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Lehrstellenkurier Februar 2021

Seite 18 Lehrstellen

Seite 18 Lehrstellen Kurier Freitag, 26. Februar 2021 Der Weg in die Ausbildung Ziel Genau die richtige Lehrstelle zu finden, das ist gar nicht so einfach. Schließlich gibt es eine Menge interessante Ausbildungsberufe. Das sind die sechs wichtigsten Schritte für alle, die unterwegs sind zu ihrem Traumjob. Am Ziel Geschafft! Mit Beginn der Ausbildung startet man ins Berufsleben. Für zwei oder drei Jahre lernt man im Unternehmen alle praktischen und in der Berufsschule die theoretischen Grundlagen für seinen Beruf kennen. Nach dem erfolgreichen Bestehen der Prüfungen klappt es dann im besten Fall auch mit der Übernahme durch die Firma. Und danach warten noch neue Karriereschritte – wenn man will. Überbrückung Im ersten Anlauf hat es nicht gleich geklappt? Aber es soll genau dieser Traum-Beruf sein? Dann bleibt noch Zeit, die sich für die Vorbereitung nutzen lässt. Entweder macht man noch ein längeres Praktikum bei einem Unternehmen, da kann man gleich zeigen, dass man die Stelle wirklich will. Auch ein Freiwilliges Jahr, vielleicht im sozialen oder ökologischen Bereich, bietet sich an. Fotos: © drubig-photo; kharlamova_lv; Karin & Uwe Annas; Robert Kneschke; Africa Studio; Wayhome Studio; Jeanette Dietl; bongkarn; Mihail — stock.adobe.com Bewerbung Hat man sich für eine Ausbildung entschieden, muss man seine Unterlagen sortieren und alle wichtigen Dokumente zusammensuchen, die für die Bewerbung notwendig sind. Dazu gehören Zeugnisse, ein individuelles Anschreiben, der Lebenslauf und möglicherweise auch ein Bewerbungsfoto. Nachweise über Praktika und Beurteilungen gehören unbedingt mit in die Mappe. Start Start Die Auswahl an Ausbildungsberufen ist schier unendlich. Deswegen sollte man sich vorher genau überlegen, was einen besonders interessiert. Ein Berufswahltest hilft, individuelle Stärken und Schwächen herauszufinden und zeigt, welcher Beruf dazu am besten passt. Es ist auch sinnvoll, sich zunächst einen Überblick über die Ausbildungsangebote in der Region zu verschaffen. Vorstellungsgespräch Wenn es gut läuft, wird man zum Gespräch eingeladen. Schon vorher kann man ein Vorstellungsgespräch üben, um ein Gefühl für die Situation zu bekommen. Dann ist man weniger aufgeregt. Außerdem sollte man gut vorbereitet in das Gespräch starten, freundlich und höflich sein und ein dem Anlass entsprechendes Outfit wählen. Praxistest Wer einen interessanten Beruf für sich gefunden hat, kann sich mit Bekannten und Verwandten unterhalten, die vielleicht in der Branche arbeiten. Auch ein Praktikum in einem Betrieb gibt einen guten Einblick und hilft dabei, herauszufinden, ob es wirklich der richtige Job ist. So kann man sich gleich noch einem möglichen Arbeitgeber vorstellen und zeigen, was man drauf hat. NBS NBN SZS AZ AZD HZ PAZ DZ MZ MST MSM PZ TZ

