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SEITE 20 FREITAG, 28.

SEITE 20 FREITAG, 28. JUNI 2019 Ungewöhnliche Karrieren Unbedingt was mit Menschen: Von der Atheistin zur Pastorin Conow/Schwerin. Punk-Ikone Nina Hagen hat es getan und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) auch: Sie haben sich als Erwachsene taufen lassen. Für Schwesig wäre irgendwann sogar ein Studium der Theologie vorstellbar, verriet sie irgendwann mal. Das sei ein Bereich, von dem sie wenig wisse und der sie noch interessieren würde. Die 44-Jährige aus Frankfurt (Oder) ließ sich vor neun Jahren im Schweriner Dom zusammen mit ihrem Mann und ihrem damals kleinen Sohn in die Kirche aufnehmen. „Die Geburt meines Sohnes war der wichtigste Grund, mich taufen zu lassen“, bekennt sie. „Als er zur Welt kam, war das für mich ein kleines Wunder.“ Wie Hagen und Schwesig stammt auch Juliane Handik aus der DDR. „Wir waren nie in der Kirche“, sagt die 32-Jährige, die in einem Dorf nahe Stralsund aufgewachsen ist, über ihre Kindheit. Der Uropa und die Oma seien noch praktizierende Christen gewesen, doch ihre Eltern, und damit sie selbst hätten kirchenfern gelebt. Typisch DDR eben. Basteln und Geschichten mit einer Kirchenfrau In den 1990er Jahren, nach der Wende, habe es im Hort ein Bastel- und Geschichtenangebot einer Frau von der Kirche gegeben. „Das hat mir gefallen“, erinnert sich Handik. „Da kam jemand und hat erzählt, wir haben zusammengesessen, eine Kerze war an – das fand ich schön.“ Als es aufs Abitur zuging und eine Entscheidung für ein Studium anstand, sei für sie klar gewesen: „Ich will etwas mit Menschen machen.“ Und dann habe Theologie im Raum gestanden, befördert In Ostdeutschland sind Christen stark in der Minderheit, und die Institution Kirche schrumpft weiter. In MV bekennt sich nur noch knapp jeder Fünfte dazu. Es gibt aber auch „Zuzügler“ von außen. Eine von ihnen ist Juliane Handik, seit Kurzem evangelische Pastorin. durch eine Freundin mit Bezug zur Kirche. Taufen ließ sich Juliane Handik erst während des Studiums. „Meine Eltern waren erstaunt und verwirrt, haben aber gesagt: Okay, wenn du das machst, dann mach‘s.“ Jedes Jahr lassen sich in Vorpommern rund 120 Erwachsene taufen, wie die Sprecherin des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises, Annette Klinkhardt, sagt. In Mecklenburg seien es etwa doppelt so viele, rund 350. Deutlich mehr kehren der Kirche den Rücken: Über 2200 Menschen traten Von Iris Leithold Juliane Handik, Pastorin der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Conow Hamburg. Ob aus der Toilette, der Badewanne, dem Geschirrspüler oder der Waschmaschine: Alles, was die Hamburger tagtäglich ihre Abwasserleitungen hinunterspülen, landet irgendwann bei Heiko Wamser und seinen Kollegen. Wamser ist Kanalwart und gerade in voller Montur im Einsatz: Im weißen Ganzkörperanzug, mit gelbem Schutzhelm auf dem Kopf und einer Maske vor dem Mund steht der 51-Jährige rund 20 Meter unter der Erde. Neben ihm rauschen Hunderte Liter brauner Brühe vorbei. Mit dabei ist auch Sielmeister Dirk Grünert. Mit einer großen Taschenlampe leuchtet er durch die müffelnde Hamburger Unterwelt. Das Sielnetz der Hansestadt ist insgesamt rund 5800 Kilometer lang – das entspricht in etwa der Entfernung zwischen Hamburg und Kanadas Hauptstadt Ottawa. Bequem aufrecht oder auch mal mit Roboter Hier in der Nähe der Elbbrücken, wo Wamser und Grünert seit sieben Uhr morgens im Einsatz sind, ist von der mehr als 175-jährigen Vergangenheit der Kanalisation nicht viel zu sehen: Die Wände des Siels sind aus Beton und kunststoffverkleidet und die beiden wuchtigen Absperrwände, die je nach Bedarf Wasser durchlassen oder aufhalten, werden mechanisch gesteuert. Heute steht die Wartung der beiden sogenannten Schieber auf dem Programm. Mit einem Hochdruckreiniger spritzt der Kanalwart Wasser auf die Wände. Tagein, tagaus von stinkenden Abwässern umgeben zu sein, ist sicherlich nicht jedermanns Traumjob – Heiko Wamsers schon: Man komme viel rum in der Stadt und die Arbeit sei abwechslungsreich, sagt er. „Heute machen wir mal ‘ne Begehung, morgen fahren wir mit dem Schlauchboot durch die Siele.