werden.“ Anzeige Seit über 20 Jahren sind wir als bundeseigenes Unternehmen im Bereich desRückbaus und der Entsorgung kerntechnischer Anlagen tätig. Wirbieten Fachkräften,Absolventen und Praktikanten die Chanceauf einen attraktiven Arbeitsplatz mit Zukunftschancen. EWN Entsorgungswerk für Nuklearanlagen GmbH Personalbetreuung und -entwicklung personalwesen@ewn-gmbh.de 038354 4-8201 Kräftemessen zwischen Kollegen im Blick behalten Köln. Konkurrenz belebt das Geschäft, heißt es. Tatsächlich kann ein Wettbewerb Mitarbeiter zu Bestleistungen motivieren. In manchen Fällen passiert aber das genaue Gegenteil: Niemand kann sich mehr auf seine eigentliche Arbeit konzentrieren. Enormer Stress, hohe Fehlzeiten oder sogar Kündigungen können die Folge sein. „Entscheidend ist, ob Misstrauen, Missgunst und Feindseligkeit im Spiel sind“, sagt Timo Müller. Er leitet das Institut für Konfliktmanagement und Führungskommunikation (IKuF). „Oft steckt hinter einer solchen Rivalität nämlich kein einfaches, spielerisches Kräftemessen, sondern ein ungelöster Konflikt oder gleich mehrere Konflikte zusammen.“ In diesen Fällen sei es wichtig, als Führungskraft nah am Team zu sein, das Problem frühzeitig zu erkennen und zu handeln. Aber was genau ist zu tun? Die beiden Parteien dazu auffordern, den Streit einfach beizulegen, helfe nicht weiter. Stattdessen müsse in einem vermittelnden Gespräch nach der Ursache des Konflikts gesucht werden. „Oft sind Führungskräfte dafür jedoch nicht geschult worden“, sagt Müller. Dann könne es sinnvoll sein, sie weiterzuqualifizieren oder sich externe Hilfe zu holen. Alternativ kann man versuchen, die Streithähne direkt zu trennen und in unterschiedlichen Teams einzusetzen. Das ist der Ansatz von Anke Sommer. Sie leitet das Institut Sommer für Coaching, Team- und Persönlichkeitsentwicklung. „Wenn jeder seinen eigenen Wirkungskreis hat, gibt es keine Revierkämpfe. Dann fühlt sich niemand vom anderen bedroht, jeder kann sich auf seine Stärken konzentrieren“, sagt sie.

FREITAG, 19. JUNI 2020 SEITE 11 Frauen und Technik! Jungen Frauen fehlt es aber oft an beruflichen Vorbildern im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Foto: Rainer Berg/Westend61 Karriere in Wissenschaft und Handwerk Warum Technik was für Mädchen ist Um Schülerinnen für den MINT-Bereich zu begeistern, ist vielfach eine Extraportion Engagement nötig. Später müssen Frauen oft gegen den Strom schwimmen. Warum ist der Weg immer noch so schwierig? Von Katja Wallrafen Stuttgart/Bielefeld. In der Naturwissenschaftlichen Forschungswerkstatt der Universität Leipzig werden Schülerinnen dazu ermuntert, Physik zu studieren. Das Handwerkerinnenhaus Köln ermutigt Mädchen, den Spaß einer Ausbildung zu entdecken. Die Hochschule Offenburg ermöglicht berufstätigen Frauen den (Wieder)-Einstieg ins Ingenieurstudium. Drei von vielen MINT-Angeboten in Deutschland auf dem Internetportal komm-mach-mint.de. Ermuntern, ermutigen, ermöglichen – in Deutschland strengt man sich gehörig an, Schülerinnen und junge Frauen für MINT-Fächer und Ausbildungen zu begeistern. