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SEITE 18 FREITAG, 26.

SEITE 18 FREITAG, 26. APRIL 2019 leser öffnen ihre garagen So viel Luxus muss sein Mit sechs Metern Länge stellt der Cadillac seinen Fahrer vor Herausforderungen auf engen Straßen. Fotos (4): Privat Von Claudia Marsal Andy Herzog hat sich einen Herzenswunsch erfüllt. 2018 rollte ein Männertraum auf seinen Hof. Raus darf das Schätzchen mit ihm nur, wenn das Wetter gut ist. Uckermark. Als Andy Herzog im Juni 1971 im voigtländischen Plauen das Licht der Welt erblickt, rollt in Übersee gerade wieder ein Cadillac Sedan de Ville vom Band – der lange Zeit meistverkaufte Luxuswagen US-amerikanischer Herkunft. Dass sich die Wege der beiden einmal kreuzen, ist zu diesem Zeitpunkt alles andere als wahrscheinlich. Ein DDR-Bürger am Steuer eines Klassenfeind-Autos – damals undenkbar. „Meine Familie machte sich da vermutlich schon Gedanken um die Trabi-Anmeldung“, blickt der 47-Jährige schmunzelnd zurück. Dass es Oldtimer- Träume wie diesen gibt, erfährt der als Hafenmeister beschäftigte Mann erst viele Jahrzehnte später. Doch dann erwischt den Vater eines Teenagers die Autoleidenschaft mit aller Wucht. Nachdem er bei seinem Schwager in spe im uckermärkischen Bergholz das erste Mal einen Cadillac gesehen hat, steht für Andy Herzog fest: „Wenn ich mal Geld übrig habe, lege ich mir so einen zu.“ Gesagt, getan. Im Juli 2018 bietet sich die Gelegenheit. Seine Lebensgefährtin und er fahren nach Chemnitz runter, wo so ein, erst vor zwei Jahren nach Deutschland importiertes Schmuckstück steht. Mit seinen über sechs Metern Länge schlägt der Cadillac den Autoliebhaber aus dem Osten sofort in seinen Bann. Andy Herzog ist aber schon da klar, dass das nur eine Anschaffung für schöne Sonntage sein kann, keinesfalls ein Wagen für den Alltagsgebrauch. Dagegen spricht nicht nur die 7,8 Liter-Maschine, sondern auch die Tatsache, dass der Männertraum bis dahin nur die Sonne South Carolinas auf dem Lack gespürt hat. Damit über salzgestreute Straßen zu donnern, käme einem Sakrileg gleich, scherzt Andy Herzog. Apropos donnern, fürs Rasen ist der Cadillac natürlich auch nicht gemacht. Seine Freundin und er cruisen damit gemütlichst über die Landstraßen der Region, bei Tempo 80 ist Schluss. Das erklärt dann auch, warum die Neuanschaffung mit ihm am Steuer gerade mal zusätzliche 2000 Meilen aufs Tacho gebracht hat. Jede Fahrt ist wohlüberlegt, quasi ein Geschenk an sich selbst, wie er sagt. Oder an andere – Andy Herzog hat schnell gemerkt, wie viel Freude er anderen Menschen mit dem Cadillac bereiten kann. Wo immer der Besitzer mit der schmucken Limousine auftaucht, sind ihm die bewundernden Blicke der anderen sicher. 88-Jährige bekam glänzende Augen „Daumen hoch“ und „Super- Rufe“ gehören mittlerweile zu seinem Alltag. Stolz macht ihn das aber immer noch. Die größte Überraschung hat der Wagen aber im letzten Jahr einer 88-jährigen Dame bereitet. Die Bekannte der Familie wollte ihr Leben lang mal Cabrio fahren. Weil das auf die Schnelle nicht aufzutreiben war, kam Andy Herzog kurzerhand mit seinem Ami-Schlitten vorgefahren. Die glänzenden Augen der älteren Frau wird er vermutlich nie vergessen. Aktuell steht der Cadillac noch im Winterlager. Der Besitzer gönnt ihm einen Stellplatz in einer beheizten Halle, solange es kalt ist. Von dort unter den Carport rollen, wird das stets blankgewienerte Auto vermutlich erst Ende April, Anfang Mai, wenn keine Wetterkapriolen mehr zu befürchten sind. Aber Andy Herzog kann es kaum noch erwarten, den Motor anzulassen und mit dem typischen Cadillac-Grummeln vom Hof zu rollen. Bis zur nächsten Eisdiele oder bis zu den Verwandten, mehr Strecke will er dem guten Stück auch 2019 nicht zumuten – auch wenn die riesigen Sitze, deren Bezug an Omas alte Couch erinnert, super bequem sind. Und eins muss am Zielort immer vorhanden sein: Genug Parkraum, denn eine Lücke reicht dem Cadillac nie, besser sind zwei oder drei, denn das Schmuckstück ist nicht nur verdammt lang, sondern auch ziemlich breit, darüber hinaus dank Servolenkung aber leicht zu händeln. Es scheint ja fast so, als ob die Erbauer in Übersee vor 47 Jahren schon mitbedacht hätten, dass der Cadillac einmal enge uckermärkische Kurven meistern muss. Kontakt zur Autorin c.marsal@nordkurier.de Blankgeputzt ist nicht nur der Schriftzug, sondern der ganze Wagen. Der Glücksbringer ist immer dabei.

