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SEITE 30 FREITAG, 29.

SEITE 30 FREITAG, 29. SEPTEMBER 2017 TESTFAHRT IN VW UND SKODA Auf Landstraßen liegt der Arteon dank langem Radstand satt auf dem Asphalt. Allrad – ja bitte. Bei dem Drehmoment des Dieselmotors eine gute Wahl. Böser Blick? Absolut, wie es sich für eine sportliche Limousine gehört. Nobles Auto, noble Kulisse. Für die Fotos sind wir zum Schloss Hohenzieritz gefahren. Ein Foto-Shooting mit einem Hauch von Moderne, Gartenzauber und Luisenkult. FOTOS (7): KONRAD WEGENER 20-Zoll-Räder sind zu empfehlen, damit der Wagen straffer auf der Straße liegt. Die Digital-Anzeigen geben dem Fahrer vielfältige Statusberichte über das Fahrzeug. Das Navi liefert auf Wunsch Satellitenbilder, wie hier vom Ort des Foto-Shootings. UNTERWEGS MIT DEM VW ARTEON Selbstläufer oder Smartphone auf Rädern? Von Gerald Bahr und Lutz Reuter VW tritt am Markt selbstbewusst mit dem Arteon auf. Ist das neue Flaggschiff des Konzerns auch bei den Kunden ein Selbstläufer, der erfolgreicher als die Vorgänger Phaeton und CC sein kann? Das Zeug dazu hat der Selbstzünder durchaus. NEUBRANDENBURG. „Er soll mich von A nach B bringen und ein Radio haben.“ Vielen Dank an unseren Kollegen, den wir vor diesem Test gefragt haben. Wir wollten wissen, worauf wir für Autofahrer achten sollen, die sich nicht für Technik interessieren. Einen Tag später kam die E-Mail vom Autohaus Eschengrund in Neubrandenburg. Wir dürfen einen VW Arteon testen. Das neue Flaggschiff des Konzerns, das die Oberklasse aufmischen soll. Ja, der hat ein Radio. Und einen Touchscreen, Navi, Fahrwerksabstimmung, Getriebeschaltzeiten, Gestensteuerung, Spurhalteassistent, Distanzhalter, Rückfahr-Kamera mit Vorgaben für die „Ideallinie“, einen Tempomaten, der selbstständig Verkehrsschilder sowie Tempolimits erkennt und die Geschwindigkeit anpasst, und und und. Autofahrer, die nicht Ureinwohner Digitalistans sind, werden feststellen: Wer sich mit einem Smartphone schnell zurecht findet, wird die Bedienung der Arteon-Assistenten als intuitiv empfinden. Andere müssen sich einarbeiten. Technisch verdeutlichen diverse Einstellungs- sowie Anpassungsmöglichkeiten, dass der Arteon vieles sein will: bequeme Reiselimousine und sportlich-schickes Coupé, das durch Alltagstauglichkeit überzeugt. Und er ist eine echte Geschmacksfrage. „So ab 200 dürfte der etwas straffer liegen“, sagt Lutz Reuter, als er den Sportmodus auf der A 20 testet, während Gerald Bahr gerade in die Bedienungsanleitung vertieft ist, um herauszufinden, wie man den Distanzhalter bedient. Der Versuch, den Kopf zu schütteln, muss recht blöd ausgesehen haben, da er durch die Bodenwellen unfreiwillig auf und ab nickte. „Nein, muss er nicht.