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik: Wer in Pretoria. Kein Geld, kein Kredit, aber hochfliegende Pläne: Bei ihrem Griff nach den Sternen kämpft die Südafrikanerin Tshepang Ralehoko gegen Widrigkeiten aller Art. „Ich werde Verkehrspilotin“, sagt sie mit Überzeugung in der Stimme. Zwischen 70 000 und 100 000 Euro kostet so eine Ausbildung für ihren Traumberuf. Geld, das die 23-Jährige nicht hat. Dennoch steht sie jetzt bereits kurz vor der Vollendung ihrer Ausbildung als Privatpilotin, dank einer beispiellosen Aktion, die ihr diesen Fachbereichen eine Ausbildung oder ein Studium absolviert, der hat in der Regel ausgezeichnete Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Ein krisensicherer Job und gute Verdienstmöglichkeiten sind eigentlich starke Argumente. Warum machen immer noch mehr Männer als Frauen in MINT-Branchen Karriere? „Klischees und gesellschaftliche Stereotype halten sich hartnäckig“, sagt Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU), Wirtschaftsministerin in Baden-Württemberg. „Viele Berufsbilder werden als ‚Männerberufe‘ angesehen. Oft fehlt es an bekannten weiblichen Vorbildern in MINT-Berufen, mit denen sich Mädchen und Frauen identifizieren können.“ Das Land setzt auf die Initiative „Frauen in MINT-Berufen“, die Mädchen und Frauen in ihrer Berufsentscheidung bestärken und sie auf ihrem Weg in die technische Arbeitswelt begleiten will. Moderne Berufsbilder kennenlernen Hoffmeister-Kraut zufolge ist das Projekt erfolgreich. Ein entscheidender Faktor sei, dass Frauen und Schülerinnen die Möglichkeit erhalten, MINT-Bereiche umfassend kennenzulernen: „Es ist wichtig, einen Eindruck davon zu bekommen, welche Berufsbilder es heutzutage gibt, und dann vor allem, dass man sich selbst auch in solchen Berufen sehen kann.“ Mädchen und Frauen seien stärker an den gesellschaftlichen und nicht nur an den funktionalen Bezügen von landesweit Aufmerksamkeit einbrachte. Mit ihrer Mutter backte sie eimerweise Kekse, die sie vor Weihnachten zur Finanzierung ihrer Ausbildung an Firmen und Privatleute verkaufte. Eine Bäckerei im Township bot Hilfe an und unterstützte sie dabei. Zudem kamen Spenden über ein Crowd-Funding-Projekt in den sozialen Medien rein. „Es ist wichtig offen zu kommunizieren, dass man Hilfe braucht; man sollte sich nicht scheuen, darüber zu reden“, sagt sie heute. Über Twitter vernetzte sie sich nicht nur „mit den richtigen Leuten“, wie sie sagt, sondern wurde auch schnell zur Inspiration für junge Frauen mit ähnlichen Träumen und Problemen. Die entschlossen auftretende Frau aus dem Township Atteridgeville (bei Pretoria) steht beispielhaft für die junge Generation des Kontinents; sie sucht zunehmend ihren Platz ganz vorne und entdeckt auf dem Weg dahin auch die Chancen der Digitalisierung. „Aufgeben ist keine Option“, lautet das Lebensmotto von Tshepang. Bisher gab es ihr Recht: Die Privatpilotenlizenz ist immerhin die erste Stufe ihrer Ausbildung auf dem Weg in den Pilotensitz eines Verkehrsjets. Stiftung wirbt für Luftfahrtberufe Wie Tshepang finden in Südafrika immer mehr junge Frauen ihren Weg ins Cockpit und kämpfen dabei mit ausgesprochener Hartnäckigkeit. Wie Refilwe Ledwaba, die 2005 als erste schwarze Pilotin bei der Polizei ihres Landes Helikopter flog und heute als Ausbilderin tätig ist. Sie steckt hinter der GFPA-Stiftung, die jungen Afrikanerinnen den Weg in Luftfahrtberufe ebnen will und aktiv dafür in den Schulen der diversen Länder der