“ An diesem Tag ist sein Arbeitsumfeld verhältnismäßig komfortabel, an allen Stellen kann er problemlos aufrecht stehen. Das ist nicht immer so. Manchmal ist der Durchmesser der Kanäle nicht viel größer als einen Meter, erzählt Wamser. Auf allen Vieren kriechen muss heutzutage bei „Hamburg Wasser“ aber niemand mehr: In besonders engen Kanälen werden kleine Kanalroboter eingesetzt. An diesem Tag schwimmt an ihm und seinem Kollegen allerhand vorbei: Klopapier, Wattestäbchen, ein paar allein im Jahr 2017 im Nordosten aus. Juliane Handik kennt einen Grund dafür: Vielen in ihrem Alter sei die Kirchensteuer zu viel, wenn sie eine Familie gründen und ein Haus bauen. Jetzt hat Juliane Handik ihre erste Stelle Kartoffeln, ein Gartenhandschuh. Ach, das sei noch gar nichts, zeigt sich der Sielmeister später zurück an der Erdoberfläche unbeeindruckt. Er habe schon Gebisse und Damenstrumpfhosen angespült kommen sehen, sogar ganze Fahrräder und Mofas seien schon dabei gewesen. „Wir haben schon alles gefunden hier.“ Auch schon mal eine Tatwaffe gesucht Hin und wieder interessiert sich sogar die Polizei für die Arbeit der Kanalarbeiter. Einmal hätten er und seine Kollegen die Beamten etwa bei der Aufklärung eines Messerangriffs an der Reeperbahn unterstützen sollen, erinnert sich Grünert: „Da wurden wir gebeten von der Polizei, diese Messer – die sind in die Toilette geworfen worden – dann im Siel zu sichern. Haben wir leider aber nicht gefunden.“ Foto: Christian Charisius als Pastorin angetreten, in Conow bei Malliß im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Mehr Dorf geht kaum: Die Backsteinkirche aus dem 19. Jahrhundert ist im zeitigen Frühjahr von einem Meer aus Schneeglöckchen umgeben. Verwitterte Steinkreuze ragen dazwischen auf und erzählen von Menschen, die vor langer Zeit hier lebten, starben und begraben wurden. Rundum stehen niedrige Backsteinhäuser. Handik kommt „von außen“, und das ist ein Trumpf in einem weitgehend atheistischen Umfeld: Wie die meisten Menschen um sie herum kannte sie lange die Lieder nicht, die im Gottesdienst gesungen werden, und was der Pastor vorn am Altar wann und warum macht. Sie versteht die Frage: „Was macht ihr da eigentlich?“ Sie weiß auch, dass kaum jemand von selber anklopft. „Man muss rausgehen“, sagt sie. „Wenn man drin bleibt, ist man unantastbar für andere.“ Immer ein Notizbuch mit Ideen dabei Was kann sie anbieten? „Ich sage: Wir haben eine Form von Gemeinschaft, die euch auch gut tun kann.“ In der Praxis sind das Sachen wie die Gründung einer Krabbelgruppe, Spielenachmittage, Filmvorführungen, Feste, Projekte mit Kita und Hort. „Ich habe ein Notizbuch mit Ideen“, sagt Handik. In den ersten Wochen ihres ersten Jobs hat sie aber erst einmal lernen müssen, wie viel Verwaltungskram ein Pastor zu erledigen hat. Die Kirche hat bauliche Mängel, Ausschreibungen müssen gesichtet werden. Aber das lächelt sie weg. Sie glaubt an ihre Kraft. Ihr Mann übrigens hat an derselben Schule wie sie Abitur gemacht, ist ein wenig jünger und wuchs auch kirchenfern auf. „Er fand das mit dem Theologiestudium toll“, sagt Handik. Er studiert noch in Rostock. Berufsziel: Pastor. Mit Taschenlampe und Gestank: Ein Job in der Unterwelt Von Hannah Wagner Wo andere nur die Nase rümpfen, hat Heiko Wamser eine abwechslungsreiche Aufgabe gefunden. Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht: Ein „Geisterjäger“ wie im Film ist Heiko Wamser nicht. Foto: Christian Charisius

FREITAG, 28. JUNI 2019 SEITE 21 Karriere bei Königs: Wo Diskretion Pflicht ist Von Annette Birschel Die Windsors, Oranjes oder die norwegischen Royals tun es. Sie alle suchen ihr Personal ganz normal per Stellenanzeige und geben sich locker. Über die Höhe des Lohns reden sie aber nicht so gern. Den Haag/London/Oslo. Manche Berufswünsche werden für immer Träume bleiben – das ist nun einmal eine bittere Wahrheit. Prinzessin zum Beispiel. Schließlich kann nicht jeder eine Meghan Markle oder Máxima Zorreguieta sein. Aber ein Leben am königlichen Hofe muss nicht so unerreichbar sein wie das einer Disney-Fee. Die britische Queen etwa hat gerade einen Butler gesucht. Freundlich muss er sein, hilfsbereit und ein echter Teamplayer, so hieß es in der Stellenanzeige des Hofes, und „fähig, mit allen möglichen Menschen zu kommunizieren“ – von high bis low sozusagen. Das klingt alles recht locker. Ähnlich lesen sich auch Stellenanzeigen anderer Königshäuser. Mitarbeiter gehen in den Buckingham-Palast zu einem Treffen. Putzleute fürs Schloss per Stellenanzeige gesucht Der norwegische König Harald etwa suchte Putzleute oder vornehmer ausgedrückt: Haus-Assistenten: „Hast du Erfahrung mit der Reinigung von Hotels, Großhaushalten oder Büros?