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Nordkurier Ratgeber Mit 66 Jahren (Ausgabe UKK)

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SEITE 16 FREITAG, 31.

SEITE 16 FREITAG, 31. MAI 2019 Und links und links und rechts. Bei der Tanzgruppe der Seniorinnen des PSV 90 Neubrandenburg ist es nicht so schlimm, wenn sich eine Teilnehmerin mal in der Richtung irrt. Im DreiviertelTakt Tanzen hält Körper und Geist fit Einmal die Woche treffen sich Seniorinnen beim Polizeisportverein 90 Neubrandenburg, um das Tanzbein zu schwingen. Wer sich umschaut, spürt schnell, wie gut es den mobilen Damen bei der sportlichen Betätigung geht. Von Frank Wilhelm Anzeige Neubrandenburg. Ingrid Rösler und Bärbel Erler gönnen sich erst einmal ein Päuschen. Die beiden Neubrandenburgerinnen haben gerade eine gute halbe Stunde Tanz hinter sich, zusammen mit etwa 20 weiteren Seniorinnen, die Mitglieder des Polizeisportvereins 90 (PSV 90) Neubrandenburg sind. Dabei hätten Ingrid und Wir sind Bärbel, hier sprechen sich alle mit Vornamen an, wohl gar keine Pause nötig. Rank, schlank und fit sehen die beiden aus. Nach dem Alter fragt man Damen ohnehin nicht. Es darf aber versichert sein, dass beide deutlich jünger aussehen, als sie in Wirklichkeit sind. Sie sind quasi der lebendige Beweis dafür, dass das Tanzen wie ein Jungbrunnen ist. Ingrid Rösler und Bärbel Erler tanzen bereits seit 19 Jahren in der Gruppe von Marina Engel, die im Jahr 2000 gegründet wurde. Die sympathische Tanzlehrerin leitet beim PSV die Abteilung Gesundheitssport. Damit sind die beiden Seniorinnen die „Dienstältesten“ in der Truppe, die sich einmal in der Woche in der Boxerhalle des PSV auf eine Stunde sportliche Bewegung trifft. „Ich tanze, um beweglich zu bleiben“, sagt Bärbel Erler. Zudem sei ihr die Gemeinschaft wichtig. Man tausche sich aus über die Freuden und Probleme des Alltags. „Außerdem müssen Kopf und Fuß mitarbeiten“, erklärt sie. Einsame Männer hatten alle Chancen der Welt Männer sucht man vergeblich auf dem Hallenparkett, was allerdings die Regel bei den Hunderten Tanzsportkreisen für die ältere Generation in Mecklenburg-Vorpommern und dem Land Brandenburg ist. In der PSV-Gruppe kreuzte all die 19 Jahre lediglich ein Senior auf. Dabei hätten ältere, einsame Männer alle Chancen, Hahn im Korb inmitten einer Schar lebenslustiger Frauen zu sein. Bei Ingrid Rösler und Bärbel Erler würden andere Männer aber sicher abblitzen. Beide haben Ehemänner an ihrer Seite, allerdings eben nicht beim Tanz-Training. „Mein Mann ist kein großer Tänzer. Aber er geht jeden Morgen walken“, sagt Ingrid Rösler. Am Nachmittag machen sich dann beide zusammen auf den Weg zum Spaziergang. Die Pause ist zu Ende. Marina Engel ruft zum nächsten Tanz. „Wir bilden einen Kreis, und los geht‘s!“ Die Musik kommt aus einem kleinen Radio mit USB-Stick: leicht eingängige Folklore aus Schottland, Israel, Deutschland. Die Tanzlehrerin geht locker an die Sache. Die Frauen sollen ihren Spaß haben. Die eine oder andere Dame kommt aber doch ins Schwitzen, nicht nur wegen der körperlichen Anstrengung, sondern weil sie sich plötzlich nach rechts dreht, währenddessen all anderen die linke Richtung bevorzugen. Marina Engel lacht: „Das macht nichts.“ Das Beispiel zeige aber, dass es beim Tanzen eben nicht nur um die Physis geht, sondern auch um den Geist. „Die Choreografien müssen auswendig gelernt werden. Letztlich beugt man mit dem Tanzen auch der Demenz vor“, sagt sie. Karin Fourmont, Vorsitzende des Seniorentanzverbandes MV und selbst begeisterte Tänzerin, bringt es auf den Punkt: „Tanzen ist besser als jede Tablette.“ Das sieht auch Marina Engel so. Tanzlehrerin Marina Engel betreut 21 Sportgruppen. Sie stammt aus Russland, wo sie professionellen Standardtanz trainierte. 1989 kam sie nach Neubrandenburg und unterrichtet seit Anfang der 1990er-Jahre Hobbytänzer. Sie mag auch eher nicht vom Seniorentanz sprechen, sondern lieber vom Gesundheitssport. Der boomt offensichtlich, wie das Beispiel des PSV 90 zeigt. Engels Abteilung ist mit knapp 1000 Mitgliedern die größte im rund 1700 Mitglieder zählenden Verein. Allein Marina Engel betreut 21 Gruppen, die wöchentlich zusammen üben. Viele treffen sich danach noch auf einen Kaffee und stoßen gemeinsam auf Geburtstage an. Wer es nicht gar so gemütlich mag wie in der Gruppe von Ingrid Rösler und Bärbel Erler, findet bei Marina Engel ebenfalls das Richtige. „Ich mache auch Zumba“, sagt sie, „da kommt man richtig ins Schwitzen.“ Kontakt zum Autor f.wilhelm@nordkurier.de kontakt@wilma-pflegedienst.de Tel.: 0395 570 833 13 Mutig: Pinke Tanzschuhe mit 83 Jahren. Wie ein Jungbrunnen: Ingrid Röseler (links) und Bärbel Erler tanzen schon seit fast 20 Jahren beim PSV. Fotos (4): Frank Wilhelm

