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Lehrstellenkurier_2020_01_31

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Seite 18 Lehrstellen

Seite 18 Lehrstellen Kurier Freitag, 31. Januar 2020 Spannende Berufe Das kann aus dir werden Wer sich für den Beruf interessiert, muss Leidenschaft für Technik, analytisches Denken und handwerkliches Geschick mitbringen. Michael Oelck, Hauptgeschäftsführer des Landbautechnik-Bundesverbandes Teile großer Land- oder Baumaschinen austauschen oder auf Verschleiß prüfen: Worauf es dabei ankommt, lernt Philipp Kauth in seiner Ausbildung. Foto: Thomas Frey Von Sabine Meuter Steiningen/Essen. Der Traktor streikt. Für den Bauern ein echtes Problem, schließlich muss zügig die Ernte eingefahren werden. Gefragt ist jetzt die schnelle Hilfe eines Land- und Baumaschinenmechatronikers. Diesen Beruf erlernt Philipp Kauth. Er ist im zweiten Ausbildungsjahr bei der Firma Thiesgen im rheinland-pfälzischen Steiningen. Der 19-Jährige wartet und reinigt nicht nur land- und forstwirtschaftliche Geräte wie Traktoren, Mähdrescher oder Erntemaschinen. Bagger, Radlager oder Teleskoplader fallen ebenso in seinen Verantwortungsbereich. „Wer sich für den Beruf interessiert, muss Leidenschaft für Technik, analytisches Denken und handwerkliches Geschick mitbringen“, sagt Michael Oelck. Er ist Hauptgeschäftsführer des Landbautechnik-Bundesverbands in Essen. Längst sind mitunter komplexe Hightech-Geräte sowohl in der Land- und Bauwirtschaft gängig. Ist eine solche Maschine defekt, liegt der Fehler oft in der Elektronik. Land- und Baumaschinenmechatroniker setzen dann Computer ein, um mögliche Software-Probleme auszuloten und zu beheben. Daneben Erfurt. Egal, an welcher Haustür er klingelt: Justin Otto wird fast immer herzlich begrüßt. Das liegt an seinem freundlichen Auftreten, aber auch an seinem Beruf. Der 20-Jährige ist angehender Schornsteinfeger – und Leute Läuft wie geschmiert bei Landmaschinenschlossern gibt es noch Modelle ohne technische Finessen. An ihnen schrauben die Fachleute im Fall eines Defekts herum, um die Ursache des Ausfalls auszumachen. Die Tätigkeit ist vielseitig. „Das hat mich von Anfang an fasziniert“, so Kauth. Die Auszubildenden erlernen zum Beispiel den Umgang mit fahrzeugtechnischen Komponenten, aber auch mit Diagnose- und Fernmess-Systemen. Daneben sind sie als Werkzeugmacher tätig. So müssen sie etwa je nach Gerät Werkzeuge fertigen, um an eine bestimmte Stelle im Hydrauliksystem zu gelangen. „Von Vorteil ist, wenn Bewerber auch IT-Kenntnisse mitbringen, da die Digitalisierung in der Branche stark voranschreitet“, so Oelck. Die meisten Betriebe erwarten dieser Zunft haben einen besonderen Ruf: Wer ihre Arme, ihre Schulter oder einen ihrer goldenen Knöpfe berührt, auf den wartet Glück. „Das gibt mir ein tolles Gefühl, wenn man mich als Glücksbringer sieht“, erzählt Otto. Wobei das nicht das einzige ist, was dem Auszubildenden beim Schornsteinfeger-Betrieb Josephine Villmann in Erfurt gefällt. „Mein Alltag ist alles andere als monotone Arbeit. Jeder Bagger, Radlager, Traktoren und Mähdrescher: Wen große Land- und Baumaschinen faszinieren, der kann sich beruflich damit auseinandersetzen. Und zwar als spezialisierter Mechatroniker. einen Hauptschulabschluss, manche