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Ratgeber Traumjob

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SEITE 28 FREITAG, 29.

SEITE 28 FREITAG, 29. JUNI 2018 Wo es Wirklich mehr Wissen gibt so erkennen lernwillige einen guten kurs der markt für fort- und weiterbildungen ist ein unübersichtlicher dschungel. anbieter können sich zwar mit siegeln schmücken. in der Praxis sind die aber nur begrenzt hilfreich. foto: © contrastwerkstatt -fotolia.com Von Pauline Sickmann berlin. DIN EN ISO 9001, LQW oder QESplus: Wersich beruflich weiterbilden möchte, stößt bei der Suche nach dem richtigen Institut häufig auf Siegel wie diese. Sie stehen für sogenannte Qualitätsmanagementsysteme. Wie eine Schablone können die Bildungseinrichtungen solche Systeme individuell mit konkreten Grundsätzen, Aufgaben und Zielen füllen. Doch was heißt das genau? „Wenn eine Einrichtung ein Siegel hat, ist das erst mal nicht schlecht“, sagt Alrun Jappe von der Stiftung Warentest. Es ist für den Verbraucher aber keine große Orientierungshilfe. „Mit dem Siegel zeigt der Anbieter nur,dasserseine Arbeitsabläufe systematisch plant und steuert. Es sagt nichts über die von ihm angebotenen Weiterbildungen aus.“ Deshalb sei umgekehrt ein siegelloser Anbieter nicht unbedingt schlechter. Wer ein Siegel hat, ist zumindest auf dem Papier um Qualität bemüht. Denn die verschiedenen Systeme helfen Einrichtungen und Trägern, ihr Angebot zu verbessern. Eine Sprachschule kann zum Beispiel festlegen, dass nur Muttersprachler mit fremdsprachendidaktischer Qualifikation unterrichten und eine bestimmte Lerngruppengröße nicht überschritten wird. Sind diese Standards festgelegt, kann sich das Bildungsinstitut von einem Gutachter der jeweiligen Zertifizierungsstelle prüfen lassen. Generell gibt es verschiedene Qualitätsmanagementsysteme. Sie unterscheiden sich durch die Branche, für die sie entwickelt wurden. Einige, zum Beispiel die DIN EN ISO 9001, sind branchenübergreifend anwendbar. Andere sind extra für Bildungseinrichtungen entwickelt worden. Dazu gehören unter anderem die „Lernerorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung“ (LQW), erklärt Thomas Borowiec vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Auch das Siegel „QESplus“ gehört zu diesen extra für den Bildungsbereich entwickelten Qualitätsmanagementsystemen. Verschiedene bausteine werden bewertet Die Siegel unterscheiden sich außerdem in den Bausteinen und Verfahren, aus denen sich die Überprüfung zusammensetzt. Das können zum Beispiel die Begehung der Unterrichtsräume, eine Aktenüberprüfung oder auch eine Befragung der Mitarbeiter und Kunden sein. Häufig zu sehen bei der Suche nach einer passenden Weiterbildung ist die Zertifizierung „AZAV“. Dahinter steckt die „Akkreditierungsund Zulassungsverordnung Arbeitsförderung“. Jeder Auskunft am Info-Telefon telefonisch informieren können verbraucher sich über das Beratungstelefon des Bundesbildungsministeriums (BmBf). unter der nummer 0800 2017909 informieren weiterbildungsberater werktags zwischen 9und 17 uhr zu allen relevanten fragen. außerdem helfen sie, die richtige weiterbildung und bei Bedarf den passenden ansprechpartner vor ort zufinden. Träger, der eine von Jobcenter oder Arbeitsagentur geförderte Maßnahme anbietet, benötigt diese Zertifizierung. Statt bei der Wahl der Weiterbildung ausschließlichauf Siegel zu achten, sollten Interessierte folgendermaßen vorgehen, sagt Alrun Jappe: „Man sollte sich im ersten Schritt bewusst machen, was man in der Weiterbildung lernen möchte. Im zweiten Schritt kann man schauen, ob die Kurse der verschiedenen Einrichtung das bieten, was man sich vorstellt.