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SEITE 14 FREITAG, 30.

SEITE 14 FREITAG, 30. NOVEMBER 2018 Finanzen Versicherungen: Ballast abwerfen! Nicht alle Policen, die im Erwerbsleben ein Muss waren, werden im Rentenalter noch gebraucht. Es lohnt sich zu überprüfen, welche Verträge im Alter nötig sind und welche nicht. Von Monika Hillemacher Wichtig: Die Privathaftpflicht, die Autohaftpflicht und die Krankenversicherung bleiben auch für Senioren ein Muss. Sie „sichern existenzielle Risiken ab“, begründet Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV). Wobei die Autohaftpflicht natürlich nur für Senioren gilt, die auch ein Fahrzeug versichert haben. Die private Haftpflicht greift bei Personen-, Sachund Vermögensschäden. Sogar Haustiere – mit Ausnahmen von Hunden – sind eingeschlossen. Die Police gilt sowohl bei Schäden, die an Demenz Erkrankte anrichten, als auch beim Umzug ins Altersheim. In dem Fall kann es lohnen, auf einen Senioren- oder Singletarif umzusteigen. Diese sind dann oft billiger. Ältere Menschen, die mit ihren Kindern unter einem Dach leben, können über deren Haftpflicht- und Hausrat-Policen mitgeschützt sein. Diese Geld sparende Option sollte geprüft werden, rät der Bund der Versicherten. Weniger wichtig: Eine Rechtsschutz-Versicherung sollte auf einen Tarif Senioren können sogar eine eigene Diebstahlversicherung für ihren Rollator abschließen. Aber ist die wirklich notwenig? Foto: Cathrin Müller ohne Berufsrechtsschutz umgestellt werden, sofern dieser günstiger ist. „Es ist kein Arbeitgeber mehr da, mit dem man streiten kann“, sagt Frank Golfels vom Bundesverband der Versicherungsberater. Der Nutzen einer privaten Pflegeversicherung ist unter Fachleuten umstritten. Vor einer Entscheidung dafür oder dagegen sollten Senioren sich in Heimen ihrer Umgebung über die Kosten für einen Platz informieren und abwägen, ob sie nicht mit Rente und Leistungen der gesetzlichen Pflegekasse über die Runden kommen, empfiehlt Golfels. Wer sich für den Abschluss entscheidet, sollte bedenken, dass der Beitrag umso höher wird, je später der Vertrag unterschrieben wird. Nichtig: In die Rubrik Wegfallen ordnet Golfels die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ein. Der Grund ist einfach: Wer nicht mehr arbeitet, muss das Risiko der Berufsunfähigkeit nicht mehr absichern. Die BU kann mit dem Rentenbeginn also gekündigt werden. Einsparpotenzial sehen Golfels und Boss rund um die Gesundheit. Verzichtbar ist demnach eine Krankenhaustagegeldpolice, denn mit Beginn des Ruhestands ist keine Vorsorge für vorübergehende Arbeitsunfähigkeit mehr erforderlich. Eine Versicherung für die Brille ist nach Ansicht von Lars Gatschke vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ebenfalls entbehrlich. Sein Tipp: Die kaputte Brille vorübergehend durch ein Billigmodell ersetzen oder regelmäßig etwas Geld für eine neue zurücklegen. Denn generell hält Gatschke zu Produkten passende Policen für Humbug. Eine Diebstahlpolice für Rollator und andere Hilfsmittel von der Krankenkasse ist ebenfalls nicht notwendig: „Sofern keine grobe Fahrlässigkeit beziehungsweise kein Vorsatz beim Bestohlenen festzustellen ist, wird bei Verlust und Diebstahl grundsätzlich problemlos ersetzt“, heißt es beim AOK-Bundesverband. Aus Seniorensicht auch kein lohnendes