die Mittlere Reife. Zunehmend ergreifen auch Abiturienten den Beruf. „In erster Linie ist es wichtig, dass die Bewerber Engagement und Liebe zur Präzision haben“, betont Oelck. Denn durch ungenaues Arbeiten kann eine mitunter mehrere 100 000 Euro teure Maschine schnell in den Sand gesetzt werden. Gearbeitet wird in großen Werkshallen oder im Freien, egal, ob es regnet, stürmt, schneit oder die Sonne brennt. Wenn eine Maschine, die dringend für die Ernte gebraucht wird, repariert werden muss, können Überstunden anfallen. „Dafür kann man dann auch mal früher Feierabend machen“, erklärt Kauth. Die Mechatroniker diagnostizieren und beheben aber nicht nur Fehler und Störungen, sie warten die Systeme auch regelmäßig. Sie führen Abgasuntersuchungen durch und rüsten land- und bauwirtschaftliche Fahrzeuge oder Maschinen mit Zubehör aus. Reifen und Räder wechseln am Radlader gehören genauso zum Berufsalltag wie Öl- oder Schmiermittelwechsel. Zum Teil installieren die Fachleute Anlagen wie etwa Bewässerungssysteme in der Landwirtschaft, testen sie und weisen Betreiber ein. Die dreieinhalbjährige Ausbildung erfolgt dual. Das heißt, die Auszubildenden sind im Betrieb tätig und besuchen außerdem die Berufsschule. Dort ist der Unterricht ebenfalls stark praxisbezogen: Die Azubis nehmen gemeinsam mit ihren Lehrern etwa einen defekten Mähdrescher auseinander. Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit von Bundesland zu Bundesland verschieden. Aktuell liegen die Vergütungen in Tarif-Betrieben zwischen 585 Euro und 700 Euro brutto im ersten und zwischen 695 und 932 Euro brutto im vierten Ausbildungsjahr. Für das Gehalt nach der Ausbildung gibt die Bundesarbeitsagentur zur Orientierung einen Wert von um die 2500 Euro brutto im Monat an. Nächster Karriereschritt: Servicetechniker „Wer sich nach der Gesellenprüfung noch weiter in die Technik einarbeiten will, für den ist der Karriere-Step des Servicetechnikers der richtige“, sagt Oelck. Genau das hat Kauth vor. „Aber erst einmal möchte ich zwei bis drei Jahre nach meiner Ausbildung Erfahrungen Schornsteinfeger: Glücksbringer mit viel Verantwortung Von Sabine Meuter Von Kunde zu Kunde, immer im Gespräch: Schornsteinfeger kommen bei der Arbeit viel herum. Tag bringt neue Herausforderungen“, so Otto. Mit einer Bürste den Ruß aus den Schornsteinen zu fegen, das war vor 50 Jahren die Hauptaufgabe. Inzwischen hat sich einiges gewandelt. Die Fachleute haben neben dem Schornstein sämtliche Heizungs-, Abgas- und Lüftungsanlagen eines Hauses im Blick. Sie überprüfen, ob Anlagen betriebs- und brandsicher sind. „Mit komplizierten Messverfahren kontrollieren die Fachleute Emissionen, etwa Feinstaub oder Kohlenmonoxid“, erklärt Daniel Fürst vom Zentralverband Deutscher Schornsteinfeger. Genauso gehört es zu den Aufgaben, zu checken, ob Feuerstätten effizient arbeiten und Gasleitungen dicht sind. Als Experten vor Ort begleiten sie die Energie- und Wärmewende. Dafür bewerten sie Gebäude und erstellen Energie- und Verbrauchsausweise. Daneben empfehlen Schornsteinfege sinnvolle energetische Sanierungsarbeiten am Haus. Immer unterwegs, manchmal auf dem Dach Und ein bisschen Nervenkitzel ist täglich dabei – nämlich dann, wenn es rauf aufs Dach geht. „Den Respekt vor der Höhe werde ich nie