“ eine ganze liste von merkmalen Auch Borowiec rät, nicht auf einzelne Siegel zu vertrauen. „Ein solches Zertifikat ist nur eines von vielen Merkmalen, die eine qualitativ hochwertige Weiterbildung ausmachen.“ So sollten Interessierte auch einen Blick auf das Kursprogramm oder die Qualifikation des eingesetzten Lehrpersonals werfen: Wie sind die Inhalte strukturiert, welche Methoden kommen zum Einsatz, gibt es einen Praxisbezug? Und selbst die Ausstattung der Räumlichkeiten kann einen Hinweis auf die Qualität der Weiterbildung geben. In seiner Checkliste „Qualität beruflicher Weiterbildung“ rät das BIBB Weiterbildungsinteressierten außerdem, sich in jedem Fall darüber zu informieren, wie ein Kurs endet: mit einer Teilnahmebescheinigung, einem Berechtigungsnachweis oder einer Prüfung? Ist Letzteres der Fall, sollte man sich unbedingt über die rechtliche Grundlage, den Geltungsbereich und den Veranstalter der Prüfung informieren. „Erst wenn in all diesen Punkten mehrere Weiterbildungen überzeugen, kann ein Siegel oder Zertifikat der ausschlaggebende Punkt sein“, sagt Borowiec.

FREITAG, 29. JUNI 2018 SEITE 29 Seltene Berufe viel abwechslung an Bord Binnenschiffer sind auf den wasserstraßen in deutschland und dem angrenzenden ausland unterwegs –kein arbeitstag gleicht dem anderen. sie müssen schließlich auch mehrere Jobs ineinem beherrschen. Von Verena Wolff duisburg. Julian Schnieders ist schon früh auf ein Schiff gekommen –zarte sechs Jahre war er alt, als der Onkel ihn auf seinem Binnenschiff mitnahm. „Das muss mich als Kind wohl so fasziniert haben, dass ich immer wieder und länger mitgefahren bin“, sagt der heute 19-Jährige, der im dritten Jahr seiner Ausbildung zum Binnenschiffer ist. Doch der Onkel ging in den Ruhestand, als Julian 13 war –und dann war auch die Zeit des Mitschipperns erst mal zu Ende. „Ich hatte aber immer das Bedürfnis, wieder auf einem Schiff zu fahren und zu arbeiten.“ Darum hat er mit 15 ein Praktikum bei einer Reederei auf einem Tankschiff gemacht und dort schließlich auch mit seiner Ausbildung begonnen. Doch Firma und Azubi passten nicht recht zueinander,Schnieders zog die ganze Berufswahl in Zweifel. Dann aber fand er einen anderen Ausbildungsplatz auf einem modernen Tankschiff eines Familienbetriebs, die Chemie stimmte. „Seither habe ich die Faszination für den Beruf wiedergewonnen“, sagt der junge Mann, der an Bord der „Charisma“ jetzt regelmäßig über die Flüsse und Kanäle in Deutschland und dem angrenzenden Ausland fährt. Und ohne diese Faszination geht es nicht, sagt Volker Müßig. Er ist der Leiter des Schulschiffes „Rhein“, das in Duisburg-Homberg vor Anker liegt. Dort leben jedes Jahr rund 300 Auszubildende, die im benachbarten Schiffer-Berufskolleg die theoretischen Blöcke ihrer Ausbildung absolvieren. Sie werden an Bord des Schulschiffs auf die Arbeit an Deck vorbereitet, verpflegt und betreut. „Wer Binnenschiffer wird, der muss diesen Beruf gern machen“, sagt Müßig, der außerdem im Vorstand des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) ist. Allerdings habe man auch einen Beruf, der sehr vielseitig ist, viele Freiheiten mit sich bringt, im besten Fallviele freie Tage –und der noch dazu gut bezahlt wird. Auch Julian Schnieders hat bereits Erfahrung mit seinen Schichten – häufig heißen die 14/14. „Das bedeutet, dass ich zwei Wochen ununterbrochen an Bord bin und dann zwei Wochen freihabe“, erläutert er. Allerdings