Geschäft: die Sterbeversicherung, die für die Beerdigungskosten aufkommen soll. In sie wird nach den Erfahrungen der Experten meist mehr eingezahlt, als rauskommt. Anzeige Willkommen im Willkommen im Prenzlau, Freyschmidtstraße 20 Montag bis Donnerstag – 17.00 Uhr Freitag Prenzlau, Freyschmidtstraße 07.0020 – 16.00 Uhr Montag bis Donnerstag 07.00 – 17.00 Uhr Prenzlau, Freitag Marktberg 6 07.00 – 16.00 Uhr Montag, Mittwoch, Donnerstag 10.00 – 13.00 Uhr ▪ 14.00 – 17.00 Uhr Dienstag Prenzlau, Marktberg 6 10.00 – 13.00 Uhr ▪ 14.00 – 18.00 Uhr Freitag Montag, Mittwoch, Donnerstag 10.00 – 13.00 Uhr ▪ 14.00 – 16.00 17.00 Uhr Dienstag 10.00 – 13.00 Uhr ▪ 14.00 – 18.00 Uhr Freitag 10.00 – 13.00 Uhr ▪ 14.00 – 16.00 Uhr Templin, Am Markt 16 (Eingang Berliner Straße) Dienstag Donnerstag Dienstag Donnerstag Lychen, Am Markt 8b 09.00 – 13.00 Uhr ▪ 13.30 – 18.00 Uhr 09.00 – 13.00 Uhr ▪ 13.30 – 16.00 Uhr 09.00 – 13.00 Uhr ▪ 13.30 – 18.00 Uhr 09.00 – 13.00 Uhr ▪ 13.30 – 16.00 Uhr Templin, Am Markt 16 (Eingang Berliner Straße) Montag 09.00 – 13.00 Uhr ▪ 13.30 – 16.00 Uhr Mittwoch Lychen, Am Markt 8b 09.00 – 13.00 Uhr ▪ 13.30 – 18.00 Uhr Montag 09.00 – 13.00 Uhr ▪ 13.30 – 16.00 Uhr Mittwoch 09.00 – 13.00 Uhr ▪ 13.30 – 18.00 Uhr 24-Stunden-Service auf unserem Online-Kundenportal nutzen: www.uckerstrom.de 24-Stunden-Service auf unserem Online-Kundenportal nutzen: www.uckerstrom.de

FREITAG, 30. NOVEMBER 2018 SEITE 15 Minijob Gebraucht werden, Geld verdienen! Immer mehr Rentner arbeiten Auch jenseits von 65 Jahren gehen viele Menschen arbeiten — weil sie wollen oder müssen. Die Deutsche Rentenversicherung berät, was sich lohnt und was beachtet werden sollte. Von Sabine Meuter & Basil Wegener Berlin/Bonn. Als Rentner nur noch zu Hause die Einfahrt fegen, das ist nicht jedermanns Sache. Viele wollen gebraucht werden oder zusätzlich zur Rente ein paar Euro verdienen. Aber: „Man sollte nur das machen, was man kann und was einem Spaß macht“, sagt Erhard Hackler, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga. Laut Bundesagentur für Arbeit (BA) hatten Ende September 2017 bundesweit knapp 1,05 Millionen Menschen über 65 Jahren einen Mini-Job. „Ob diese über 65-Jährigen mit einem Mini- Job bereits Rente beziehen oder nicht, das ist uns nicht bekannt“, erklärte BA-Sprecher Paul Ebsen. Denn bei Erreichen eines bestimmten Alters ist man nicht automatisch Bezieher einer Rente. „Eine Altersrente gibt es grundsätzlich nur auf Antrag“, sagt Dirk von der Heide, Sprecher der Deutschen Rentenversicherung Bund. Arbeitet ein Beschäftigter nach Erreichen der regulären Altersgrenze weiter, dann muss er nicht zwangsläufig zusätzlich zu seinem Einkommen seine Rente beziehen — er kann die Rente auch hinausschieben. „Für jeden hinausgeschobenen Monat erhöht der Arbeitnehmer seine Rente um einen Zuschlag von 0,5 Prozent“, erklärt von der Heide. Wird der Rentenbeginn um ein Jahr verschoben, dann ist das ein Plus von sechs Prozent. Werden in dieser Zeit weiter Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt, erhöht sich die Rente zusätzlich. Möglich ist auch, eine Altersrente zu beziehen und Ehrenamt oder Mini-Job? Vor der Entscheidung sollte der Wahrheit ins Auge gesehen werden: Wo liegen meine Stärken? Was macht mir Spaß? Wie viel Zeit will ich aufwenden? Foto: © Rido - Fotolia.com Senioren