“ Fährt fast von alleine Fahrerwechsel am Rastplatz: 240 Sachen, immer noch die A 20. Die Windgeräusche fallen jetzt auf. Das mag aber daran liegen, dass bei 200 Kilometern pro Stunde das Kaugummi-Kauen des Kollegen noch lauter war als der Fahrtwind. Aber hey, wir haben den Distanzhalter endlich eingestellt! Ab Altentreptow bis zum Ortseingang Neubrandenburg-Ost mussten wir weder Gas noch Bremse benutzen. Der Arteon bremst selbst, wenn wir den von uns vorgegebenen Abstand zum Vorderwagen unterschreiten, bremst, als wir ihm auf die Abfahrt folgen, bremst in Warlin am Ortseingang und hält an, als das Fahrzeug vor uns dort an einer roten Ampel anhält. Und der Arteon fährt auch selbst an. Sanft, eher wie ein Chauffeur. Obwohl der Zwei-Liter-Diesel mit dem TECHNISCHE DATEN Motor 4 Zylinder Dieselmotor Hubraum 1986 cm 3 Leistung 176 kW/240 PS Höchstgeschwindigkeit 245 km/h Verbrauch 4,7 l/100 km CO 2 Emission 152 g/km Länge/Breite/Höhe 4862/1871/1450 mm Einstiegspreis 39 675 Euro Preis Testwagen (Ausstattungsvariante Elegance): 51 600 Euro Doppelkupplungsgetriebe und dem Allradantrieb auch kräftig anschieben kann, wenn die schweren Gasfüße der Tester drauflatschen. Insofern äußern wir uns lieber nicht zum Verbrauch. Der ist uns auch egal, wir testen eine sportliche Schräghecklimousine für mehr als 60 000 Euro. Eine etwas gespenstische Fahrt Es geht aber auch anders. Die Distanzregelung und der Spurhalteassistent zusammen bringen den Fahrer fast von selbst von A nach B. Ganz leichte, langgezogene Kurven hat der Arteon selbst genommen. Aber: Da der Spurhalteassistent sich an den Fahrbahnmarkierungen orientiert – und daher eben nicht alle Kurven erkennt – das war schon etwas gespenstisch. Das Problem liegt aber aufseiten der Bediener: Können Sie auf ein Stauende zufahren und entspannt darauf bauen, dass der Wagen ohne Ihr Eingreifen rechtzeitig zum Stehen kommt? Autofahrern, die ihre Fahrerlaubnis zu einer Zeit erworben haben, als Neuwagen noch nicht einmal serienmäßig mit Radios ausgeliefert wurden, kann dieses Vertrauen in die Technik mitunter sehr schwer fallen. Andererseits: Der Arteon kann und soll nicht autonom fahren, das betont VW. Aber ein Blick in die Zukunft ist er schon. Und zugleich einer in die Vergangenheit. Denn bei der Architektur im Innenraum erkennt man einige Eigenheiten, die im Passat erhältlich sind. Irgendwie eine Balance aus einem gewissen Luxus, aber auch nicht zu viel. Andererseits: Warum sollte VW dort auch alles anders machen? Oder wie bei seinen Vorgängern: Passat CC – Geschichte! Phaeton – Produktion eingestellt! Dafür ist der Arteon außen deutlich kantiger und eleganter gezeichnet. Bei potenziellen Käufern soll er durch großzügiges Raumangebot, hohe Variabilität und sportliche Ausstrahlung punkten. Das Design sorgt auf jeden Fall für Aufsehen. Auf den Neubrandenburger Bürgersteigen verursacht der Arteon bei unserer Fahrt einige Wendehälse. Im Innenraum erstaunt der coupéförmige Fünftürer durch reichlich Platz. Sowohl vorne als auch auf der Rückbank wird ausreichend Kopf- und Beinfreiheit geboten, auch für die beiden Tester mit mehr als 1,85 Meter Körpergröße. Irgendwie hat der Arteon eine gespaltene Persönlichkeit. Man erkennt Gemeinsamkeiten zum Passat und einen Oberklasse-Vorstoß, das alltäglich-herkömmliche Fahrwasser bei VW zu verlassen, ohne wieder in die „je teurer, desto besser“-Luxusklasse, vorzudringen wie beim Phaeton. Je nach Ausstattungsvariante geht es ab circa 35 000 Euro los, die 70 000 Euro kann er aber knacken. Das ist entweder nicht viel mehr Geld, um ein spürbar nobleres und schneidiger designtes Auto als den Passat zu bekommen, oder sehr viel Geld für ein Auto, das im Kern auch Gemeinsamkeiten mit dem Alltagsmobil von VW hat. Optik Ausstattung Kosten Fahrspaß Gesamt