FREITAG, 31. MAI 2019 SEITE 17 Dieses Essen liebt der Körper Wie bleibt man bis ins hohe Alter gesund? Das haben in Brandenburg Ernährungswissenschaftler diskutiert. Mit einem Apfel am Tag ist es nicht getan. Von Anna Kristina Bückmann und Tobias Hanraths Potsdam-Rehbrücke. Obst und Gemüse sollten auch im Alter regelmäßig auf den Tisch kommen. Das raten Ernährungswissenschaftler vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam-Rehbrücke (Landkreis Potsdam-Mittelmark). Langzeitstudien zeigen demnach, dass Menschen, die ausreichend Obst und Gemüse essen, ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Ausreichend seien drei Rationen Gemüse und zweimal Obst am Tag, erklärte der Leiter der Abteilung für Molekulare Epidemiologie, Matthias Schulze, am Donnerstag „Eine Handvoll ist gut und entspricht etwa 400 Gramm.“ Magen und Darm kann man an Hülsenfrüchte gewöhnen Für ältere Menschen gelten im Grunde die gleichen Empfehlungen wie für andere Altersklassen auch, hieß es. Viel Obst und Gemüse, wenig rotes Fleisch und ausreichend trinken, „am besten viel Wasser“, sagte Professor für Ernährungswissenschaft an der Universität Potsdam. Die empfohlenen Mengen essen den Studien zufolge jedoch die Allerwenigsten. Zwar nehmen ältere Menschen im Schnitt mehr Obst und Gemüse zu sich. „Es ist trotzdem nicht genug“, sagte Schulze. „Der eine Apfel am Tag reicht nicht aus, um gesund zu bleiben.“ Gesunde Ernährung Hülsenfrüchte gelten als besonders gesund. Wer den Darm an sie gewöhnt, muss auch keine Blähungen fürchten. Foto: Andrea Warnecke Als Alternative für rotes Fleisch eigneten sich Geflügelfleisch wie Hähnchen oder Fisch. Auch Hülsenfrüchte seien wahre Proteinquellen. Die meiden allerdings viele Menschen, weil sie Verdauungsprobleme fürchten. Dazu besteht aber eigentlich kein Anlass, erklärt das Landeszentrum für Ernährung Baden-Württemberg: Denn wer Bohnen und Co. regelmäßig isst, gewöhnt den Magen-Darm-Trakt daran – Blähungen bleiben dann aus. Übrigens: Mit zunehmenden Alter treten tatsächlich vermehrt Verdauungsbeschwerden auf, auch bei Menschen, die früher nie solche Probleme hatten. Oft handelt es sich dabei um funktionelle Störungen, die Probleme sind also nicht durch Krankheiten oder Allergien verursacht. Darauf weist die Deutsche Seniorenliga hin. Die Auslöser zu finden und abzustellen, erfordert oft etwas Geduld, in Form einer langfristigen Ernährungsumstellung zum Beispiel. Ein sinnvoller erster Schritt ist aber, die typischen Risikofaktoren zu meiden. Das sind zum Beispiel fettiges Essen, Gifte wie Alkohol und Nikotin, Stress sowie Bewegungsmangel. Mögliche Gründe für die Zunahme von Verdauungsproblemen im Alter gibt es viele: So lässt unter anderem die Muskelkraft der Speiseröhre nach, das verursacht Schluckstörungen. Gleichzeitig produziert der Magen vielleicht weniger Magensäure und sorgt so für Appetitlosigkeit. Und auch der Darm ist im Alter nicht mehr so leistungsfähig. Der Körper benötigt im Alter weniger Kalorien Und noch eine Sache sollten Senioren bedenken: Bei den meisten Menschen nimmt die Muskelmasse mit dem Alter ab. Damit sinkt auch der Kalorienbedarf, gleichzeitig ist der Bedarf an wichtigen Nährstoffen aber mindestens so hoch wie früher. Deshalb kann für Senioren eine generelle Umstellung der Ernährung wichtig werden. Denn wer im Alter so isst wie früher, nur einfach weniger, bekommt eventuell nicht mehr genug wichtige Nährstoffe, sagt Theresa Stachelscheid von der Deutschen Gesellschaft für Ernä+hrung. Deshalb ist es wichtig auf nährstoffreiche Kost zu achten, die bei eher wenigen Kalorien viel Eiweiß, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe mitbringen. Bestens dafür geeignet sind Gemüse, Obst und Vollkorn, aber wenig Fleisch. Wertvolles Kalzium liefern zudem Milch und Milchprodukte. Seh-Analyse Lassen Sie sich begeistern! *Exakte Bestimmung Ihrer Sehschärfe *Überprüfung des Augeninnendrucks *Analyse der Hornhaut-Oberfläche *Bildliche Darstellung der Augenlinse *Hightech-Brillenglasanpasssung 20 Jahre Inh. Dörte Schädlich Friedensstraße 4|17192 Waren (Müritz) Telefon: 03991- 66 77 73 www.optik-schaedlich.de ...denn wenn die Brille nicht funktioniert: Weitere interessante Ratgeber auf magazine.nordkurier.de 7 Mit rohem oder gekochtem Gemüse tut man dem Körper etwas Gutes. Foto: © karepa - stock.adobe.com

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