bilden die größte Gruppe bei den geringfügig Beschäftigten Im Nordosten bessern immer mehr Senioren ihre Rente mit einem Mini- Job auf. Im vergangenen Jahr gingen 14 606 über 65-Jährige in Mecklenburg-Vorpommern einer geringfügigen Beschäftigung nach, fast 1500 mehr als ein Jahr zuvor. nebenbei zu arbeiten. Rentner können in beliebiger Höhe hinzuverdienen. „Die Rente wird dadurch nicht gekürzt“, sagt von der Heide. Das zu versteuernde Einkommen steige aber. Rentenversicherungsbeiträge müssen die betroffenen Arbeitnehmer nicht zahlen. Der Arbeitgeber zahlt bei abhängig Beschäftigten weiter in die Rentenkasse ein. Die Rente erhöht sich dadurch für den Arbeitnehmer aber nicht. Beschäftigte können auch gegenüber Das geht aus einer Kleinen Anfrage der Linken im Landtag hervor. Die Zahl ist ein neuer Höchststand und wächst seither. Bundesweit hat sich die Zahl zwischen 2003 und 2017 auf über eine Million verdoppelt, wie aus einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Damit stellt die Altersgruppe 65 Jahre und älter mittlerweile den größten Anteil an den geringfügig Beschäftigten. Im Dezember 2017 gab es genau 1 074 689 Minijobber, die 65 Jahre und älter waren. Ende 2003 ihrem Arbeitgeber erklären, selbst den Arbeitnehmeranteil zu entrichten. „Dann erhöht sich durch die eigenen und die vom Arbeitgeber gezahlten Rentenversicherungsbeiträge die Rente zum 1. Juli des Folgejahres“, so Arbeiten neben der Rente, zum Beispiel im Reinigungsgewerbe. Foto: Frank Rumpenhorst Für Malerarbeiten noch nicht zu alt. Foto: Jan WoitAS waren es nur 587 046. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linken im Schweriner Landtag, Henning Foerster, sieht die zunehmende Zahl der jobbenden Senioren mit Sorge und wertet den Anstieg als ein Zeichen für Armut im Alter. von der Heide. Wer bereits eine Rente bezieht, kann sie übrigens durch die Zahlung freiwilliger Beiträge erhöhen. Möglich ist dies für Bezieher einer Altersrente, solange sie das reguläre Rentenalter noch nicht erreicht haben. Bezieht jemand eine Altersrente mit Abschlägen, hat er die Option, diese durch Sonderzahlungen ganz oder teilweise auszugleichen. „Auch hier ist eine Zahlung nur bis zum Erreichen des regulären Rentenalters möglich“, sagt der Experte. In jedem Fall empfiehlt sich eine individuelle Beratung durch die Rentenversicherung. Beachten sollten Senioren: Wer eine Altersrente bezieht und parallel arbeitet, hat keinen Anspruch auf Krankengeld, wenn er länger als sechs Wochen ausfällt. Im Gegenzug ist der Beitrag zur Krankenversicherung geringer. Sind ältere Arbeitnehmer für längere Zeit krank, dann kann die Krankenkasse verlangen, dass der Betroffene einen Rentenantrag stellt. „Die Auswirkungen eines Hinzuverdienstes auf die Krankenversicherung, aber auch steuerliche Aspekte sollten Bezieher von Altersrente in jedem Fall mit ihrer Krankenkasse und mit einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein besprechen“, rät von der Heide. Eine andere Form des Zuverdienstes im Alter ist ehrenamtliches Engagement. Vor allem wohltätige Einrichtungen bieten dafür Betätigungsfelder. Wer auf der Suche nach einem passenden Ehrenamt ist, kann Senioreneinrichtungen oder Gemeindeverwaltungen ansprechen. Einkünfte aus dem Ehrenamt können ebenfalls beitragspflichtiges Arbeitsentgelt sein. „Jedoch gilt auch hier, dass bis zu 6300 Euro im Kalenderjahr anrechnungsfrei zur Altersrente hinzuverdient werden können.