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Lehrstellenkurier Februar 2021

Seite 8 Lehrstellen

Seite 8 Lehrstellen Kurier Freitag, 26. Februar 2021 Von Bernadette Winter Augsburg. Viele Berufsanfänger kennen das Phänomen: Der Arbeitstag war lang, neue Eindrücke wollen verarbeitet werden. Nach Feierabend ist man zu nichts mehr in der Lage, außer erschöpft ins Bett zu fallen. Sport? Treffen mit Freunden? Fehlanzeige. „Ein neuer Job ist sehr anstrengend“, bestätigt Coach Carolin Klaus aus Augsburg. „Es gibt jede Menge Neues zu lernen, was sehr spannend sein kann und zu einem Energieschub führt, aber auch die Freizeit verändert sich.“ Bei einem Umbruch im Leben sollte man dieser Umstellung in der ersten Zeit ruhig etwas mehr Aufmerksamkeit, Energie und Raum lassen, rät Carolin Pfau, die als systemischer Coach arbeitet. Nach den ersten Monaten sei es dann jedoch wichtig, sich davon etwas zu lösen, sodass man wieder in sein Gleichgewicht findet. Ein gewisser Zeitrahmen grenze den eigenen Drang nach Perfektion ein, führt Psychologin und Coach Cordula Nussbaum aus. Dabei ginge es nicht darum, keine Überstunden zu machen. Wenn es nötig werde, sei man zur Stelle. „Man kann superengagiert sein, muss das aber nicht an der Arbeitszeit festmachen“, erklärt Nussbaum. Oft läuteten bei Vorgesetzten bereits die Alarmglocken, wenn ein junger Mensch zu Beginn seiner Karriere häufig Überstunden schiebe. Das sei heute nicht mehr unbedingt ein Pluspunkt, weiß Wie Berufsanfänger ihre Balance finden Wer ins Arbeitsleben startet, ist oft erst mal überfordert – und will sich dennoch beweisen. Wie schafft man die Balance zwischen vollem Einsatz im Job und genug Ausgleich in der Freizeit? Bei Berufseinsteigern bestimmt meist erst einmal der Job das Leben. Freundschaften sollte man aber nicht vernachlässigen. Fotos: C. Klose Nussbaum. Zeit- und Selbstmanagement seien die wichtigsten Soft Skills, die in die Mitarbeiter-Bewertung einfließen. „Gerade am Anfang muss man sich den Stress durch zusätzliche Verabredungen nicht machen“, sagt Nussbaum. Aber nach einigen Wochen sei das durchaus wieder möglich. „Wenn man die Dinge sausen lässt, die einem Energie geben, wird man frustriert und hat noch weniger Energie“, erläutert Pfau. Nach der Arbeit erst einmal nach Hause zu gehen, um sich aus- zuruhen, könne bei manch einem dazu führen, es nicht mehr aus dem Haus zu schaffen. Hier kann es helfen, die Arbeitszeit an die Hobbys oder Verabredungen anzupassen. Wenn man direkt im Anschluss an die Arbeit dort hingehen kann, holt einen das Tief zu Hause gar nicht erst ein. Außerdem ist es den Expertinnen zufolge hilfreich, sich mit Freunden zu verabreden. „Hat man Spaß daran, wird man es machen“, ist sich Carolin Klaus sicher. Sie rät aber davon ab, sich für die Freizeit zu große Dinge vorzunehmen. „Das frustriert, wenn man es nicht schafft.“ Für Freunde und Freizeit könnten am Anfang fest eingeplante Zeiten in der Woche oder am Wochenende helfen, sagt Pfau. „Manche engt das wiederum zu sehr ein und sie mögen es lieber spontan.“ „Berufsanfänger sollten für sich einen guten Weg finden und sich kennenlernen: Was stresst mich, was tut mir gut?“, erklärt Klaus. Die einen würden eher durch Aktivitäten entspannen, für andere sei das purer Stress. Doch was tun, wenn sich trotz aller Planung die Überstunden dauerhaft häufen? „Man muss nicht alles alleine lösen. Suchen Sie sich einen Mentor oder eine Kollegin, mit dem oder der Sie sich austauschen“, rät Klaus. Wie sich die Sache mit den Überstunden regeln lässt Nussbaum zufolge ist es wichtig, die „Miteinander-Kultur“ im Unternehmen kennenzulernen. Sind alle so hilfsbereit? Machen alle Kollegen Überstunden? „Dann wird es schwierig sein, sich da rauszuziehen“, betont sie. Trotzdem sei es möglich, die Arbeitsabläufe auf den Prüfstand zu stellen. Nicht gerade in den ersten paar Tagen, aber nach einer gewissen Zeit. „Nur weil man es schon immer so gemacht hat, muss es ja nicht so bleiben.“ Coach Carolin Klaus empfiehlt folgendes Vorgehen: „Schildern Sie, ohne Vorwurf, was das für Sie selbst bedeutet hat, ständig länger zu arbeiten.