Freitag, 26. Februar 2021 Lehrstellen Kurier Seite 19 Das kann aus dir werden Ab in die Krone: Baumpfleger sind mehr als nur Kletterprofis Grüne Städte sind wichtig für Mensch und Natur – und für die Pflege der Bäume gibt es extra Baumpfleger. Der Beruf fordert Sachverstand und Fitness, denn diese Frauen und Männer klettern oft bis hoch in die Spitze. Hängt das Wurfseil in einer stabilen Gabel, kann der Aufstieg sofort beginnen. Fotos (4): Zacharie Scheurer Von Vera Kraft Berlin/München. Auf Bäume klettern? Das weckt Erinnerungen an Abenteuergeschichten oder Erlebnisse in der Kindheit. Doch auch Erwachsene können auf Bäume klettern – sogar beruflich. Baumpfleger kümmern sich um Ästhetik, Gesundheit und Sicherheit von Bäumen, damit zum Beispiel kaputte Äste nicht auf Passanten oder Autos fallen. Dafür geht es für die Baumpfleger oft hoch hinein in die Baumkrone: entweder mit der Hebebühne oder mit dem Kletterseil. „Bäume brauchen keine Baumpflege. Das reguliert die Natur. Wir brauchen Baumpflege nur wegen der Menschen“, erklärt Wulf Schneider. Der geprüfte Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung klettert seit zwölf Jahren fast jeden Tag auf Bäume. Er kümmert sich dabei um die Optik, aber auch um die Verkehrssicherheit. Fußgängerwege haben beispielsweise eine vorgeschriebene Durchgangshöhe von 2,5 Metern. Niedrigere Äste, die in den Fußgängerweg hineinragen, müssen entfernt werden. „Ziel der Baumpflege ist es, möglichst viele Bäume zu erhalten“, sagt Schneider. Denn sie dienen nicht nur der Sauerstoffbildung, sondern haben auch einen ästhetischen und einen psychologischen Effekt. Wer sich für den Beruf interessiert, hat verschiedene Einstiegsmöglichkeiten, eine einheitliche Ausbildung gibt es nicht. Viele sind Quereinsteiger aus sogenannten grünen Berufen im Bereich Gartenbau oder Forstbetrieb. Meist beginnt die Ausbildung mit dem Seilklettertechnik- Kurs A (SKT-A-Kurs). Teilnahmevoraussetzungen sind lediglich ein Erste-Hilfe-Kurs und eine arbeitsmedizinische Untersuchung, sagt Merlin Fuchs von der Münchner Baumkletterschule. Mit Helm, Seil, Klettergerät und -gurt ausgestattet, kann der Aufstieg beginnen. Dafür wird zuerst kontrolliert, ob der Baum stand- und die Äste bruchsicher sind. Anschließend wird ein Wurfseil in die höchstmögliche stabile Gabel geworfen. Daran lässt sich das Kletterseil hochziehen. Gelingt alles auf Anhieb, braucht ein geübter Baumkletterer gerade einmal zehn Minuten, bis er eine etwa 30 Meter hohe Baumkrone erklommen hat – inklusive der Vorbereitung am Boden. Der Einsatz hoch oben im Baum ist oft notwendig, um zu kontrollieren, ob es Schäden gibt oder nistende Tiere, die geschützt werden müssen. Aber auch wenn eine normale Fällung nicht möglich ist, sind Baumkletterer gefragt, um den Baum von oben herab Stück für Stück abzutragen. Der Fokus im SKT-A-Kurs liegt auf der Klettertechnik, im SKT-B-Kurs geht es vor allem um den Umgang mit der Motorsäge. Ein Kletterprofi ist noch kein Baumexperte Die Baumkunde wird nur am Rande behandelt, sagt Fuchs. Wer diese Kurse absolviert hat, ist also laut Schneider noch nicht in der Lage, eigenständig zu entscheiden, ob Äste entfernt oder gar ein ganzer Baum gefällt werden müssen. Für Schneider sind Jeder Schnitt bedeutet eine Verletzung für den Baum. Der Mensch braucht den Baum, der Baum aber nicht den Menschen. Baumpfleger Wulf Schneider die optionalen Lehrgänge „European Tree Worker“ (ETW) und „European Tree Technician“ (ETT) daher Voraussetzung für verantwortungsvolle Baumpflege. Diese Fortbildungen sind in fast ganz Europa anerkannt und erleichtern daher europaweites Arbeiten. Inhaltlich geht es viel um die Baumbiologie, die Rolle der Wurzeln und des Bodens sowie die Analyse von Schäden. Außerdem lernen die Teilnehmer, was sie bei der Planung der Maßnahmen beachten müssen, wie sie Kosten kalkulieren und einzelne Leistungen abrechnen. Subunternehmer sollten für einen Tag Baumpflege etwa 350 bis 400 Euro verdienen, sagt Schneider. Für zusätzliche Leistungen wie eine Fällung sollte es einen Aufschlag geben. „Der Job ist mit Risiken verbunden“, sagt Fuchs. Gute Zusammenarbeit im Team und ein ausgeprägtes Sicherheitsbewusstsein sind unerlässlich: „Es ist wichtig, vorausschauend zu denken. Bevor ein Kletterer in den Baum steigt, sollte er sich einen Notfallplan überlegt haben.“ Und auch die Arbeitgeber müssen sich aktiv für den Unfallschutz einsetzen. Manche Aufträge brauchen eine genaue Prüfung Fundiertes Fachwissen, eine sorgfältige Arbeitsweise und die Orientierung am „ZTV- Regelwerk“, den Vorgaben zur fachgerechten Baumpflege, sind für Schneider die wichtigsten Grundlagen. Nur damit kann man zum Beispiel überprüfen, ob die Forderungen eines Auftraggebers auch sinnvoll sind. Denn sogar manche Stadtverwaltung beschließe teilweise nicht fachgerechte Baumpflegemaßnahmen, klagt der Berliner Fachagrarwirt. Auch sei es kein gerechtfertigter Grund, einen Baum zu fällen, um mehr Licht oder weniger Laub zu haben. Aktuell gilt es mehr denn je, um jeden Baum zu kämpfen. „Alle Baumarten sind durch die Klimaerwärmung enorm belastet“, sagt Wulf Schneider. Aufgrund von Wassermangel brechen trockene Äste schneller ab und Bäume sind anfälliger für Parasiten und Pilze. „Wenn das so weitergeht, machen wir nur noch die Sterbebegleitung für Bäume.“ Mehr Bäume spenden wiederum mehr Schatten und speichern mehr Feuchtigkeit, weshalb ein hoher Baumbestand das Problem mindern kann. „Schonende Baumpflege ist für den Laien nicht ersichtlich“, sagt Schneider. Denn: „Es muss nicht immer viel geschnitten werden. Jeder Schnitt bedeutet eine Verletzung für den Baum.“ Die Liebe zum Baum ist ihm für den Beruf wichtig. „Der Mensch braucht den Baum, der Baum aber nicht den Menschen.“ Der Job als Baumpfleger ist mit Risiken verbunden. Welcher Ast geschnitten werden muss, wird sorgfältig gewählt. Kletterkurs und Lehrgänge fürs Fachwissen sind Pflicht. NBS NBN SZS AZ AZD HZ PAZ DZ MZ MST MSM PZ TZ

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