“ Priester bleibt Priester Von Frank Wilhelm Arnold Handke ist schon seit neun Jahren im (Un)-Ruhe-stand. Der 79-Jährige arbeitet aber nicht des Geldes wegen. Neubrandenburg. Arnold Handke weiß schon jetzt, was er am 24. Dezember nachmittags unternimmt. Der 79-jährige Neubrandenburg wird sich in sein Auto setzen und ins 30 Kilometer entfernte Röckwitz hinter Altentreptow fahren. In der katholischen Gemeinde des Dorfes hält er den Gottesdienst zum Heiligen Abend. Mit fast 80 Jahren ist Arnold Handke nahezu jeden Sonntag und feiertags unterwegs, um das Wort Gottes zu predigen. „So lange es geht, Arnold Handke werde ich das machen“, sagt der Theologe, der sich immerhin schon seit neun Jahren im (Un)-Ruhestand befindet. Mit 70 Jahren wurde der katholische Pfarrer Rentner. Aber was heißt schon Rentner bei einem Mann Gottes? Einmal Priester immer Priester. Ohne die Kollegen im Ruhestand würde es Felix Evers, Pfarrer der katholischen Gemeinde Neubrandenburg, schwerfallen, die Gottesdienste in den umliegenden Orten abzusichern. Dabei hätte sich Arnold Handke einen „richtigen“ Ruhestand redlich verdient. Stavenhagen, Wismar, Neubrandenburg und Schwerin – das waren seine Stationen als hauptamtlicher Seelsorger. Aktuell predigt er regelmäßig sonntags in Stavenhagen und Malchin. Demnächst wolle er aber etwas kürzer treten. „Ich will nicht mehr gar so weite Autofahrten zu den Kirchen auf mich nehmen“, sagt er. Einen Lohn bekommen Handke und die anderen ehrenamtlichen Priester im Ruhestand nicht. Sie arbeiten für ihren lieben Gott und die Gläubigen. Für alle Fälle immer zur Stelle Von Frank Wilhelm Auch wenn er zu Hause mit Hof und Hühnern genug zu tun hat, arbeitet der 68-jährige Gerhard Prütz noch regelmäßig als Hausmeister. „Ich werde noch gebraucht“, sagt er. Neubrandenburg. Wer schon einmal im Medienhaus des Nordkurier in Neubrandenburg zu tun hatte, ist möglicherweise schon Gerhard Prütz begegnet. Der 68-Jährige fällt auf. Nicht nur, weil er eine stattliche Erscheinung ist und Blaumann trägt. Prütz hat immer auch ein freundliches Wort für seine Mitmenschen auf den Lippen, egal, ob er gerade den Schneeschieber oder aber Hammer und Zange schwingt. Gerhard Prütz Fotos (2): F. Wilhelm Schon in den letzten Monaten seines aktiven Arbeitslebens als Hausmeister und Mann für alles beim Nordkurier stand für Prütz fest, dass mit dem Renteneintritt noch nicht Schluss sein soll mit dem Arbeitsleben. Die flexible Regelung, die der Gesetzgeber für arbeitende Rentner gefunden hat, passe ihm sehr. „Wenn ich gebraucht werde, ruft man mich an, und dann komme ich“, sagt er. Prütz hat sogar zwei Arbeitgeber: Die Heimatzeitung und das „Konsulat“, eine Kneipe in Neubrandenburg. Er erledigt alles, was anfällt, bis hin zur Reinigung der für Journalisten nicht ganz unwichtigen Kaffeemaschine. Auch wenn die finanzielle Aufbesserung der Rente willkommen sei, gehe es ihm gar nicht in erster Linie ums Geld. „Ich freue mich über jedes Gespräch. Und ich habe das Gefühl, gebraucht zu werden“, sagt der gelernte Molkereifacharbeiter, der zu Hause mit Garten und Hühnern durchaus gut zu tun hat. Kontakt zum Autor f.wilhelm@nordkurier.de

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