Aufrufe
vor 2 Jahren

Familienkurier_2017

  • Text
  • Kinder
  • Familie
  • Eltern
  • Zeit
  • Mutter
  • Menschen
  • Neubrandenburg
  • Heike
  • Familien
  • Sohn

Mitten im leben 60_61

Mitten im leben 60_61 Ratgeber Pflege Mal Sonne und mal dunkle Wolken – das erlebt jeder von uns, nicht nur beim Wetter. So bringen uns auch schwere Zeiten voran. 1 2 1 Empathie und Herzenswärme gehören zum Pflegeberuf. 2 Pfleger müssen immer zur Stelle sein. Fotos: Sandor Kacso, Robert Kneschke - Fotolia.com und auszugeben. Drei Bewohner bekommen fast im Stundentakt ihre Medikamente. Das muss sie alles sicherstellen. „Heute kann man kein ungeschultes Personal mehr nehmen, dafür ist die Arbeit viel zu komplex geworden“, so Schwester Heike. Hinzu komme die Bürokratie, die ihr zu schaffen mache. Und es werde immer mehr. „Oft kommt man einfach an seine Grenzen“, sagt sie weiter. Die Zeit werde immer knapper, das Personal überall ausgedünnt, der Nachwuchs fehle. „Unser Haus erreichen immer weniger Bewerbungen, Tendenz weiter fallend. Es fehlt bei vielen inzwischen einfach die Bereitschaft, im Schichtsystem zu arbeiten“, so Heike Heinz. Ein Problem sehe sie auch in der Politik und im Pflegeschlüssel. „Unsere Chefs würden ja mehr einstellen wollen, aber der Personalschlüssel lässt es einfach nicht zu“, ärgert sie sich. Alles müsse heutzutage schnell gehen und dürfe nicht viel kosten. Schneller sei aber nicht immer besser. „Wir arbeiten mit alten Menschen, die bekanntlich nicht mehr so können. Da geht nicht immer alles schnell schnell“, bemängelt sie. Die Bewohner erwarten auch mal das eine oder andere kleine persönliche Gespräch. Empathie gehöre zum Beruf des Pflegers einfach dazu. Leider sei dafür kaum noch Zeit. Ihrer Meinung nach war das früher besser, weil es einfach mehr Personal gab und weniger Bürokratie. Für Heike Heinz wird der Pflegeberuf kaum mehr gewürdigt, weder von der Politik noch von den Familien der Bewohner. Nicht nur die Zuwendung mancher Angehöriger gegenüber den Bewohnern sei in den letzten Jahren zurückgegangen. Allgemein seien Besuche von Familienmitgliedern seltener geworden. Doch auch die Ansprüche der Angehörigen veränderten sich. Einige übertragen mittlerweile die komplette Verantwortung auf die Pflegeeinrichtung. Trotzdem erfahre der Beruf des Pflegers bei Angehörigen immer weniger Achtung, findet Heike Heinz. Früher gab es zum Beispiel mal die eine oder andere kleine Aufmerksamkeit oder ein nettes Gespräch. Das sei heute kaum noch der Fall. Zusammen mit zwei Pflegehelfern betreut sie 23 Bewohner. Mit dabei ist an diesem Tag auch Praktikantin Katharina Gießelmann. Inzwischen sei das schon fast eine Besonderheit, wie die Wohnbereichsleiterin erzählt. „In den letzten Jahren sind Praktikanten spürbar weniger geworden“. Mittlerweile sei man froh, wenn sich überhaupt ein Praktikant finden lässt. Ähnlich sähe es mit den FSJlern – jungen Leuten, die ein Freiwilliges Soziales Jahr machen – aus. Früher habe man viele Zivildienstleistende gehabt. Aber die Zeiten seien lange vorbei. Derzeit habe sich die Lage allerdings etwas verbessert. Zurzeit zähle die Einrichtung zwei Praktikanten und einen FSJler. Auch ein Pflegehelfer werde gerade eingearbeitet. „Das ist aber eher die Ausnahme“, verrät Heike Heinz. Man versuche derweil, viel über sogenannte Betreuungsassistenten auszugleichen. Davon gäbe es aber nur einen pro Schicht – wenn überhaupt. Doch trotz allem ist der Pflegeberuf für sie nicht nur anstrengend, sondern auch immer noch sehr schön und erfüllend. Danilo Vitense Neuer Bereich für unter 50-Jährige Zum Ende des Jahres plant das DRK-Pflegeheim „Oberbachzentrum“ einen weiteren, fünften Wohnbereich. Dieser soll im sechsten Obergeschoss entstehen und sei für die „Junge Pflege“ vorgesehen, berichtet Geschäftsführer und Einrichtungsleiter Matthias Görß. Der neue Wohnbereich soll Pflegebedürftigen im Alter unter 50 Jahren ein Zuhause bieten. Derzeit sind sie noch gemeinsam mit den 70- bis 90-Jährigen untergebracht. Foto: Photocreo Bednarek - Fotolia.com

