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70 Jahre Heimatzeitung

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Seite 22

Seite 22 70 Jahre Heimatzeitung Montag, 15. August 2022 Einflussnahme? Ja,bitte –abernur durch Sie! Von Gabriel Kords Wasist eigentlich gemeint mit dieserUnabhängigkeit, auf diewir jeden Tagauf unserer Titelseite hinweisen? Unser Chefredakteur erklärt, wasdie Redaktion unter diesem Begriff versteht. Immer wieder muss ich in Gesprächen mit Leserinnen und Lesern mit einer düsteren Vermutung aufräumen: Dass nämlichbeimNordkurier ab und zu das Telefon klingelt und am anderen Ende der Leitung jemand „von oben“ durchgibt, wie wir dieses und jenes in der Zeitung darzustellen haben. Die Vorstellung, dass Politik, Behörden und Institutionen uns sagen, wie wir zu berichten haben, begegnet uns immer wieder –einzig: Sie stimmt nicht. Wirklich nicht! Wir entscheiden selbst, was wir in die Zeitung schreiben und vor allem: wie wir es Nordkurier-Redaktionskonferenz: So leicht redet uns da keiner rein... schreiben. In all denJahren seit 1990 gab eskeinen einzigen Fall, bei dem uns jemand von außen diktierthätte, wasinder Zeitung zu stehen hat. Es gibt da eigentlich keine Ausnahme. Eigentlich –denn natürlich klingelt unser Telefon mitunterschon. Undeinen Personenkreis gibt es dann Wirtschaftliche Unabhängigkeit als Garant gegen Einflussnahme vonaußen UnsereTageszeitung ist zugleichNamensgeber der Nordkurier Mediengruppe mit Sitz in Neubrandenburg, die allerdings schon lange nichtmehrbloßunsere Tageszeitung herausgibt, sondernauf zahlreichen weiterenGeschäftsfeldern aktiv ist. Dazugehören verschiedeneFacettender Logistik (mehr dazu auf denSeiten 18 und 19),eineDruckerei, die weitaus mehrals nurunsere eigene Tageszeitungdruckt, sowieverschiedeneAgenturdienstleistungen,ein Restaurant undmanches mehr.Die Diversifizierungder Nordkurier Mediengruppe sorgtfür einebessere Absicherung gegen Krisen und füreine langfristig zukunftssichere wirtschaftliche Aufstellung. FOTO: PETER KRÜGER Auch dies garantiert die inhaltliche Unabhängigkeit unsererjournalistischen Produkte. Seit vorigemJahrist die Nordkurier Mediengruppe Teil derSVGruppe mit Sitz in Ravensburg(Baden- Württemberg). DieGruppe istaus demSchwäbischen Verlag hervorgegangen und befindetsichimPrivatbesitz mehrererEinzelgesellschafter.Geschäftsführerder SV Gruppe istLutzSchumacher,den Nordkurier-Leser schon seit vielen Jahren kennen: Unteranderem war er von2013 bis2019Chefredakteur beimNordkurier und istbereits seit 2006 –mit einer kurzen Unterbrechung im Jahr 2020 –auch dessenGeschäftsführer. doch, der sehr aktiv Einfluss auf unsere Inhalte nehmen darf und sogar soll: Und das sind Sie, liebe Leserinnen und Leser! Sie ermöglichen mit Ihren Abonnements unsere Arbeit. Es ist kein Geheimnis, dass die Abonnements den allergrößten Teilder Einnahmen ausmachen, die wir mit unserer Zeitung erzielen. Hinzu kommen noch die Erlöse durch Einzelverkäufe am Kiosk und durch Anzeigen,aberdie mehr als 55000 Abonnements machen den mit Abstandgrößten Anteilaus. Mit Ihren Abonnements ermöglichen Sie aber nicht bloß unsere Arbeit, sondern Sie garantieren auch unsere Unabhängigkeit von Politik, Behörden und Wirtschaft.Von denen müssen wir uns dank Ihnen nichts sagen und auch nichts gefallen lassen! Und deshalb, so pathetisch das klingen mag, fühlen