“ Mit dieser skandinavisch familiären Anrede hoffte das Königshaus, schnell offene Stellen zu besetzen. Prunkvoller könnten die Arbeitsplätze kaum sein: das königliche Schloss in Oslo oder „Skaugum“, die Residenz von Kronprinz Haakon und Prinzessin Mette-Marit. Eine besondere Ausbildung scheint nicht nötig. So ein „husassistent“ sollte natürlich putzen und Blumen arrangieren können. Führerschein wäre gut und auch Computerkenntnisse. Und sonst? Hauptsache freundlich und flexibel. Ach ja – noch eine Kleinigkeit. Diskretion ist für eine Anstellung bei Hofe – wo auch immer – Pflicht. Denn schließlich wollen die Herrschaften wohl eher nicht so gern in der Zeitung lesen, wie es bei ihnen zugeht. FOTOS: Alastair Grant/Soeren STACHe Butler Mario Calvelo im Garten der britischen Botschaft in Berlin Kutscher mit Kenntnis fremder Sprachen Die Oranjes in den Niederlanden stellen höhere Ansprüche: So wurde für die königlichen Ställe ein Kutscher gesucht. Der sollte nicht nur über ausgezeichnete Manieren verfügen, sondern auch gleich mehrere Fremdsprachen beherrschen – Reiten musste er natürlich auch können. Von einer Telefonistin im Den Haager Palast erwartete man Humor, das ist natürlich nie verkehrt. Wer von einer Karriere bei Königs träumt – aufgepasst. Hofdame, Großmeister, Zeremonienmeister, Hofmarschall, Kammerherr – wenn man das hört, wähnt man sich schnell in fernen Märchenzeiten. Diese Ämter dagegen werden meist nicht über ordinäre Stellenanzeigen besetzt. Im sonst so lockeren Holland etwa dringt dazu nichts aus dem Palast heraus. Dabei geht König Willem-Alexander durchaus mit der Zeit. Nach der Thronübernahme von seiner Mutter Beatrix 2013 modernisierte er die Hofhaltung, stellte einen Redenschreiber ein und auch einen Direktor fürs Digitale. Auch wenn‘s ums Geld geht, sind viele Royals lieber diskret. Der norwegische Hof etwa schweigt zur Lohn-Frage für die Haus-Assistenten. Der müsse je nach Qualifikation und Erfahrung ausgehandelt werden. Königliche Erfahrung: Der Preis der Verschwiegenheit Sehr karg sollte die Bezahlung aber wohl besser nicht sein. Denn Diskretion hat auch einen Preis. Gerade die britische Königsfamilie weiß aus eigener Erfahrung, wie ehemalige Butler oder Leibwächter sich bei einschlägigen Medien ein Zubrot verdienten. Und was kann ein Butler von den Windsors erwarten? Ist es wirklich ein Traumjob? Im teuren London scheinen die angebotenen 23 000 Euro im Jahr etwas kärglich. Allerdings sind Kost und Logis inklusive. Außerdem handelt es sich um einen veredelten Ausbildungsplatz: „Wenn Sie uns auf unserem sehr etablierten Karriere-Weg begleiten, werden wir Ihnen dabei helfen, ein All-Round Gastgeber-Experte zu werden.“ Interesse? Na, dann die Stellenanzeigen der Royals ab heute unbedingt gründlich lesen. Anzeige Warum arbeiten Sie eigentlich nicht bei uns? Die Firmengruppe Brinkmannist mitüber640Mitarbeiterneinerder größtenAutomobilhändler inNorddeutschland. Unsere Angebotsvielfalt erstrecktsich überdie MarkenMercedes-Benz,Renault, Dacia sowie Opel und bietetvom PKW überden Transporterbis hin zum großen LKW alles rund um das Kraftfahrzeug an. Wir stellen den KundenundunsereMitarbeiterindenMittelpunktunseresHandelns. GutesBetriebsklima, klare Kommunikation, Verständnis, Verantwortung und solides Vertrauen sind Grundpfeilerunserer Unternehmenskultur. Um gemeinsamerfolgreichzusein,nehmen wir Anregungen und Ideen sehr ernst. Wir brauchen Verstärkung für unserTeam! 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Verbindungschaussee 8c . 17033 Neubrandenburg . Neustrelitzer Str. 111 19370 Parchim . Neuhofer Weiche 43-44 . 17153 Stavenhagen . Werdohler Str. 4 17192 Waren . Siegfried-Marcus-Str. 7 Brinkmann VorpommernGmbH, Autorisierter Mercedes-Benz Verkauf und Service 18439 Stralsund . Gustower Weg 9 . 17489 Greifswald . An den Bäckerwiesen 9 18311 Ribnitz-Damgarten . An der Mühle 33

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