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10 Interview

10 Interview Qualitätstatt Quantität–Werteals fester Teil derUnternehmensphilosophie Michael Kruse vomBiomarkt in Neubrandenburg erklärt im Gespräch mit Verena Teske-Mbalisike, warum„Bio“ kein kurzfristiger Trendist,sondern eineLebenseinstellung. Biszum 5. Dezemberruftdas NaturkostmagazinSchrot& Korn beider Leserwahl 2022 wieder dazu auf, dieBio- Lädenzubewerten,indenen sieeinkaufen.Der Biomarkt in Neubrandenburg wurde 2010 unddann Anfang dieses Jahres alseiner der140 besten Bioläden2021von über 2500 BiolädeninDeutschland ausgezeichnet.Welche Auswirkungen hatdas aufIhre Arbeit? Über die Auszeichnung in Bronze waren und sind wir sehr glücklich und haben uns gefreut, dass wir nach mehr als zehn Jahren wieder zuden besten Bioläden in Deutschland zählen dürfen. Auf die konstruktive Kritik und das große Vertrauen unserer Kunden haben wir zum Beispiel 2013 mit dem Umbau und der Erweiterung des Biomarktes auf die Wünsche der Kunden regiert. ImLaufe der Jahre haben wirunser Sortimentweiter entwickelt und einen Onlineshop aufgebaut. Derzeit sind 15 Mitarbeiter im Biomarkt beschäftigt, davon sind zehn im Biomarkt und fünf für den Lieferservicetätig. DieCorona-Pandemie hatdann auch einige Veränderungenmit sich sich gebracht… Das Einkaufsverhalten der Leute hatsichdurch Corona geändert, besonders als viele Läden vorübergehend schließen mussten. DieNachfrageanBioprodukten aus der Region ist immens gestiegen. Das hat uns 200 Prozent mehr Kunden gebracht und stellte uns vor eine neue Herausforderung. WiesindSie mitdem Kundenansturm umgegangen? Tagsüber lief der Verkauf im Geschäft und abends haben wir Kisten für den Lieferservice gepackt. Vorübergehend, von April bis Dezember 2020, konnten wir Neukunden aus Kapazitätsgründen gar nicht mehr aufnehmen. Denn unserer Maxime „Qualität statt Quantität“ wollten wir auch in dieser herausfordernden Zeit treu bleiben. Wiekonnten Sie den Mehraufwandstemmen? Wir haben funktioniert. Dabin ich meinem Team auch sehr dankbar. Zwischenzeitlich haben wir uns schon gefragt, wofür wir das machen. Jetzt ist das zum Glück kein Problem mehr. Die Rückmeldungen unserer Kunden haben gezeigt, dass wir es richtig angegangen sind. Diese Wertschätzung ist unbezahlbar und haben Momente des Stresses wettgemacht. Der Lieferservice bildet nun einen eigenen Geschäftszweig mit drei Autos und einem Lastenrad. Wir überlegen, ob wir unseren Fuhrpark mit einem Kühlauto als Elektrofahrzeug für die innerstädtische Belieferung erweitern. Wir haben innerhalb eines Jahres die Struktur umgestellt, viel ineine neue Software investiert und haben zusätzlich zum Vollsortiment im Geschäft auf 120 Quadratmetern eine Halle auf dem RWN- Gelände mit einer Fläche von etwa 500Quadratmetern. Michael Kruse betreibt seit 2009 seinen Biomarkt in Neubrandenburg.15Mitarbeiter sindim Geschäft undfür denLieferservice tätig. ©ZVG Das bietet ja dieMöglichkeit, auch mitzusätzlichen ProduzentenoderLieferanten zusammenzuarbeiten? Definitiv. Unser Schwerpunkt liegt ja auf der Frische der Produkte. Im Laufe der Jahre haben wir ein persönliches Vertrauensverhältnis zu vielen hiesigen Produzenten vor Ort aufbauen können. Das schafft Sicherheit und Transparenz für denVerbraucherund bietet

FranziskaDoß undChristoph Kunowsorgenanden Packstationendafür,dass dieLebensmittel gut geschützt sind. ©(2) Biomarkt/Michael Kruse eine verlässliche wirtschaftliche Basis für die Landwirte. Unser Ziel ist es, noch mehr regionale Produkte wie Käse, Fleisch oder Backwaren indas Sortiment aufzunehmen, was gleichzeitig die Chance bildet, gemeinsam zu wachsen. In ihremOnlineshopbieten Sie Ökokisten mitObst und Gemüsean, dieindividuell zusammengestelltwerden können… Wir liefern unsere Biokisten mit frischem Obst und Gemüse in unserer Region direkt an die Haustür. Die Kisteninhalte wechseln wöchentlich. Unser aktuelles Liefergebiet in einem Umkreis von 40 Kilometern ist übrigens fast identisch mit dem Erscheinungsgebiet des Stadtmagazins. Jetzt ist Bio in allerMunde undnicht mehrnur in DieInhalte derBiokisten wechseln wöchentlich. Naturkostlädenund Bio- Bauernhöfenzufinden.Auch Supermärkte undDiscounter bietenimmer mehrBio- Lebensmittelan. Wiebewerten Sie dieEntwicklung? Es stimmt, Bio-Lebensmittel sind keine Nischenprodukte mehr. Aber unsere Kunden haben nicht vergessen, dass auch 2009, als wirdas Geschäft eröffnet haben, bereits Bioprodukte da waren. Für uns ist Bio kein kurzfristiger Trend, sondern fester Teil der Unternehmensphilosophie. Der Gedanke der Nachhaltigkeit macht unseren Biomarkt aus. Wir können unseren Kunden genau sagen, wie und wodas Brot aus dem Backwarensortiment gebacken wurde, von welchem Hof der Ziegenkäse oder von welchem Bauernhof die Fruchtaufstrichestammen. Wissen,woher waskommt. Darumgingesjaauchbeim Gourmeria-Markt… Der Gourmeria-Markt oder auch der Markt des guten Geschmacks ist einekleineMesse, die Produzenten gern nutzen, um den Verbrauchern ein Bild von sich zu vermitteln, ihre Produkte und ihre Zulieferer vorzustellen. Besonders freue ich mich, dass der Gourmeria- Markt voraussichtlich im Mai endlich wieder stattfindet. Er musste bereits dreimal verschoben werden.

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