FREITAG, 29. SEPTEMBER 2017 SEITE 31 Klein, wendig und günstig: Die Vorteile des Skoda Citigo liegen auf der Hand. FOTOS (4): KONRAD WEGENER Im Notfall bremst der Citigo auch alleine, dafür sorgt ein aktiver Bremsassistent. Geräumig? Wenn man klein ist, ja. Aber ab 1,80 Metern wird es eng, bei 1,90 Metern – wie im Bild – eher unbequem. 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Sportfahrwerk – das steht dem Kleinen ziemlich gut und macht Spaß im Stadtverkehr. UNTERWEGS MIT DEM SKODA CITIGO Im Verzicht liegt viel Freiheit Von Lutz Reuter und Gerald Bahr Kleiner Motor, kleine Abmaße: Diese Kombination lässt wenig Auto fürs Geld erahnen. Der Kleinstwagen aus Tschechien beweist jedoch das Gegenteil und macht seinem Namen in der Stadt alle Ehre – allerdings auch nur dort. NEUBRANDENBURG. Ring-Baustelle Neubrandenburg, Berufsverkehr, es geht richtig zäh fließend voran. Bereits auf den ersten Testfahrt-Metern zeigt sich, dass der Name des kleinen Skoda Programm ist. Auf der rechten Spur stockt der Verkehr, während die linke komplett frei bleibt. Sie misst rund zwei Meter Breite und ist damit zu schmal für einige Fahrer. Während Gerald Bahr also rechts die Schleichqualitäten im sportlichen, aber inklusive Außenspiegeln 2,13 Meter breiten Arteon testet, kann er nur zusehen, wie Lutz Reuter links im Skoda Citigo davonfährt. Für den Citigo mit 1,64 Meter- Maß zwischen den Außenspiegeln ist die Baustellen-Enge dagegen wie gemacht. Bei der Fahrt durch die ansonsten verstopfte Innenstadt stellt sich, mit Blick auf die frustrierten Gesichter in der Stop-and-Go-Spur, ein Ätsch-Gefühl beim Citigo-Fahrer ein. Dazu paart sich eine vermeintlich moralische Erhabenheit nach dem Motto: „Mein Verzicht fördert meine Freiheit“. Wer bei der Wahl seines Fortbewegungsmittels Dingen wie Status, Außendarstellung und oft überflüssiger Leistungsfähigkeit weniger Beachtung schenkt, gelangt dafür mit dem Kleinstwagen meist schneller und entspannter von A nach B. Denn auch die Parkplatz-Suche ist ein Klacks mit einem Auto, dessen Radstand nur etwas länger ist als die Armspannweite der beiden Tester. Aber dadurch sind wir umso entspannter durch Neubrandenburgs Innenstadt gefahren. „Das wird eng!“ – der Gedanke kam uns beim Fahren nie. Einparken in die wenigen und engen Stellflächen rund um die Marienkirche? Wir suchen lange – nach einem möglichst engen Parkplatz. Alle anderen sind ja ein Kinderspiel. Wenden in einer Seitenstraße gelingt in zwei Zügen. Andere Fahrzeuge würden da quer wie eine Schranke stehen. In der Stadt hui, und auf dem Land? Alles prima also? Nicht ganz. Die Punkte A und B sollten sich bestenfalls innerhalb desselben Ballungszentrums befinden. Zumindest ist es empfehlenswert, Strecken zu meiden, auf denen mehr Geschwindigkeit als 70 Kilometer pro Stunde gefordert ist. Sonst wird schnell klar, wofür der Citigo nicht konzipiert wurde. Sein maximales Tempo liegt laut Hersteller zwar bei 171 km/h. Doch die 75 PS in dem Ein-Liter-Motor reichen kaum, um wirklich zügig auf der Landstraße unterwegs zu sein. Gefühlt dauert es eine halbe Ewigkeit, um im vierten Gang von 60 auf 75 km/h zu