bedeutet das auch, dass man nicht jedes Wochenende bei seinen Freunden oder der Partnerin sein kann. „Das ist gerade für die jungen Leute ein großes Problem“, sagt Müßig. Trotzdem sind die Arbeitszeiten noch angenehmer als etwa in der Seeschifffahrt, wo die Schichten in Monaten gezählt werden. Um die Ausbildung zum Binnenschiffer gut hinter sich zu bringen und schließlich Teil eines Teams zu werden, müssen die jungen Leute einiges mitbringen. „Das ist weder ein Job für Mimosen noch für Egoisten“, sagt Müßig. „Wir brauchen Leute mit hoher Sozialkompetenz, die ein gutes technisches Verständnis haben und bei allem einspringen, was zu tun ist“, sagt Klaus Paulus, der Schulleiter des Schiffer- Berufskollegs Rhein. Denn man sei mitunter lange allein oder im kleinen Team unterwegs, muss den Haushalt auf dem Schiff schmeißen und ist gleichzeitig Schiffsführer und Bordmechaniker. Dabei kommt es heute nicht mehr so auf die Kraft an wie noch vor ein paar Jahrzehnten. „Vieles wird inzwischen per Joystick oder Touchscreen bedient“, sagt Azubi Schnieders. Trotzdem vermittelt die Schule natürlich die Grundlagen dessen, was sich hinter Technik und Mechanik verbirgt. „Zwar findet vieles in geschlossenen Schränken statt“, sagt Müßig. Trotzdem müsse jeder das Grundsätzliche verstehen. Der Mix aus Theorie und Praxis ist auch für die Ausbildung immens wichtig. „Wir haben einen Turnus, nach dem die jungen Leute ein Mal im Jahr drei Monate lang in der Schule sind und dann wieder auf ihrem Schiff oder im Ausbildungsbetrieb.“ Schnieders findet daswichtig,umdas Gelernte gleich an Bord anzuwenden. „Sonst gerät es wieder in Vergessenheit.“ Formale Voraussetzungen verlangen die Binnenschiffer nicht. „Früher war das ein Beruf, der lauter Leute ohne Schulabschluss eingesammelt hat“, sagt Müßig. Das sei schon lange nicht mehr so. „Man muss ein technisches Grundverständnis mitbringen und die Dasist weder ein Jobfür Mimosen noch für Egoisten. Volker Müßig, Vorstandsmitglied im Bundesverbandder DeutschenBinnenschifffahrt. deutsche Sprache beherrschen“, sagt Paulus. Auch Englisch werde immer wichtiger und geprüft. „Aber was sie brauchen, lernen sie hier.“ Viele Auszubildende seien Umschüler –der älteste war 54 Jahre alt. In einem normalen Jahrgang variiere das Alter zwischen etwa 16 und 30 Jahren. Auch immer mehr Frauen gibt es in der Ausbildung: Ihr Anteil betrage etwa 10 bis 15 Prozent. Arbeit gibt es für die Bootsleute auf Passagier-, Güter- oder Tankschiffen. Auch Fähren und Schlepper können Einsatzorte sein. Die Binnenschiffer sind für Schiffe und Ladung gleichermaßen verantwortlich. Sie seien „Maschinisten, Elektriker, Maler und Hauswirtschafter in einem“, sagt Paulus. Genau das, was Julian Schnieders an dem Job so gut gefällt. „Die Abwechslung macht es aus.“ Und noch einen Vorteil hat die Arbeit: „Man wird auf dem Schiff auch als Einzelkind schnelleigenständig.“ Nach der Bootsmannprüfung, wie die Gesellenprüfung heißt, können die Binnenschiffer neuerdings einen Meister machen. Zudem gibt es die Möglichkeit eines dualen Studiums an der Hochschule in Elsfleth. An der Elbe in Schönebeck gibt es eine weitere Schule. Unter den Ausbildungsberufen gehört der Binnenschiffer mit zu den bestbezahlten, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung ermittelt hat. Auch die Jobaussichten seien gut, betont Müßig. Putzen, warten, reparieren, steuern – Binnenschiffer wie Julian schnieders sind an Bord für alles zuständig. fotos (4): markus scholz

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