Wie das Leben so spielt Die Kinder ziehen aus. Ein enger Freund wird plötzlich krank. Eine große Liebe geht zu Ende. Veränderungen und Schicksalsschläge erlebt jeder. Doch sie müssen einen nicht aus der Bahn werfen, erläutert die Psychologische Beraterin Heike Albrecht im Gespräch mit Marina Spreemann. Veränderungen gehören zum Leben. Trotzdem fällt es vielen Menschen schwer, sich darauf einzulassen. Warum ist das so? Es liegt in der Natur des Menschen, sich an Gewohnheiten zu halten. Er ist auf Sicherheit geeicht. Alles Neue macht da erst mal Angst. Eigentlich sind Lebenskrisen und Veränderungen ganz normal. Aber wir sind das nicht gewöhnt. Auch weil uns Fernsehserien und Hochglanzmagazine immer vorgaukeln, dass das Leben glatt, bunt und romantisch sein muss. Dabei brauchen wir Veränderungen, um zu wachsen und uns zu verändern. Einschneidende Veränderungen sind jederzeit möglich. Ich denke, wir sollten für jeden Tag dankbar sein, den wir genießen können. Wir helfen bei Rechenschwäche Heute eröffnen sich den meisten Menschen viele Möglichkeiten zu entscheiden, wo und wie man leben will. Nicht alle kann man nutzen, die Gefahr zu scheitern oder sich falsch zu entscheiden, wächst damit irgendwie auch. Gibt es heute mehr Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben? Jeder sollte Frieden schließen mit den Entscheidungen, die er getroffen hat. Zu der jeweiligen Zeit fand man sie richtig, und dazu sollte man stehen, sich aber auch Fehler eingestehen. Das führt einfach zu mehr Lebenszufriedenheit, wenn ich mir sagen kann: Es ist so, und jetzt gehe ich weiter. Und man hat immer die Möglichkeit zu entscheiden, wie will ich leben. Auch mit 98. Oder wenn man im Rollstuhl sitzt. Oder wenn man eine Trennung verkraften muss. Will ich wirklich meinen Ex-Partner hassen und verbittert sein? Kann ich mich nicht auch an die schönen Momente erinnern und nun eben allein weitergehen? Ich finde es wichtig, das eigene Leben in der Hand zu behalten und Verantwortung dafür zu übernehmen. Dabei hilft es auch zu trainieren, die vielen schönen kleinen Dinge im Leben zu sehen, die Sonne, den Frühling, die Blumen. Wie kann man das trainieren? Sich Zeit nehmen, offen sein, mit anderen über die schönen Dinge reden. Es ist eine Frage des Lebensstils, den Augenblick zu genießen, das Schöne im Alltag zu sehen und sich Genießer- Lese-Rechtschreib-Schwäche Oasen zu schaffen. Ich muss nicht immer auf das Wochenende warten, um vielleicht mit Englisch-Schwäche der besten Freundin mal wieder einen Kaffee zu trinken. Ist es aus Ihrer Beobachtung heraus auch eine Frage des Lebensalters, wie jemand mit Veränderungen umgeht? Sicher sind junge Menschen voller Lebensenergie und Ältere nicht mehr bei allen Dingen so flexibel. Das Alter bringt schon eine gewisse Schwere mit sich. Aber