beschleunigen. Daher werden Citigo-Fahrer vor TECHNISCHE DATEN Motor 3 Zylinder Benziner Hubraum 999 cm 3 Leistung 55 kW/75 PS Höchstgeschwindigkeit 171 km/h Verbrauch 4,7 l/100 km CO 2 Emission 108 g/km Länge/Breite/Höhe 3563/1641/1478 mm Einstiegspreis (Dreitürer) 9770 Euro Preis Testwagen (Fünftürer, Ausstattungsvariante Style): 16 420 Euro jedem Überholmanöver zweimal überlegen, auch wenn es sich nur um den typisch tuckernden Traktor handelt, der vielerorts im Nordosten zur Erntezeit den Verkehr erlahmen lässt. In seinem angedachten Lebensraum, der Stadt, gibt es ebenfalls die eine oder andere Situation, in der die Vorteile des 3,56 Meter kleinen Viersitzers zu kurz geraten: Es genügen wenige Augenblicke gleichauf mit einem 40-Tonnen-Lkw über den Neubrandenburger Ring-Asphalt zu rollen, damit sich ein beklemmendes Gefühl hinterm Skoda-Steuer einstellt. Die Kraft, die den Koloss nebenan antreibt, scheint durch den Innenraum des Citigo zu vibrieren. Irrationale Gedanken führen vor Augen: „Kippt der Lkw jetzt um, klebst du daran wie eine Fliege.“ Von dem Gefühl der moralischen Erhabenheit ist auf einmal gar nichts mehr übrig. Die Chance, dass es zu so einem Unglück kommt, entspricht der eines Sechsers im Lotto. Doch dieser beruhigende Gedanke will beim Fahren nicht aufkommen. Für Fahranfänger gut geeignet Beruhigen dürfte Beifahrer auf der Rückbank, dass der Citigo (trotz Fünftürer-Variante) wirklich ein Stadtflitzer und damit für kurze Strecken gemacht ist. Bei aller Kompaktheit müssen eben ein paar Abstriche gemacht werden, wenn man auf der Rückbank sitzt. Wir beiden Tester (1,85 und 1,90 Meter groß) würden längere Fahrten dort hinten nicht empfehlen. Aber dazu ist der Kleinwagen gar nicht gedacht. Dafür kommt uns beim Fahren ein anderer Gedanke: Warum hatten wir den Wagen nicht, als wir Fahranfänger waren? Das ist laut Autohaus Eschengrund die Hauptkundschaft. Zum Vergleich: Gerald Bahr hatte als erstes Auto einen 1987er Golf II. Kein ABS, keine Servolenkung, nicht einmal ein Radio. Letzteres, inklusive Boxen und Verstärker, mussten selbst reingebastelt werden. Das werden viele noch kennen, die Mitte 30 oder etwas älter sind. Und der Citigo? Neben einigen technischen Hilfsmitteln gehört eine vorinstallierte Universalhalterung fürs Smartphone auf dem Armaturenbrett dazu. Mithilfe einer hauseigenen App wird das Telefon via Bluetooth zum tragbaren Bordcomputer. Die eigenen Musik-Wiedergabelisten können einfach über das Autoradio mit einem durchaus kraftvollen Klang aus sechs Lautsprechern abgespielt werden. 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Sportfahrwerk, Tempomat, Bremsassistent, Klimaautomatik, Sitzheizung und Parksensoren (wer sie bei dem kleinen Wagen denn braucht) – für Fahranfänger alles dabei, was man braucht und mehr. Zugegeben, der Testwagen hatte die gehobene Ausstattungsvariante „Style“, aber abgespeckt gibt es den Citigo ab 9770 Euro. Eine Menge (kleines) Auto für das Geld. Mit Finanzierungsmöglichkeiten unter 100 Euro im Monat bietet der Citigo eine Alternative für Fahranfänger oder diejenigen, die einen handlichen Zweitwagen suchen. Optik Ausstattung Kosten Fahrspaß Gesamt

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