verlieren“, sagt Otto. Ihm macht es aber nichts aus, bei Wind und Regen auf dem Dach zu als Land- und Baumaschinenmechatroniker sammeln“, erzählt er. Zusätzlich zur herstellerneutralen Fortbildung zum Servicetechniker bei den Handwerkskammern ist es möglich, sich auf bestimmte Fabrikate zu spezialisieren. Daneben können die Fachleute durch Weiterbildungslehrgänge ihre Kenntnisse auf den neuesten Stand bringen und erweitern. Wer will, kann den Meister als Landmaschinenmechaniker machen. Mit einer Hochschulzugangsberechtigung ist ein Bachelorabschluss im Fach Fahrzeugtechnik möglich. Aber egal, wie Auszubildende sich entscheiden: Der Beruf hat Zukunft. „Wie in allen Handwerksberufen suchen auch unsere Betriebe dringend nach Fach- und Führungskräften“, sagt Michael Oelck. balancieren. Berufseinsteiger sollten aufgeweckt und kontaktfreudig sein sowie ein gewisses technisches Grundverständnis mitbringen. Was Otto an seinem Beruf gefällt: „Man ist ständig unterwegs“, sagt er. Schornsteinfeger meistern ihren Arbeitsalltag in aller Regel alleine. Durch den ständigen Kundenkontakt sind sie aber trotzdem immer in Gesprächen – und sie haben viel Verantwortung. NBS NBN SZS AZ AZD HZ PAZ MZ DZ MST MSM PZ TZ

Freitag, 31. Januar 2020 Lehrstellen Kurier Seite 19 Spannende Berufe Das kann aus dir werden Maler brauchen Gespür für Farben und Formen Maler und Lackierer streichen nicht nur Wände an. Zum Teil sind sie echte Künstler. Wer sich für den Job interessiert, der sollte unbedingt Kreativität und Sorgfalt mitbringen. Und: Keine Höhenangst haben. Von Verena Wolff Bielefeld. Christian Hain stand dem Ausbildungsmarkt nach seinem Realschulabschluss etwas ratlos gegenüber. Er hatte verschiedene Praktika gemacht und ein freiwilliges soziales Jahr. Und immer wieder zeigte sich nur, was er nicht sein Leben lang machen will. Ein Gespräch mit dem Onkel brachte schließlich Klarheit: Eine Ausbildung zum Maler sollte es sein. Denn der Job ist abwechslungsreich und kurzweilig, „man hat viele verschiedene Aufgaben und ist nie lange am selben Ort“, sagt der 23-Jährige. Zudem komme es sowohl auf handwerkliches als auch auf gestalterisches Geschick an. Begonnen hat die Ausbildung im Malergeschäft Bethel schließlich mit viel Muskelkater. „Man ist diese Arbeit am Anfang nicht gewohnt“, sagt Uwe Stüwe, der Betriebsleiter. Denn was die angehenden Maler und Lackierer, so die komplette Berufsbezeichnung, lernen, ist umfangreich. „Wir bearbeiten verschiedene Untergründe mit unterschiedlichen Materialien“, sagt Stüwe. Zu Beginn der Ausbildung war Muskelkater progammiert: Inzwischen ist Christian Hain an die Tätigkeiten gewöhnt. Viele verschiedene Bereiche im Angebot 18 Arbeitsbereiche gibt es im Maler- und Lackiererhandwerk. Die Handwerker weißen also nicht nur Wände, sondern bringen zum Beispiel auch Dekorputz oder Stuck an. Für alle Tätigkeiten mischen Maler die gewünschten Farbtöne zusammen. Sie übernehmen Tapezierarbeiten, kümmern sich um Bodenbeläge, die Beschichtung von Bodenflächen oder den Korrosionsschutz. Für Fassadenbeschriftungen müssen Maler die Gestaltung und Ausführung von Schriften beherrschen. Restaurierungsarbeiten oder individuell gestaltete Wohnräume erfordern kreative Schmucktechniken. „Gearbeitet wird außen und innen, von kleinen Räumen bis