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Ratgeber Garten Ausgabe UM

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Ausgabe Uckermark

Seite 10 freitag, 29..

Seite 10 freitag, 29.. März 2019 Haben sich eine Platte gemacht: Familie Ilchmann verwandelte ihre WBS-70-Wohnung in Neubrandenburg mit ungewöhnlichen Gestaltungsideen in einen Wohfühlort der besonderen Art. Fotos (7): KoNRAD Wegener Wohnträume Buntes Familienparadies in der Platte Von Konrad Wegener Neubrandenburg. Statistiken sind etwas Schönes. Sie verraten uns zum Beispiel, dass der durchschnittsdeutsche Mann 4,4 Mal in seinem Leben umzieht, während die deutsche Frau 4,6 Mal im Leben den Wohnort wechselt. Wie man so ganz praktisch betrachtet – 0,4 oder 0,6 Mal umzieht – interessiert die Statistiker in diesem Zusammenhang vermutlich wenig. Familie Ilchmann aus Neubrandenburg hat es anders gemacht: Sie sind einfach durch die Wand gegangen. Joel Ilchmann fand 2010 über das Internet seine erste Studentenwohnung im Neubrandenburger Reitbahnviertel. Der Karlsruher hatte damals ziemlich wilde Vorstellungen von den Plattenbausiedlungen im Osten. Irgendetwas zwischen Lostplace, Abenteuerspielplatz und Geisterstadt. Was er vorfand, war dann doch eher gesittet, normal, unaufgeregt. Die Dreiraumwohnung im Reitbahnweg, die der damals 23-Jährige bezog, war preiswert. Alles war leicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen, der Reitbahnsee nur einen Katzensprung entfernt. Das kleine Glück. Auch Friederike Ilchmann wohnte im Reitbahnweg. Die Mecklenburgerin wuchs in einem kleinen Dorf bei Krakow auf, bevor sie Early Education an der Hochschule Neubrandenburg studierte. Irgendwann liefen sich die beiden über den Weg – kein Wunder beim selben Lernund Wohnort –, lernten sich kennen und lieben. Alles, was man braucht, gibt es im Wohnviertel Die Dreiraumwohnung von Joel Ilchmann reichte dem Paar als gemeinsame Wohnung anfangs völlig aus. Die ästhetischen Unzulänglichkeiten der Plattenbauwohnung kaschierten die jungen Leute mit einer großen Portion Kreativität. Doch irgendwann wurde es ihnen zu eng. „Wir wollten mehr Platz für uns und unsere Ideen und Gäste“, erinnert sich Joel Vom Zuhause in einem einstigen DDR-Neubau schwärmen wohl die Wenigsten, wenn sie sich ihre Traumwohnung ausmalen. Zu Unrecht. Wie so oft im Leben kommt es darauf an, was man daraus macht. Ilchmann. Was tun? Keiner von beiden wollte aus dem Viertel weg, sie fühlten sich hier wohl. „Das Reitbahnviertel ist ein wunderbarer Platz zum Leben“, schwärmt Joel Ilchmann, „es gibt hier alles, was man braucht.“ Neben Spielplätzen, ruhigen Hinterhöfen, netten Nachbarn und Einkaufsmöglichkeiten begeistert die beiden vor allem die Nähe zum Reitbahnsee. Drei Minuten zwischen Wohnung und Badestelle seien einfach grandios: „Wo hat man das sonst schon?“ Selbst ein Garten am See gehört nun zur Familie. Der Entschluss zu bleiben, war gefasst. Und weil die Ilchmanns wussten, dass die Nachbarwohnung schon längere Zeit unbewohnt war, fragten sie bei ihrer Wohnungsgesellschaft, ob man nicht beide Wohnungen zusammenlegen könne. Man konnte. Kein Vermieter mag Leerstand. Und so rückte eines Tages der Bautrupp mit einer Kreis(ch)säge an, die sich mit mörderischem Lärm durch die Wand zur Nachbarwohnung fraß. Manche Leute kommen zu einer Wohnung, bei den Ilchmanns kam die Wohnung zu den Leuten. Platz war nun im Überfluss – sechs Zimmer auf 120 Quadratmeter – und vor allem viel Raum für Kreativität. Die war auch nötig, denn mit dem Wanddurchbruch hatten sich die