wir uns bei dem, was wirschreiben, auch nurIhnen verpflichtet. Jeder einzelne Mitarbeiter derNordkurier-Redaktion lässt sich deshalb gerne von Ihnen „beeinflussen“. Das heißt nicht zwangsläufig, dass wir am Ende dann auch nur das schreiben, was Sie persönlich für richtig halten. Denn wir haben stets das Ziel, alle Strömungen und Auffassungen ausgewogenzuberücksichtigen. Nicht immer gelingt das auf Anhieb, den eine Tageszeitung entsteht immer unter Zeitdruckund mit begrenztem Platz, der zur Verfügungsteht. Aber alldas führtvor allem zu einer Erkenntnis: Wenn Sie als Leser ein Anliegen,eineAnmerkung, einen Vorschlag oder ein Problemhaben, zögern Sie nicht, sich an Ihre Lokalredaktionoder die Zentralredaktion zu wenden! Die Telefonnummern, Anschriften und E-Mail- Adressen drucken wir in jede Ausgabe. Wir freuen uns immer, mit Ihnen ins Gespräch zukommen. Die nächste Gelegenheit dazuist übrigens das„Fest der Farben“ am kommenden Sonnabend. Weitere Informationen dazu finden Sie auf Seite 24. Kontaktzum Autor g.kords@nordkurier.de CHEFREDAKTEURE 1952 –1956 Karl-Heinz Karge 1956 –1961 Horst Jonas 1962 –1964 Heinrich Thomas 1964 –1989 Gerhard Schiedewitz 1989 –1990 Heinzgeorg Oette 1990 –1992 Heinzgeorg Oette 1992 –2002 Gerhard Deckl 2002 –2009 André Uzulis 2009 –2013 Michael Seidel 2013 –2019 Lutz Schumacher 2019 –2022 Jürgen Mladek seit April 2022 Gabriel Kords Anzeige NBS NBN SZS AZ AZD DZ HZ PAZ MZ MST MSM PZ TZ

Montag, 15. August 2022 70 Jahre Heimatzeitung Seite 23 Fußball ist hier einfach nurKult Von Sebastian Langer Es gibt nicht mehr allzu viel, das beim Nordkurier fast so alt ist wie die Heimatzeitung selbst. Eine der schönsten Traditionen ist ein Fußballturnier, dessen Ruf die Grenzen der Region längst hinter sich gelassen hat. NEUBRANDENBURG. Es kam wie so oft: Den wahren Wert erkennt man erst, wenn etwas, was immer da war, plötzlich fehlt. Da gab es also seit 1966 dieses Fußballturnier, bei dem jedes Jahr Zehn-, Elf- und Zwölfjährige gegeneinander kickten und dabei Eltern, Freunden, Verwandten und an- dann natürlich auch den Orga- nisatoren und nicht zuletzt sich selbst jede Menge Sport-Spaß bereite- ten. Das Fußball- Knabenturnier, von der „Freien deren Zuschauern, Erde“ aus der Taufe gehoben und vom Nordkurier weitergeführt, hat sich zum größten Hallenturnier der D-Junioren in Deutschland und darüber hinaus entwickelt. Die besten Teams der DDR-Oberliga und nach 1990 aus der Bundesliga schickten ihre Unter-13-jährigen, die in Neubrandenburg lernen sollten, vor großem Publikum zu bestehen und guten Fußball zu spielen. Top-Vereine aus England, Portugal, der Türkei oder Frankreich waren zu Gast; und sogar bis nach China reichte der Ruf von Toppi, dem Turniermaskottchen: 2020 lockte er Fußballer aus Peking an den Tollensesee. Doch das 55. Kna- ursprüng- benturnier, lich geplant für den Januar 2021, lässt bis heute auf sich warten. Schuld ist ein Virus, das sonst – natürlich nur im übertragenenund positiven Sinne – dieFußball-Jungs und -Mädchen befällt, 3000 Zuschauer im rappelvollen Neubrandenburger Jahnsportforum, auf dem hellblauen Kunststoffbelag zwei Jugendteams von Bundesliga-Vereinen im Duell um den Ball, und der Nordkurier im Hintergrund immer dabei –das ist das Knabenturnier. FOTO: UDO ZANDER wenn sie sich am Samstagmorgen zu Fanfarenklängen aufwärmen und mit großem Respekt