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Lehrstellenkurier Februar 2021

Seite 6 Freitag, 26.

Seite 6 Freitag, 26. Februar 2021 Lehrstell Die Lage in der Gastronomie ist durch Corona derzeit ziemlich ungewiss. Foto: Sebastian Gollnow Was für die Ausbildungssuche jetzt wichtig ist Kurzarbeit, eingeschränkter Betrieb, Einsparungen: Die Corona-Krise trifft den Arbeitsmarkt hart. Sorgen bereitet dies Schülerinnen und Schülern, die kurz vor dem Abschluss stehen. Wie sieht es mit ihren Ausbildungsplätzen aus, und wie beeinflusst die Krise die Stellensuche? Die wichtigsten Fragen und Antworten hat Amelie Breitenhuber zusammengestellt. Müssen sich Jugendliche Sorgen um ihren Ausbildungsplatz machen? Für das Ausbildungsjahr, das klassischerweise im September beginnt, haben schon einige Jugendliche einen Ausbildungsvertrag unterschrieben. Der kann sowohl vom Betrieb als auch vom Azubi vorzeitig gelöst werden. „Wenn man das große Ganze betrachtet, ist der Ausbildungsmarkt aber erst mal relativ stabil“, sagt Steffen Hell vom Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit in der Region Berlin-Brandenburg. Hell geht davon aus, dass der Großteil der Betriebe im Normalbetrieb laufen kann. Es gebe aber durchaus Unterschiede zwischen den Branchen. Laut Daniel Gimpel von der DGB Jugend ist es aktuell noch schwer abzuschätzen, wie sich der Ausbildungsmarkt entwickeln wird. „Die Gefahr ist aber durchaus groß, dass es zu einem Einbruch des Angebots und auch zu Entlassungen kommt“, sagt der Referent für Berufsausbildung. Gegenmaßnahmen seien jetzt gefragt. Wie sieht es in den besonders betroffenen Branchen aus? Hier kann die Ausbildungsplatzsuche schwierig werden. Hell zufolge geben einige Unternehmen der Gastronomie-, Hotel- und Tourismusbranche derzeit an, dass sie ihre Ausbildungstätigkeiten für ein Jahr pausieren müssen. „Das Stellenangebot für angehende Hotelfachleute etwa ist also durchaus verkleinert.“ Gleiches gelte für die Veranstaltungs- und Kreativbranche. Was können Jugendliche tun, wenn ihr Ausbildungsvertrag vorzeitig wieder gelöst wird? Auch wenn der Großteil des Ausbildungsmarkts relativ stabil dasteht, gebe es Fälle, in denen Ausbildungsverträge gelöst werden, bestätigt Daniela Wilke, Berufsberaterin bei der Bundesagentur für Arbeit in der Region Berlin- Brandenburg. „Die Jugendlichen können sich in einem solchen Fall bei der zuständigen Jugendberufsagentur melden und zusammen mit den Berufsberatern nach anderen offenen Stellen oder alternativen Berufsbildern suchen.“ Wie sieht die Situation für Jugendliche mit schlechten Noten aus? „Die Chancen sind nicht radikal schlechter geworden“, so Hells Einschätzung. Gerade im handwerklichen Bereich seien bislang auch weiterhin viele Ausbildungsplätze offen. Eine Verknappung des Angebots sieht er etwa im Tourismusbereich oder auch in der Hotellerie. „Viele Jugendliche, die ein Auslandsjahr geplant hatten, streben jetzt ebenfalls in den Ausbildungsmarkt – und interessieren sich auch für diese Bereiche.“ Da hätten Schülerinnen und Schüler mit Abitur oft bessere Chancen. Die Zensuren seien aber für viele Arbeitgeber gar nicht mehr allein entscheidend, sagt Wilke. Gerade in den Berufen, in denen Azubis stark nachgefragt sind, seien die Unternehmen auch offen, Schüler mit schwächeren Abschlüssen einzustellen. Etwas kritischer ist Daniel Gimpel: Sollte es in der Zukunft einen Knick im Ausbildungsangebot geben, werde es für diejenigen noch schwerer, die einen Hauptschulabschluss haben. Er rät, sich in jedem Fall bei der Bundesagentur für Arbeit zu melden und die Berufsberatung in Anspruch zu nehmen. Was, wenn es mit dem Ausbildungsplatz gar nicht klappt? Wenn es mit der Wunschausbildung erst mal nicht klappt, müssen Jugendliche nicht aufgeben. „Es gibt immer parallele Wege, die ich gehen kann“, sagt Hell. So können Jugendliche es zunächst mit einer anderen Ausbildung versuchen. „Und wenn ich merke: Das wird alles gar nichts mehr, dann kann ich mir auch das Jahr für einen Zeitpuffer geben.“ Nutzen lasse sich der etwa für ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr sowie für einen Bundesfreiwilligendienst. Sein Rat: Flexibel agieren und nicht auf eine Option versteifen. Außerdem biete die Bundesagentur verschiedene berufsvorbereitende Maßnahmen an.

en Kurier Seite 7 © Markus Mainka - stock adobe.com Mut zu fragen: Netzwerk hilft bei der Berufswahl Von Isabelle Modler Von der Schulbank in den Chefsessel? Selten geht es so schnell. Doch früh übt sich: Warum Netzwerken gerade bei der Berufsorientierung hilfreich sein kann, und wie man dabei am besten vorgeht. Nürnberg. Und was machst du so? Wer mit anderen Menschen kommuniziert und sich für sein Gegenüber interessiert, der bekommt oft nützliche Informationen. Bereits Schüler können vom Netzwerken profitieren – etwa bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. „Netzwerken ist für mich, Leute um mich zu sammeln, die mir helfen können“, erklärt Personalberater Gunnar Belden auf dem Portal „Planet-Beruf“ von der Bundesagentur für Arbeit. Gerade in der Phase der Berufsorientierung ist ein Netzwerk unglaublich wichtig. „Durch den Austausch mit anderen Menschen lernen wir etwas aus ihren Erfahrungen und können diese für uns nutzen“, erläutert Belden. Kommunikation gilt in fast allen Berufen als Schlüsselkompetenz – die Regeln dafür könne man lernen und üben. Man sollte nur keine Angst davor haben, Fragen zu stellen. „Die meisten Menschen geben und helfen gerne.“ Wer ein Netzwerk aufbauen will, sollte selbst immer hilfsbereit und höflich sein – das gilt sowohl im täglichen Miteinander als auch im Netz. Online-Plattformen eignen sich besonders für Menschen, die Hemmungen haben, auf andere zuzugehen. Wenn man sich da präsentiert und vertreten ist, können andere auf einen zukommen. Das Wichtigste sei aber das Timing: „Ich muss zur richtigen Zeit im Kopf der richtigen Person sein“, erklärt Belden. Und dafür müsse man sichtbar sein. Braucht man Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche, kann man sich immer an die Berater der örtlichen Agenturen für Arbeit wenden. Experten empfehlen auch einen Blick in die Ausbildungsbörsen, etwa unter ihklehrstellenboerse.de.

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