Ilchmanns nicht nur Wohnraum, sondern auch jede Menge Baustellen erobert. Durchsaniert ist ihre Wohnung nicht, die Fenster stammen noch aus DDR-Zeiten und sind was für Frischluftaffine – auch in geschlossenem Zustand. Mit der Platte auf Du und Du Betritt man heute die Wohnung, sieht man, dass gestalterischer Mut keinen Reichtum, außer jenen an Ideen, erfordert. Die riesige Küche ist der Mittelpunkt der Wohnung. Auf der einen Seite nackter Beton, der noch die Nummerierungen aus der Bauzeit trägt. Daran sind Industrieleuchten befestigt, die dem Arbeitsbereich Licht spenden. Statt eines Fliesenspiegels hat die Familie eine sattgelb leuchtende LKW-Plane befestigt, die dem Raum einen warmen Ton verleiht. „Das war einfacher zu verarbeiten als Fliesen und sieht auch noch supercool aus“, freut sich Joel Ilchmann. Nicht einmal die IKEA-Küche durfte bleiben wie sie ist: Sie schmückt ein bunter Reigen aus vielen verschiedenen Griffen und Knäufen. Visà-vis hängt eine kleine Vitrine mit Glasböden aus dem Jahr 1852 und darin – hübsch beleuchtet – Legomännchen. Die knapp dreieinhalb Quadratmeter kleine sogenannte „Nasszelle“ des WBS-70 ist eine besondere Herausforderung. Ohne Fenster und ohne Platz kann auch der Kreativste hier keinen großartigen Raumgewinn erschaffen. Familie Ilchmann hat nun immerhin zwei Bäder dieser Art und vermutlich das einzige goldene in ganz Neubrandenburg. Klein, aber oho! Das Hobbyzimmer gibt einen Hinweis darauf, dass oft und viel gebastelt wird. Manches Möbelstück vom Sperrmüll wurde hier zum Schmuckstück „upcycelt“, wie es neudeutsch heißt. So findet sich ein mit Comics geschmücktes Schränkchen, vor dem so manches Mal ein enttäuschtes Kind stand, weil die Geschichte einfach keine Fortsetzung hatte. Auch eine mit Monopolygeld veredelte Sitzgarnitur sorgt für Aufmerksamkeit im Wohnzimmer. Im kleinen Flur hängen Dutzende Schallplatten an der Decke, die farbige Vielfalt der Bodenbeläge und Wandgestaltung sorgt für Abwechslung und erfreut das Auge. 120 Quadratmeter Gesamtkunstwerk zum Wohlfühlen. Mittlerweile ist die Familie auf vier Mitglieder angewachsen. Und es sieht nicht danach aus, dass die Ilchmanns ihrer Platte untreu werden. Es gibt schließlich immer etwas umzubauen. Ideenschmiede: Im Kreativzimmer wird viel gebastelt. Gespiegelt: Der Comicschrank hat schon so manches Kind fasziniert. Glanzstück: Dreieinhalb Quadratmeter Bad in Gold.

FREITAG, 29. MÄRZ 2019 SEITE 11 Das schlaue Örtchen Von Simone A. Mayer Moderne Toiletten sind längst ein Hightech-Produkt: Dusch-WCs waschen und föhnen untenrum. Sie haben hinterlegte Nutzungsprofile, wärmen den Sitz auf Wunschtemperatur vor und saugen Gerüche ab. Nun könnte eine neue Toilette sogar zur Weltrettung beitragen. Frankfurt/Main. Die Hersteller von Sanitäranlagen haben ein neues Lieblingsobjekt: die Toilette. Denn in diesem Produktbereich tut sich gerade sehr viel, wie auf der Sanitärmesse ISH zu sehen war. Die einfache Keramikschüssel, bei der man selbst noch den Deckel schließen muss, ist längst zum schlauen Örtchen mit Spa-Gefühl geworden. Und Nutzer sollen sich – geht es nach den Sanitärfirmen – intensiver mit ihrem persönlichen Wohlbefinden auf dem Klo auseinandersetzen. Während das für viele Deutsche noch immer befremdlich klingt, sind etwa Dusch-WCs unter anderem in Japan längst Standard. Sie sind eine Mischung aus Toilette und Bidet. Sie duschen nach dem Toilettengang den Intimbereich ab. Richtung, Stärke, sogar Massage-Art und Temperatur des Wasserstrahls lassen sich oft individuell regeln und in Nutzerprofilen