FREITAG, 26. APRIL 2019 SEITE 19 leser öffnen ihre garagen Beim Drag Race brennt die Luft ASP Autoservice Pasewalk Inh. Andree Thoß Anklamer Straße 44 17309 Pasewalk Telefon 03973-212193 Fax03973-212194 info@autoservice-pasewalk.de Ihre Autowerkstatt in Pasewalk Achsvermessung, Fahrzeugdiagnose, Inspektion, Karosseriearbeiten, Klimaservice, Reifenservice 30,48 Meter – das ist die Strecke, auf der bei diesem Rennen so richtig was abgeht. Zum Beispiel auf dem Hinterrad einer TS 150 von MZ. Einem Schrauber aus Ankershagen juckt es da schon mächtig in den Fingern. Von Hartmut Nieswandt Bocksee. Was treibt einen vernunftbegabten, ernsthaften Menschen dazu, das Vorderrad seines Motorrads abzuschrauben, durch Kufen zu ersetzen und dann nur auf dem Hinterrad genau 30,48 Meter lange Rennen zu fahren? Michael Kuntze, Zimmerermeister aus Ankershagen, ist so ein vernunftbegabter, ernsthafter Mensch. „Das ist mal ganz was anderes, das juckt richtig in den Fingern“, erzählt er über diese Sportart mit Namen Unimoto Drag Race, die aus den USA über den großen Teich nach Europa schwappte. Irgendwo in den USA in einer Stammkneipe in den 1980er-Jahren: Beim Bier wird die Idee geboren, einmal etwas ganz anderes auf die Beine zu stellen als die üblichen Veranstaltungen – ein Beschleunigungsrennen auf einrädrigen Bikes. Das Regelwerk wurde passend auf einem Bierdeckel zusammengefasst. Dass das alles keine Schnapsidee war, wurde spätestens 1991 klar. Da gab es den ersten offiziellen Auftritt der „Unimotos“ während der „Daytona Bike Week“. Und wie kam der neue Sport nun bis nach Ankershagen und Bocksee in Mecklenburg? „In wenigen Jahren wurde Europa von der Idee des Drag Race befallen“, Michael Kuntze hat zwei seiner Maschinen aufgebaut – „Dragon One“ mit 86 Pferdestärken (hinten) und „Black Darkness“, 65 PS. Foto: HARTMut NiESwandt schildert Michael Kuntze, den man eigentlich nur als „Multi“ kennt. Jedenfalls gehört Drag Racing nun zu den jüngsten Rennsportarten auch auf deutschen Wiesen, zum Beispiel im vorigen Jahr in Malchin, in diesem Jahr am 26. und 27. April in Bocksee. Dann findet der Bikertreff zum „2. Unimoto Drag Race Müritz Cup“ auf dem Sportplatz statt. Multi baute vor sechs Jahren das Unimoto Drag Race Team in Ankershagen und Umgebung auf, ist heute Präsident des Vereins, in dem es fünf Aktive gibt. „Ich kam durch einen guten Freund dazu. Der hatte mich mit zu einem Rennen genommen. Ich fand das toll und dachte: Das kann ich auch“, erinnert sich Multi. Und da er schon immer der geborene Schrauber ist, machte er sich daran, eine DDR-Maschine, die TS 150 von MZ, Baujahr 1972, 11 PS, in sein erstes Unimoto zu verwandeln. Dass er dass Drag Racing beherrscht, zeigte er zum Beispiel im vorigen Jahr, als er mit seiner dritten Maschine, der „Black Darkness“ mit 65 PS, Fahrerweltmeister wurde. Was geht ab bei einem Rennen, wie es Ende April auch in Bocksee zu erleben ist? Die Rennstrecke misst 100 Fuß, das sind 30,48 Meter. Die Strecke muss auf einem einzigen Rad zurückgelegt werden. Beim Rennen darf der Boden mit Teilen der Maschine, die sich vor der hinteren Achse befinden, nicht berührt werden. Motor und Vergaser müssen original sein, dürfen also nicht frisiert werden. Alles andere schraubt sich der Könner nach eigenen Ideen zusammen. Es muss ein Not- Stopp vorhanden sein, damit das Bike stoppt, wenn der Fahrer stürzt. Lenker und Bremsen zu montieren ist hingegen eine Kann-Bestimmung. Obwohl Multi ein vernunftbegabter, ernsthafter Mensch ist, freut er sich jetzt schon wie verrückt auf die beiden tollen Tage in Bocksee. Es ist ein internationales Fahrerlager zu Gast, eingeladen sind Drag Race-Teams aus Frankreich, der Schweiz, Polen, Österreich, den Niederlanden, Estland. Rund vier Stunden lang werden Action-Rennen gefahren. Der Sportplatz ist auch Festplatz – mit DJ, Band und Erotik. „Das kann ich gar nicht beschreiben, es ist die tolle, einmalige Stimmung unter auch ein bisschen verrückten Racern aus halb Europa“, schwärmt er – obwohl noch jede Menge Arbeit zu erledigen ist bis zum Start. Weitere Infos: nordic-darkness-msc@gmx.de www.nordic-darkness-msc.de Touren Nr.2 Auf 22Routen aktiv unterwegs in MV und der Uckermark - zu Fuß, per Rad oder im Boot Für nur 2,95 € am Kiosk Kein Kiosk inIhrer Nähe? Hier zzgl. Versandkosten bestellen: Tel. 0800 151 30 30 (Anruf kostenfrei) oder unter shop.nordkurier.de/touren ©fotograupner -Fotolia.com

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