zu den Fassaden von großen Häusern“, so Stüwe. In der Ausbildung gibt es drei Schwerpunkte, erklärt Friderike Borchers, Malermeisterin und Fachbereichsleiterin im Malerbildungszentrum in Bielefeld. Das Gestalten und Instandsetzen, den Bauten- und Korrosionsschutz sowie die Kirchen- und Denkmalpflege. Letzterer allerdings sei im Süden der Republik verbreiteter, dort gebe es auch mehr spezialisierte Betriebe. „Im ersten Jahr lernen alle dasselbe, dann gehen die Auszubildenden in ihre Fachrichtung“, sagt Borchers. Auch die Fahrzeuglackierer gehören offiziell zum Handwerk der Maler und Lackierer, doch sie arbeiten in anderen Unternehmen und lernen anderes. Das Malerhandwerk ist nach Angaben des Bundesverbands Farbe Gestaltung Bautenschutz eines der ältesten. Schon im Mittelalter gestalteten Maler Schilder für Zünfte, Innungen oder Adelshäuser. Foto: Oliver KrATo Kreativ ist der Job heute immer noch – auf verschiedene Arten. „Es gibt echte Künstler, die Freihand-Kunstwerke an die Wände bringen“, sagt Stüwe. Aber auch die müssten zunächst die Grundlagen des Handwerks erlernen. Manch größerer Betrieb würde sich sogar Graffiti-Künstler leisten. Die Anforderungen an Auszubildende jedenfalls sind vielfältig. „Mathekenntnisse sind wichtig, um die Räume und Flächen zu berechnen“, sagt Stüwe. Allerdings geht es nicht um höhere Mathematik, sondern um Grundlagen wie Prozentrechnung, Dreisatz oder Flächenberechnung. Handwerkliches Geschick, Kreativität und ein gutes Vorstellungsvermögen brauchen angehende Maler nach den Worten von Borchers ebenfalls. „Man muss körperlich in ganz guter Verfassung sein, um die Ansprüche zu erfüllen“, sagt der Auszubildende Christian Hain. Und auch keine Angst auf einer hohen Leiter haben. Die benötigten Muskeln aber kommen mit der Zeit ganz von alleine. Zuverlässige Arbeit im Allerheiligsten Sorgfältig müssen angehende Maler arbeiten, ordentlich und genau, damit das Ergebnis stimmt. Und noch eines ist Borchers zufolge wichtig: das Auftreten. „Unsere Kunden lassen uns in ihre Wohnung, ihr Allerheiligstes.“ Man müsse ihnen vermitteln, dass man zuverlässig sei und die Arbeit einwandfrei erledige. Mit dem Gesellenbrief stehen Malern viele Wege offen. Sie können noch einmal die Schulbank drücken und ihren Meister oder Techniker machen. „Mit dem Meisterbrief kann man sich auch ohne Abitur an einer Hochschule einschreiben und studieren“, erklärt Borchers. Auch in die Industrie wechselten einige, mancher arbeitet als Sachverständiger oder als Fachlehrer an einer Berufsschule. Anzeige Packende Kriminalfälle aus der Region AZ Kriminalakte Vermisst Es sind Schicksale, die hier in der Region für Schlagzeilen sorgten. Menschen, die in die Stadt zum Kaffeetrinken wollten oder zum Spaziergang aufbrachen und verschwanden. Dieses Buch berichtet sachlich von geklärten Vermisstenfällen und von solchen, die bis heute auf Klärung warten. 160 Seiten | Softcover | ISBN: 978-3-946599-28-9 | Art.-Nr. 85795 12, 90 € (zzgl. Versandkosten) Jetzt bestellen: www.mecklenbook.de oder in den Servicepunkten Neubrandenburg: Friedrich-Engels-Ring 29 &Turmstraße 13 0800 151 3030 Anruf kostenfrei sowie im Buchhandel Weil Lesen Spaß macht NBS NBN SZS AZ AZD HZ PAZ MZ DZ MST MSM PZ TZ

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