dasstetigwachsende Publikum registrieren. Auch so manche Zuschauer sind wie elektrisiert, wenn sie das eigene Team wieder und wieder heftig anfeuern, bejubeln und feiern –und manchmal nach dem Spiel einfach auch nur etwas trösten müssen. Denn so erwachsen das Knabenturnier mit seinen mittlerweile 54 Auflagen nun schon ist: Seine Hauptdarsteller präsentieren sich zwar jedes Jahr aufs Neue fußballerisch schon so gut, dass sie unterm Hallendach mit spektakulärem Fußballsport die Massen begeistern, andererseits sind es trotz allem immer noch sehr junge Menschen, die dort auf großer Bühne mit ihrer Aufregung umgehen müssen, mit dem immensen Druck, mit ebenfalls angespannten Mit- und Gegenspielern –und natürlich mit diesem runden, unsteten Gesellen namens Fußball. Das übt und prägt, und das bleibt bei den meisten ganz fest im Sportler-Gedächtnis verankert. 300 Länderspieltore, etliche Meisterschaften, Pokalsiege und weitere Titel. Und wer hat’s erfunden? Ein Sportredakteur der „Freien Erde“. Ihm folgten unzählige Redakteure, Journalisten, Organisatoren und Helfer, die das Turnier bis heute am Leben gehalten Anzeige und mit Leben gefüllt haben. Treue Sponsoren gaben ihr Geld ebenso wie nicht weniger treue Stamm-Zuschauer, die mit der jährlich wechselnden Team-Entourage eine unverwechselbare Atmosphäre ins Jahnsportforum zauberten. Und das werden sie auch künftig können: Am 27. Januar 2023 soll das 55. Fußball- Knabenturnier stattfinden – so denn Corona nicht wieder dazwischenfunkt. Neun Teams haben schon zugesagt, drei sind angefragt, unter anderem Tottenham Hotspur. Kontaktzum Autor s.langer@nordkurier.de Auch in der Neubrandenburger Stadthalle, wodas Turnier bis 1996 stattfand, herrschte stets beste Fußball-Stimmung. FOTO: NK-ARCHIV 1991: Tim Borowski empfängt Uwe Seeler. FOTOS (2): UDO ZANDER 2003: Toni Kroos holt mit Hansa Rostock den Turniertitel. 2018: Beim Spiel Neubrandenburg gegen Hoffenheim spielen mit Dafina Redzepi (links, orange) und Elly Bötcher (rechts, #10) erstmals beim Knabenturnier zwei Mädchen gegeneinander. FOTO: HEIKO BROSIN Erstes Nach-Corona-Turnier wirft seine Schatten voraus So auch bei Toni Kroos, dem aktuell erfolgreichsten deutschen Fußballer. Der gebürtige Greifswalder ist mit Deutschland Weltmeister geworden und hat mit Bayern München und Real Madrid fünf Mal die Champions Hola League und sechs Mal den Meistertitel gewonnen. Doch das Knabenturnier hat Kroos nicht vergessen: In einer Videobotschaft wandte er sich im Januar 2020 an die Spieler des 54. Turniers. „Ich hab’ das Turnier in sehr,sehr guter Erinnerung“, plauderte Kroos damals, „weil’s einfach ’ne tolle Atmosphäre war. Eins der schönsten Turniere, die ich in meiner Jugend spielen konnte!“ Und auch eines der letzten mit einem Sieger aus MV: Mit Torschützenkönig Toni Kroos gewann Hansa Rostock 2003 das Turnier. Neben Kroos haben weitere Weltmeister beim Knabenturnier gekickt: Götze, Müller, Hummels, Boateng, Neuer. Aktuelle Nationalspieler waren einst in Neubrandenburg: Havertz, Werner, Sané, Kimmich, Gnabry. Und früher natürlich die DDR-Stars: Ballack, Beinlich, Sammer, Thom, Rohde, Jarohs. 40 spätere Nationalspieler spielten einst in Neubrandenburg, sie kommen zusammen auf mehr als 1500 Länderspiele, knapp NBS NBN SZS AZ AZD DZ HZ PAZ MZ MST MSM PZ TZ

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