speichern. Anschließend wird noch warm geföhnt. Seit einigen Jahren versuchen die Hersteller, auch Europa mit Dusch-WCs auszustatten – langsam mit Erfolg. „Dusch-WCs werden gekauft wie verrückt“, sagt Dennis Jäger, Chefredakteur der Fachzeitschrift „SBZ Sanitär.Heizung.Klima“. Geholfen dabei hat eine Rückbesinnung auf europäisches Design. Asiatische Modelle sind häufig klobiger als die gewohnten Produkte hierzulande, und sie sind mit viel Technik ausgestattet. Sie bieten etwa Musik und farbige Beleuchtung an – das alles kam hierzulande nicht an. Inzwischen gibt es aber unauffällige Dusch-WCs, deren technischer Inhalt nicht von außen oder beim Blick ins Innere zu erahnen ist. So fahren sich Wasserhahn und Föhn nur bei Bedarf aus. „Das ist neu, und das war wichtig: Es gibt keine Kompromisse mehr beim Design der Dusch-WCs. Die Technik ist versteckt“, betont Frank Richter, CEO von Duravit. Spülen sei viel hygienischer als die Säuberung mit Papier, sagt Richter. Er vergleicht das mit dem Waschen dreckiger Hände. „Wie gut kann man Hände reinigen, indem man sie an trockenem Papier reibt? Das geht mit Wasser doch viel besser.“ Allerdings ist dafür auch etwas mehr Technik im Bad nötig: Die Dusch-WCs, auch als Washlets bekannt, brauchen einen Wasser- und teils Stromanschluss. Moderne Technik sorgt für mehr Reinheit Das alles lässt sich häufig über eine Fernbedienung oder über das Smartphone steuern. „Natürlich fragen sich die Menschen, muss man mit einer App aufs Klo gehen“, sagt Duravit-CEO Richter. Aber statt Zeitungen dort zu lesen, nehmen heute ja eh viele das Smartphone mit. Auch beim Toiletten-Design hat sich einiges getan. Statt Hebel oder großer Tasten finden sich für die Spülung häufig schon Selbstauslöser oder Bewegungsmelder, wie man das etwa aus öffentlichen Gebäuden kennt. Wasser-Spartasten sind Standard. Darüber hinaus saugen moderne Toiletten auf Knopfdruck Gerüche ab, geben ein Nachtlicht ab, öffnen und schließen den Deckel berührungslos. Insbesondere die Hygiene hat die Hersteller umgetrieben: Die WCs können ihrem Besitzer ein Zeichen übermitteln, dass die Entkalkung fällig wäre. Manche halten antibakterielles Wasser zum Spülen bereit, andere haben eine besondere Glasur, die toxisch auf viele Bakterien und Keime wirkt. Außerdem sind moderne Schüsseln sauberer: Sie haben eine Flächenspülung, die nicht überspritzt. Ihnen fehlt meist der übliche Spülrand, sodass sich vergleichsweise wenig Ablagerungen, Keime und Bakterien ansiedeln. Oder die Glasuren sind besonders glatt mit entsprechender Wirkung. Und nicht zuletzt kann der Siphon unten breiter gestaltet sein, was dort die Wasserfläche erhöht und dadurch weniger Verschmutzung ermöglicht. Man sieht es ihm nicht an: In diesem WC steckt ein Design, dass Urin vom Spülwasser abspaltet und umweltschonend weiterverwertet. Foto: Andrea Warnecke Aber die Ideen gehen noch weiter, wenn auch meist noch in der Projektphase: Die Branche arbeitet zum Beispiel an Technologien, wodurch die Toiletten durch Urin-Analyse Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand des Benutzers ziehen können. Einen ganz anderen Ansatz hat die Firma Laufen auf der Messe ISH präsentiert: Das Trenn-WC kann Urin gesondert vom Spülwasser abfangen und weiterverwerten. 90 Prozent werden zu Brauchwasser, das in den Kreislauf zurückgeführt wird. Die übrigen 10 Prozent sind Stickstoff und Phosphor, die Nährstoffe im Urin. Sie lassen sich zu Dünger verarbeiten, der in der Schweiz bereits eine Zulassung hat. 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