Region wirbt. Wie Tshepang wuchs auch Ledwaba in einem Township auf. Ein Job als Stewardess zur Finanzierung ihres Medizinstudiums brachte sie auf den Geschmack, eine Karriere in der Luftfahrt zu suchen. Es ist eine Branche, die nicht nur in Südafrika überwiegend noch weiß und männlich dominiert ist. Die International Society of Women Airline Pilots geht davon aus, dass bei den großen Airlines gerade mal fünf Prozent der Flugzeugführer heute Frauen sind und nur Technik interessiert. Dafür brauche es geschlechtergerechte didaktische Zugänge, MINT-Lerninhalte sollten Alltags- und Lebensweltbezüge herstellen. Wie es deutschlandweit vorangeht mit den Frauen und MINT, dokumentiert die Webseite komm-mach-mint. de: „Wir registrieren ein deutliches Vorangehen, doch die Erwartung, dass sich schnell etwas ändert, kann nicht erfüllt werden“, sagt Barbara Schwarze, Professorin für Gender und Diversity Studies und Vorstandsvorsitzende des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit. „Anfangs wurde von den Mädchen und Frauen verlangt, dass sie sich von Männern dominierten Strukturen anpassen sollten, um erfolgreich zu sein“, sagt sie. Inzwischen aber gehe man davon aus, dass sich der gesamtgesellschaftliche Ansatz ändern muss. Das sieht auch Wolfgang Gollub so. Er ist beim Arbeitgeberverband Gesamtmetall für die Nachwuchssicherung zuständig und beobachtet bei Ingenieurinnen, „dass sie ausdauernd noch gegen den Strom schwimmen müssen“. Nicht etwa, weil Männer ihnen mit böser Absicht Steine in den Weg legen. Sie treffen sowohl im Studium wie auch später in der Berufswelt auf etablierte Strukturen, die sich nur langsam ändern. Der Roboter muss nicht Fußball spielen Aber schon im Teenageralter haben technikinteressierte Mädchen unter Umständen einen schweren Stand. Oft haben die Mädchen das Gefühl, sie müssten sich für ihr Interesse entschuldigen oder erklären. Gendersensible Didaktik in den Schulen kann dieses Selbstbewusstsein stärken. Denn Mädchen schätzen sich selbst in naturwissenschaftlichen Fächern oft schlechter ein, als sie sind. Manchmal sind es kleine Stellschräubchen, an denen man drehen kann. Etwa bei der Fragestellung bei naturwissenschaftlichen Experimenten. Schülerinnen wollen den Roboter vielleicht nicht unbedingt als Fußballspieler programmieren. Aber wenn sie ihn in eine spannende Geschichte einbauen und dazu eine gute Choreografie bringen können, sind sie enthusiastisch dabei. Wie sich Afrikanerinnen den Weg ins Cockpit erkämpfen Von Ralf E. Krüger Pilotinnen sind in Afrika immer noch eine Ausnahme. Doch inzwischen sitzen auch Frauen auf dem Platz ganz vorn im Flugzeug. Die Südafrikanerin Tshepang Ralehoko finanzierte ihre Pilotenlizenz durch Kekse. Foto: Ralf Krüger 1,4 Prozent als Bordkommandant. „Wir müssen einfach die Vorstellung ändern, dass Luftfahrtberufe nur Männern vorbehalten sind“, meint Tshepang Ralehoko, die im Rahmen eines Schulprojektes als Teenager erstmals im Cockpit eines Airbus-Simulators saß. „Ich hatte bis dahin immer nur weiße Männer in Pilotenuniformen gesehen und gedacht, dass Frauen das nicht dürfen“, erinnert sie sich. Erst Vorbilder wie Refilwe Ledwaba änderten diese Sicht und inspirierten Schülerinnen wie Tshepang.

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