“ Anzeigen So gelingt der Ausbildungsstart ohne Stress Deine Zukun–hierzuHause. UnserAzubiportal bietet: mehr als 60 Ausbildungsberufeund Duale Studiengänge in derRegion 40 attraktive Ausbildungsbetriebeinder Mecklenburgischen Schweiz Ausbildungsunternehmen, die das AzubiTicket MV kostenlos anbieten Malchin Demmin Stavenhagen Dargun #DURCHSTARTENINMV netzwerk-run.de AUSBILDUNGODER DUALES STUDIUM STARTE IN DEINEZUKUNFTINMV DURCHSTARTEN-IN-MV.DE Eine Fachkräfteinitiative von Die IHKs in Mecklenburg-Vorpommern Scan mich! Die Schule ist geschafft, der Ausbildungsplatz ergattert, endlich kann es losgehen mit dem Berufsleben. Das bedeutet aber nicht nur eine gewisse Unabhängigkeit – es bringt häufig auch noch früheres Aufstehen, lange Schichten und wenig Freizeit mit sich. Junge Menschen geraten schnell in eine Spirale aus Druck und Stress, sagt Timo Lorenz, Arbeits- und Organisationspsychologe von der Freien Universität Berlin. „Es ist deshalb ganz wichtig, die eigenen Grenzen früh auszuloten und anzuerkennen.“ Stress im Job entsteht Lorenz zufolge auch dadurch, dass jemand das Gefühl hat, nicht genug zu leisten. In dem Fall sollte sich der Azubi Feedback einholen. „Häufig stellt derjenige dann fest, dass die anderen Medien-Traumjob gefunden Medienkaufmann/-frau – was gehört eigentlich zu diesem Job? Lilly König hat ihn beim Nordkurier erlernt und berichtet hier von ihren Erfahrungen. Neubrandenburg. Mein Name ist Lilly König, ich bin 21 Jahre alt und im Team Kundenmanagement tätig. Ich habe im Jahr 2016 eine Ausbildung zur Medienkauffrau digital & print bei der Nordkurier Mediengruppe angefangen. Dass der Nordkurier viel mehr zu bieten hat als nur Zeitung, hätte ich vor meiner Ausbildung gar nicht erwartet. Meine Praxis fand hier bei uns im Medienhaus statt. Die Berufsschule befindet sich in Hamburg-Wandsbek. Dort erhielten wir Unterricht in Marketing, Rechnungswesen, Wirtschaft und Kommunikation. Aber auch Fachenglisch und ein Pflichtkurs unserer Lilly König sehr zufrieden mit der Arbeit sind.“ Burn-out-gefährdet ist Lorenz zufolge aber nicht nur, wer sich überfordert fühlt. Auch wer seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat, sollte auf sich achtgeben. „Da besteht immer die Gefahr der Selbstausbeutung, weil man begeistert ist von dem, was man tut.“ Manche Ausbildungsberufe, etwa in der Pflege, seien da prädestiniert. Wie eine gesunde Distanz zum Job gelingt, muss jeder für sich herausfinden. „Vielen helfen Rituale, um abzuschalten.“ Die Kleidung wechseln oder nach der Arbeit duschen zum Beispiel signalisiert auch dem Kopf: Jetzt ist Feierabend. „Einen gewissen Ausgleich zwischen Job und Privatleben zu schaffen, ist von Anfang an wichtig.“ Foto: Fritz Möller Wahl standen auf dem Plan. Die Kosten für die Unterkunft wurden natürlich vom Unternehmen getragen. In meiner Ausbildungszeit habe ich die Struktur, die einzelnen Abteilungen und viele freundliche Kollegen kennengelernt. Als Azubi wird man hier überall einbezogen. Langeweile gibt es hier nicht. Der eigenen Kreativität wurden nie Grenzen gesetzt. Außerhalb des Büroarbeitsplatzes sind Azubis auch im Einsatz, zum Beispiel wenn es Führungen in der hauseigenen Druckerei für Schulklassen, Vereine und auch Kindergärten gibt. Bereits während der Ausbildung habe ich mich im Bereich Vertrieb/Marketing am wohlsten gefühlt. Da die Übernahmechancen bei uns sehr hoch sind, war für mich klar, dass ich in diesem Bereich arbeiten möchte. Aber als Medienkaufmann/-frau hat man viele Freiheiten, seinen zukünftigen Arbeitsplatz zu wählen. Seit zwei Jahren arbeite ich nun fest angestellt für die Kundengewinnung und erlebe immer wieder neue Herausforderungen im Beruf. Nur Kaffee holen und kopieren? Nicht hier! Mehr Informationen: www.nordkuriermediengruppe.de NBS NBN SZS AZ AZD HZ PAZ DZ MZ MST MSM PZ TZ