das kann man nicht pauschalisieren. Ältere haben Jetzt informieren eigentlich zwei Möglichkeiten. Erstens: Man erwirbt eine gewisse Weisheit und wird mit sich selbst barmherzig. Zweitens: Man bekommt mehr Angst. Äußerliche Veränderungen wie Ortswechsel sind für ältere Menschen sicher schwieriger als für jüngere. Aber mit inneren Veränderungen umzugehen, da können auch die älteren fit bleiben. Wie geht das? Sich die Jugend im Herzen bewahren. Vor allem durch Kontakt mit jungen Menschen, nicht nur aus der eigenen Familie. Ich denke da an Straßenfeste oder an spontane Gespräche im Bus oder im Zug. Es gibt viele Dinge, die junge Leute vorleben und die ältere auch mal ausprobieren können. Ein kleines Beispiel: Mein Sohn hat mit Smoothies am Morgen angefangen. Ich mag das inzwischen auch. Oft erwirken äußere Umstände Veränderungen. Wie lässt sich das Gefühl, ausgeliefert zu sein, überwinden? Das entsteht zum Beispiel oft bei einer Trennung. Es ist wichtig, eigene Entscheidungen zu treffen, also auch das Gute in einer zu Ende gehenden Beziehung zu sehen und dazu zu stehen. Den meisten hilft es, viel zu reflektieren, mit ein oder zwei wirklich guten Freunden und engen Vertrauten zu reden. Dabei wird einem oft bewusst, was man mit seinem Leben machen will und welche Möglichkeiten sich auftun. Elemente wie Wut und Angst muss man zulassen. Aber es ist auch gut, sich zu fragen: Warum bin ich jetzt wütend? Will ich die Wut wirklich über mich bestimmen lassen? Es gibt immer Wege aus der Krise. Foto: Marina Spreemann Zur Person Die Neubrandenburgerin Heike Albrecht, Jahrgang 1965, ist als Persönlichkeitsberaterin und -trainerin sowie als Paar- und Familienberaterin freiberuflich tätig in ihrem Büro, der vivere Beratung in Neubrandenburg. Hauptberuflich leitet sie einen Ambulanten Hospizdienst. Sie hat ein Zweitstudium Sozialpädagogik mit den Schwerpunkten Beratung, Psychologie und Pädagogik absolviert und hält heute noch engen Kontakt zur Neubrandenburger Hochschule. Heike Albrecht ist verheiratet. Ihr Mann arbeitet als Pastor. Sie haben zwei erwachsene Söhne. Friedrich-Engels-Ring 44 17033 Neubrandenburg Telefon 0395 570 8857 www.duden-institute.de/neubrandenburg

Stadtmagazin

Stadtmagazin Juli
Stadtmagazin Juni
Stadtmagazin Mai
Stadtmagazin April
Stadtmagazin März
Stadtmagazin Februar
Stadtmagazin Januar

Nordkurier Ratgeber

Ratgeber Traumjob
Ratgeber Traumjob
Nordkurier Ratgeber "Fahrt ins Blaue"
Nordkurier Ratgeber "Fahrt ins Blaue"
Nordkurier Ratgeber "Fahrt ins Blaue"

Kompakt

Kompakt Juli/August
Kompakt Juni
Kompakt Mai
Kompakt April
Kompakt März
Kompakt Februar
Kompakt Dezember/Januar
Kompakt Dezember/Januar
Kompakt November
Kompakt Oktober_2016
Kompak September 2016
Kompakt Juli/August 2016
Kompakt Juni_2016
Kompakt Mai 2016

Weitere Magazine

RadTour