Freitag, 26. Februar 2021 Lehrstellen Kurier Seite 9 Wieder in der Klasse: Das wartet in der Berufsschule Wer eine Ausbildung beginnt, bekommt nicht nur neue Kollegen. In der Berufsschule warten neue Mitschüler. Und das ist nicht die einzige Neuheit, auf die sich die Auszubildenden einstellen müssen. Eugen Straubinger, Vorsitzender im Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung, erzählt im Interview mit Amelie Breitenhuber, was auf die Auszubildenden während ihrer Schullaufbahn zukommt. Eugen Straubinger Foto: Marco Urban/BvLB Was erwartet Azubis an der Berufsschule? Was ist neu, was ist anders? Neu ist zum einen die Zusammensetzung. In Berufsschulklassen lernen Schüler mit unterschiedlichen Abschlüssen zusammen. Das können Hauptschüler, Realschüler und Abiturienten oder Studienabbrecher sein. Das Gute ist, jüngere Schüler sitzen oft zusammen mit älteren in einer Klasse. Da bekommen die jüngeren oft Hilfe. Zum anderen – und das ist für viele erst mal abschreckend – sind viele Berufsschulen große Ausbildungszentren. Das heißt, dort gehen 1000 bis 4000 Schüler zum Unterricht. Alles findet auf einem Campus statt. Ähnlich wie an der Hochschule ist die Orientierung am Anfang manchmal eine Herausforderung. Da bekommen die Schüler aber Unterstützung und finden sich meist schnell zurecht. Und: Die Schüler werden nicht mehr wie Kinder oder Jugendliche behandelt, sondern auch wie Erwachsene. Zum Beispiel werden sie jetzt mit „Sie“ angesprochen. Und wie sieht es mit den Schulfächern aus? An der Berufsschule gibt es – je nach Berufsausbildung – zum einen die allgemeinbildenden Fächer wie Deutsch, Gemeinschaftsoder Sozialkunde und Wirtschaftskunde. Und daneben einen Fächerverbund, der auf die jeweilige Ausbildung abgestimmt ist. Die Auszubildenden bekommen das Fachwissen in einer Lernsituation nahe gebracht, wie sie auch im Betrieb stattfindet. Kann Deutsch-Unterricht in der Berufsschule für Abiturienten nicht total langweilig sein – und für andere eine große Herausforderung? Ja, das ist in der Tat ein häufiges Problem. An den Berufsschulen versuchen wir, dass Abiturienten oder Realschüler dann die anderen unterstützen können. Große Probleme macht zum Teil die Rechtschreibung. Da kann es helfen, wenn die schwächeren Schüler einen älteren Paten zur Seite gestellt bekommen. Starke Schüler werden dagegen von den Lehrern auch mal mit Zusatzaufgaben versorgt. Wie bekommt man Berufsschule und Ausbildung im Betrieb gut unter einen Hut? Das ist am Anfang natürlich eine Umstellung, denn die Organisation ist für die Auszubildenden neu. Sie lernen jetzt an zwei Orten, an der Berufsschule und im Betrieb. Das kann entweder so aussehen, dass sie 3,5 Tage im Betrieb und den Rest der Woche in der Schule verbringen. Oder – und das gilt besonders für Berufe, in denen es deutschlandweit wenige Azubis gibt – die Schule findet wochenweise im Blockunterricht statt. Wichtig ist vor allem, dass die Schulen und Betriebe sich gut abstimmen – gegebenenfalls auch die Ausbildungszentren, wie es sie im Handwerk gibt. Im Idealfall lernt man die theoretischen Grundlagen in der Berufsschule – passend zur Praxis. Sind zum Beispiel Getriebe im Unterricht ein Thema, wird im Betrieb zu der Zeit auch ein Getriebe hergestellt. Aber das hängt oft von der Größe des Betriebs ab. Wer eine Ausbildung zum Friseur in einem kleinen Betrieb macht, muss vielleicht auf die erste Dauerwelle ein wenig warten. Extra-Tipp Berufsschulzeit ist Arbeitszeit: Für den Berufsschulunterricht, ob im Block oder an einzelnen Wochentagen, muss der Arbeitgeber den Azubi bezahlt freistellen. Die Unterrichtszeit gilt nach Gewerkschaftsangaben dabei voll als Arbeitszeit. Die Freistellung erstreckt sich auf den Unterricht inklusive Pausen und Wegstrecke zwischen Betrieb und Berufsschule. Dafür darf den Auszubildenden kein Urlaub abgezogen werden, und sie müssen die Berufsschulzeit nicht im Betrieb nachholen. Berufsschule und die Arbeit im Betrieb laufen am besten Hand in Hand – auch beim Lehrstoff. Foto: Sebastian Gollnow Berufsschulunterricht unter Corona-Bedingungen Foto: M. Murat Anzeige DEIN START INDEN TRAUMJOB! Eine Ausbildung im NEUWOGES-Konzern Du hast als kreativer Kopf ein gutes Gefühl für Materialien, Farben und Techniken. Du hast Lust, Decken, Wände oder Fassaden zu gestalten? Du bist auf der Suche nach einem Beruf mit Zukunft, in dem du mit und für ältere Menschen arbeitest und der dir spannende Herausforderungen bietet? Du hast handwerkliches Geschick, technisches Interesseund „Köpfchen“? Du bist flexibel, motiviert, körperlich fit und auchunter Zeitdruck belastbar? 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